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Baindt hat großes Potential

 

Das Luftbild Fischerareal zeigt, welches Potential Baindt hat. Entwickelt wird im Ort ein vielfältiges Wohnquartier im Konzeptvergabeverfahren. 

Über Leben, Arbeit und Pläne in der attraktiven Gemeinde Baindt beantwortet Bürgermeisterin Simone Rürup Fragen von Rosa Laner. 

Frau Rürup, wie ist das momentane Stimmungsbild in Baindt? 

Vielerorts, so auch in Baindt, wünschen wir uns wieder Normalität und Begegnung. Schön wäre es, wenn das Ehrenamtsfest Ende Oktober stattfinden könnte oder der Nikolausmarkt am 27. November. Leben diese Veranstaltungen doch vom unbeschwerten Zusammenkommen, steht dies noch in den Sternen. Nach langer Zeit hatten wir vor kurzem unseren Seniorentreff, organisiert vom Seniorenteam der katholischen Kirche. Es war so schön, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen und vielen netten Menschen zu begegnen. Mein ganz herzliches Dankeschön, für all die tollen Aktionen, die unsere engagierten Vereine trotz Corona ins Leben gerufen haben, sei es die „Wurstsalat to go“-Aktion des Musikvereins, das etwas veränderte Weinfest der Schalmeien oder das Reitturnier der Reitergruppe.
        

Schützbach GmbH Bauunternehmung

Wie geht es den ortsansässigen Betrieben und Geschäften?

Digitalisierung, Urbanisierung, Onlinehandel sowie die Pandemie – noch nie musste sich die lokale Wirtschaft so sehr behaupten und neue Wege finden, wie heute. Die Gastronomen, Gewerbetreibenden und Einzelhändler sind unersetzlich für die gute Infrastruktur und Lebensqualität in Baindt. Wir profitieren von einem lebendigen Ort mit einer guten Nahversorgung, florierenden Gewerbebetrieben und ansprechenden Angeboten. Vor allem für die Gastronomie waren die vergangenen Monate nicht einfach. Der Wirtschaftsverbund Baienfurt-Baindt e. V. (WBB) hat es sich durch die Kampagne „Ohne dich kein wir“ unter anderem zur Aufgabe gemacht, diesen Entwicklungen in den Gemeinden Baindt und Baienfurt zu trotzen.

Findet wieder ein reges Vereinsleben statt?

Baindt ist bekannt für sein reges Vereinsleben. Die gelebten Traditionen machen Baindt authentisch und damit für viele interessant. Die Baindter Vereine geben ihr Bestes, um ein Zusammensein, trotz Abstand und Hygieneregeln, zu ermöglichen. So hatten wir ohne viel Aufhebens und trotz Corona einen Narrenbaum und unsere Schenk-Konrad-Halle wurde zum großen Vereinslokal in Pandemiezeiten, hier war einiges mit Abstand noch möglich. Mein Dank gilt allen Mitgliedern und den vielen Ehrenamtlichen, die das Vereinsleben so attraktiv und abwechslungsreich gestalten. Ohne die ausdauernde Einsatzbereitschaft zahlreicher ehrenamtlich engagierter TrainerInnen, HelferInnen und BetreuerInnen wäre das nicht möglich.

Was macht den Charme der Gemeinde aus?

Den Charme macht unter anderem der Zusammenhalt unserer Bürgerinnen und Bürger aus, egal ob es gilt, den gestrandeten Zirkus zu unterstützen oder Mitbürger, die in Not geraten. Wenn Hilfe von Nöten ist, sind die Baindter da und halten zusammen. Darüber hinaus gilt, Baindt liegt richtig – in vielen Bereichen: Eine gut ausgebaute Infrastruktur für alle Generationen, ein reges Vereinsleben, die Stadtnähe sowie die naturnahen Lebensräume. Mit rund 5300 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer Gemarkungsfläche von 2300 Hektar liegt Baindt in landschaftlich reizvoller Lage mit einer guten Anbindung ins Schussental und doch nicht betroffen von starken Verkehren.

Welche Planungen stehen an?

Ein großes Projekt ist die Entwicklung des Fischerareals und der Ortsmitte. Nicht jede Generation hat die Aufgabe, das Herzstück der Gemeinde neu gestalten zu dürfen. Damit einher geht eine große Verantwortung, mit Maß und Ziel stellen wir unsere Gemeinde zukunftsfähig auf. Die Grundstücke im Wohnquartier Fischerareal werden im Wege des Konzeptvergabeverfahrens veräußert. Das heißt, die Gemeinde veräußert an den Investor, dessen Projektidee für unsere Bürgerinnen und Bürger den größten Mehrwert bietet. Ein vielfältiges und qualitätvolles Wohnquartier in bester Lage mit guter Infrastruktur und ÖPNV-Anbindung in unmittelbarer Nähe wird entwickelt, in dem es sich in allen Lebensphasen hervorragend leben lässt. Damit hängt auch die Gestaltung der Ortsmitte zusammen. Ein schöner Platz im Alltag und durch Vereine gut nutzbar, eingefasst von einem Gebäude für medizinische Dienstleister entsteht, mit einem substantiellen Mehrwert für Baindt. In der Bürgerwerkstatt im Juli diesen Jahres haben wir in einem konstruktiven Dialog die Bedarfe und Anforderungen heraus gearbeitet. Das Ergebnis wir voraussichtlich im November in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Außerdem steht die umfangreiche Schulsanierung der Kosterwiesenschule, die Modernisierung des Feuerwehrhauses und die Entwicklung von Bauland an, um nur einige große Projekte zu nennen.

Bürgerwerkstatt im Juli. Bikepark, der von Kindern, Jugendlichen und deren Familien mit Unterstützung der Gemeinde in Eigenregie gebaut wurde. Und ein Herbstbild von Baindt in Richtung Schussental. Fotos: Gemeinde Baindt
Bürgerwerkstatt im Juli. Bikepark, der von Kindern, Jugendlichen und deren Familien mit Unterstützung der Gemeinde in Eigenregie gebaut wurde. Und ein Herbstbild von Baindt in Richtung Schussental. Fotos: Gemeinde Baindt

Worauf freuen Sie sich?

In Zeiten der Distanz freue ich mich vor allem wieder auf mehr Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern. Außerdem freue ich mich auf die weitere Entwicklung der Ortsmitte im Austausch mit den Baindtern. Erste Veränderungen sind schon deutlich zu sehen. So hat im Fischerareal der Nahversorger Feneberg eröffnet und der Sulzmoosbach wurde offen gelegt. Dies dient dem Schutz vor Hochwasser und führt ganz neben bei zu mehr Aufenthaltsqualität.

Welchen Wunsch haben Sie?

Bei allem was wir tun, müssen wir uns nachhaltig entwickeln, sei es beim Bauen, bei der Schaffung von Infrastruktur vor Ort oder bei der Mobilität. Es liegt mir am Herzen, dass wir in Baindt auch zu Fuß und mit dem Fahrrad sicher von A nach B kommen.