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FV Bad Schussenried: Der Klassenerhalt ist im Jubiläumsjahr das primäre Ziel

Der FV Bad Schussenried will sich langfristig in der Landesliga etablieren. FOTO: FVS

Mit dem Ziel Klassenerhalt geht der FV Bad Schussenried die Saison 2021/22 in der Landesliga an. Diese steht auch im Zeichen des 100-jährigen Vereinsjubiläums. Zum Auftakt trifft der FVS im Heimspiel im Zellersee-Stadion am 8. August auf den FC Ostrach.
  

BAD SCHUSSENRIED - Insgesamt gut gelaufen ist laut Schussenrieds Cheftrainer Markus Stocker die Vorbereitung. „Jeder Spieler hat unterschiedlich auf die Belastung reagiert nach den acht Monaten Zwangspause“, sagt der 38-Jährige. „Beim einen oder anderen Spieler gab es immer wieder muskuläre Probleme. Wir werden aber gut gewappnet ins erste Spiel gehen.“

Die Testspielbilanz der Violetten war positiv. „Die Ergebnisse sind nicht entscheidend. Die Mannschaft hat sich gut präsentiert, spielerisch gute Ansätze gezeigt“, so Stocker. Die gute Leistung im WFV-Pokalspiel gegen den Oberligist FV Ravensburg (0:2) sei auch gut gewesen für die Psyche der Spieler. Die Zugänge Noah Richter (FV Olympia Laupheim A-Jugend) und Daniel Schmid (SSV Ulm 1846 A-Jugend ) hätten sich super integriert. „Sportlich sind sie auf jeden Fall eine Verstärkung und schon jetzt eine Alternative für die Startelf“, sagt der FVS-Cheftrainer. „Beide sind technisch gut ausgebildet.“ Schade sei, dass Daniel Metzger (Karriereende) und Oliver Zeh (zurück zum SV Winterstettenstadt) nicht mehr da sind. „Mit Daniel Metzger geht viel Erfahrung verloren“, so Stocker.

Der Kader für die neue Saison ist nach Ansicht des FVS-Cheftrainers in der Breite als auch in der Spitze gut aufgestellt. Es gebe eine sehr gute Mischung zwischen jungen und sehr jungen Spielern. Das außerordentliche Spielsystem der Saison 2021/22 mit einer kompletten Vorrunde, anschließender Meister- (1. bis 10. Platz) und Abstiegsrunde (Rang 11 bis 20) und insgesamt 28 Spieltagen sieht Stocker angesichts der Belastung durch die Corona-Situation als das Richtige an. Er wünsche sich grundsätzlich, dass die komplette Saison gespielt werden kann.

„Unser primäres Ziel ist es, schon nach der Vorrunde einen Platz unter den ersten zehn zu belegen und damit den Klassenerhalt sicher zu haben“, sagt der 38-Jährige. „Eine einfache Aufgabe wird es allerdings nicht, das ist uns bewusst. Wir müssen auf jeden Fall in jedem Spiel das Maximum abrufen.“ In der vergangenen, letztlich annullierten Saison, belegten die Schussenrieder Rang neun.

Das Auftaktspiel gegen den FC Ostrach am kommenden Sonntag, 15 Uhr, auf heimischem Gelände ist laut Stocker sehr, sehr wichtig, auch aufgrund des Saisonmodus. „Es ist das erste Heimspiel in der Punktrunde nach einer langen Vorbereitung“, so der FVS-Cheftrainer. „Ostrach ist ein Gegner auf Augenhöhe. Ziel ist ganz klar ein Heimsieg, um gut in die Runde zu starten.“ Fehlen werden am ersten Spieltag Daniel Schmid und Noah Richter, die beide im Urlaub sind. (feg)

100 Jahre FV Bad Schussenried

Am 3. April 1921 wurde der FV Bad Schussenried im damaligen Oberen Bräuhaus gegründet. Verantwortlich war Paul Jans, der auch zum ersten Vorstand des Vereins gewählt wurde. Er übernahm auch das Amt des ersten Trainers. Auf die 45 Mitglieder, darunter 40 aktive Fußballer, kamen keine leichten Zeiten zu. Es reichte noch nicht zu eigenen Trikots, geschweige denn für ein Spielfeld für die Heimspiele. Nach langwierigen Verhandlungen hatte jedoch die Gemeinde ein Einsehen und mit viel ehrenamtlicher Arbeit entstand der Sportplatz auf der Huebwiesen. Auch in spielerischer Hinsicht wurde dem Fußballverein nichts geschenkt, doch man schaffte den Aufstieg bis hin zur A-Klasse.

Erst nach Ende des 2. Weltkrieges konnte in Bad Schussenried wieder Fußball gespielt werden und man schaffte in der Saison 1950/51 den Aufstieg in die damalige 2. Amateurliga. Leider konnte die Klasse nicht gehalten werden und man musste bis zur Saison 1954/55 warten, bis der erneute Aufstieg perfekt war. Für den FV begann eine Ära, die mehr als 15 Jahre anhielt.

Ab der Saison 1969/70 wechselte der Verein die Ligen rauf und runter. Abgestiegen bis zur Kreisliga musste man bis zur Saison 1992/93 warten, ehe man wieder in die Landesliga aufstieg. 1995 konnte das eigene Stadiongelände mit Clubheim eingeweiht werden. Viel Arbeit und Einsatz gingen voraus und unvergessen beim FV der damalige Wegbereiter, der langjährige erste Vorstand Werner Petrul, der 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Seit den 2000ern wechselt man wieder zwischen der Bezirksliga Donau und der Landesliga Staffel IV. Seit dem letzten Aufstieg im Jahr 2019 hat man sich gut in der Landesliga etabliert und möchte dort langfristig bleiben.

Seit Frühjahr 2017 ist eine neue Vorstandschaft auf der Kommandobrücke des FV Bad Schussenried. Wichtig ist dem Verein, dass verstärkt auf die Jugend gesetzt wird. Nicht weniger als 17 Spieler der derzeitigen Ersten Mannschaft stammen aus der eigenen Jugend. Aktuell zählt der Verein knapp 400 Mitglieder, davon 150 Jugendliche. Neben den beiden Aktiven-Teams werden zehn Mannschaften von den A-Junioren bis zu den Bambini von ehrenamtlichen Trainern und Betreuern geleitet. Im November soll bei einer großen Gala das Jubiläum groß gefeiert werden.