Achstetten wächst weiter – Die Infrastruktur stimmt  Image 1

Achstetten wächst weiter – Die Infrastruktur stimmt

Achstettens Bürgermeister Kai Feneberg blickt zuversichtlich in die Zukunft. FOTO: SONJA NIEDERER

Kühnbach KG Kies + Beton

So wie auch in der Vergangenheit ist in Achstetten weiterhin ein Wachstum festzustellen. Die Zahl der Einwohner ist in den vergangenen sechs Jahren um 13 Prozent gestiegen.

ACHSTETTEN - „Eine besondere Herausforderung bei allem Wachstum ist die parallele Weiterentwicklung der erforderlichen Infrastruktur wie Schule, Kindertagesstätten, die Wasserversorgung sowie Abwasserbeseitigung und der sonstigen Einrichtungen“, sagt Bürgermeister Kai Feneberg. Auch die erforderliche Unterstützung der örtlichen Vereine und Gruppen müsse gepflegt werden, damit eine möglichst intakte Gemeinschaft weiterhin bestehen kann.

„Die letzten eineinhalb Jahre brachten viele Veränderungen mit sich, die für uns alle mit großer Kraftanstrengung verbunden waren und auch noch sind. Ich merke, dass es den Leuten langsam reicht und alle auf eine Besserung der Situation hoffen“, sagt Feneberg. „Momentan entspannt sich die Situation etwas und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kann wieder mehr Fahrt aufnehmen. Hoffen wir, dass die nunmehr geschaffenen Strukturen und Verfahrensweisen bezüglich dem Thema Pandemie generell und stetig Verbesserungen mit sich bringen.“

Die vergangene Zeit habe aber auch gezeigt, wie wertvoll gerade die gesellschaftlichen Dinge seien, so der Bürgermeister weiter. „Viele sehnen sich wieder nach sozialen Kontakten, die sehr wichtig sind und als Ausgleich dienen. Wichtige Säulen sind dabei auch unsere Vereine, Gruppen und engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich über viele Jahre hinweg mit ihren Veranstaltungen und Angeboten eingesetzt haben. Wie leer es ohne ihre Aktivitäten sein kann, haben wir nun erfahren müssen. Auch an diesem Beispiel zeigt sich, dass eine Gemeinschaft nur funktionieren kann, wenn Gemeinsamkeit auch gelebt wird.“

Viel Unterstützung habe er bei den verschiedensten anstehenden Aufgaben durch alle örtlichen Bereiche erlebt, was ihn beeindruckt habe, sagt Feneberg. „Toll war auch die Kreativität und Flexibilität, die dabei an den Tag gelegt wurde.“

Einiges überörtlich, zentral Organisierte wäre in den Gemeinden besser aufgehoben wie die Praxis gezeigt habe, findet Feneberg. „Eine gewisse Individualität und vor allem Spontanität sind gefragt. Hier wünsche ich mir mehr Vertrauen unserer Politik in die Gemeinden.“

Es sei zu spüren, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde groß ist und auch die Bedürfnisse Einzelner - nach Möglichkeit - Berücksichtigung finden. „Darauf können wir alle stolz sein, denn leider ist dies keine Selbstverständlichkeit.“ Alle, jeder in seinem Bereich, beruflich oder privat, müssten sich nach wie vor den anstehenden Themen stellen, auch wenn dies gerade teilweise extrem schwierig sei.

„Aber Stillstand bedeutet Rückschritt und den können wir gerade jetzt nicht gebrauchen“, sagt Feneberg. „Ich bin zuversichtlich, dass sich die Lage nun endlich mittelfristig entspannt und es wieder aufwärts geht, wobei wir dabei das eine oder andere überdenken und uns möglicherweise neu ausrichten sollten. Das bekannte Sprichwort ,Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen’ kann uns dabei hilfreich sein. Ich wünsche uns allen alles Gute und gutes Gelingen.“

Dass die Gemeinde Achstetten in punkto Infrastruktur gut aufgestellt ist, zeigt etwa, dass der Schulumbau in Achstetten noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Mit einem finanziellen Aufwand von rund fünf Millionen Euro wird derzeit die Grundschule in Achstetten erweitert und umgebaut. Neben dem Ganztagesbereich mit Mensa stehen dann zehn Klassenzimmer, Zusatzräume sowie mehrere Fach- und Gruppenräume zur Verfügung. Die Grundschule wird derzeit von 257 Kindern besucht.

Gut aufgestellt ist die Gemeinde auch in Sachen Kleinkinderbetreuung. Sechs Einrichtungen, je zwei in Achstetten und Stetten sowie je eine in Bronnen und Oberholzheim, stehen mit unterschiedlichen Betreuungsformen mittlerweile zur Verfügung.

Allerdings, so Bürgermeister Feneberg, werde es künftig jedoch nicht mehr möglich sein, alle Betreuungsangebote in allen Ortsteilen vorzuhalten. „Hier müssen aufgrund der räumlichen und baulichen Situation in den einzelnen Einrichtungen Schwerpunkte gesetzt werden, um den Wünschen der Eltern genügen zu können.“

Derzeit stehen in der Gesamtgemeinde 331 Betreuungsplätze zur Verfügung, von denen aktuell 299 belegt sind. Um den Bedarf weiterhin abdecken zu können, wird noch dieses Jahr mit dem Bau einer weiteren Einrichtung begonnen. Im früheren Schul- beziehungsweise Kindergartengebäude in Oberholzheim soll eine eingruppige Kinderkrippe mit zehn Betreuungsplätzen eingerichtet werden. Die Kosten hierfür sind mit rund 300 000 Euro veranschlagt.

„Auch die Nachfrage nach Wohnbauland in der Gemeinde ist weiterhin sehr hoch,“ sagt Bürgermeister Feneberg. Verstärkt werde dies durch die aktuelle Rechtsprechung bei der Bauplatzvergabe, die durch den dadurch stark erweiterten Bewerberkreis eine besondere Herausforderung für die Gemeinden darstelle.

„Durch ständig neue Urteile müssen die Vergaberichtlinien laufend aktualisiert werden, was zu einer Verunsicherung der Bauwilligen aber auch der Gemeinden bei der Vergabe führt. Zudem reglementiert die Landesregierung die Ausweisung von Neubaugebieten zunehmend. Auch die aktuelle Verunsicherung und wirtschaftliche Situation führen dazu, dass Bauland nur noch eingeschränkt erworben werden kann. So wird künftig weniger Bauland ausgewiesen werden können“, so Feneberg weiter.

Andererseits sei ein starker, privater Baudruck in den Ortsmitten feststellbar. „Leerstehende Gebäude werden durch Investoren abgerissen und durch Geschosswohnungsbau ersetzt. Um hier eine geordnete städtebauliche Entwicklung gewährleisten zu können, hat die Gemeinde begonnen, für verschiedene Innenbereiche Bebauungspläne aufzustellen“, so der Bürgermeister..

Die Coronapandemie schlage sich auch auf die Finanzen der Gemeinde nieder, sagt Feneberg. „Wie aktuelle Zahlen belegen, sind mittlerweile gravierende Verluste bei den finanziellen Einnahmen erkennbar.“ Zudem entstünden der Gemeinde durch Unterstützung und Pandemiebekämpfung Ausgaben, welche nicht geplant waren.

Dennoch halte die Gemeinde an den geplanten Projekten fest und investiere weiter, auch um die Wirtschaft dadurch zu unterstützen, so Feneberg. „Die umfangreiche Sanierung des Schlehenweges in Stetten sowie der Kapellenstraße in Bronnen sind zwei solcher kostenintensiven Projekte.“ Zudem sollen 16 Bauplätze im neuen Baugebiet „Berg“ in Bronnen erschlossen werden. Für Stetten wurde der Bebauungsplan „Unteres Feld I“ aufgestellt. son