Friedhöfe sind so vielfältig wie das Leben

„Friedhöfe sind Orte der Erinnerung und des Lebens“, betonen die Veranstalter des „Tags des Friedhofs“. FOTOS: BURGHART
Bereits 2001 wurde der „Tag des Friedhofs“ vom „Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau e.V“ ins Leben gerufen. Seitdem ist der bundesweite Aktionstag in Zusammenarbeit von Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, Städten und Gemeinden sowie Religionsgemeinschaften und Vereinen zu einem viel beachteten Event geworden. In diesem Jahr findet der „Tag des Friedhofs“ am Samstag, 21. September, und Sonntag, 22. September, unter dem Motto „Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude“ statt.

REGION - „Er ist bunt, er ist spannend und er ist abwechslungsreich“, teilt der Bund der Friedhofsgärtner zum diesjährigen Tag des Friedhofs mit. Dabei sei es Ziel, die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum den Menschen näherzubringen und so den Umgang mit den Themen „Tod und Trauer“ zu enttabuisieren.

Friedhöfe seien ganz besondere Orte, an denen man aber nicht nur trauern und Trost finden könne, heißt es weiter, „Friedhöfe bieten auch Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken.“ Friedhöfe seien aber weit mehr als Erinnerungs- und Trauerorte, so die Fachleute. „Sie können auch Zentren der Lebensfreude sein, denn hier erinnern sich Menschen oftmals an Schönes, kommen ins Gespräch miteinander und fassen Mut. Friedhöfe sind also auch Orte der Lebenden.“ Deshalb lädt der Tag des Friedhofs 2019 unter dem neuen Motto „Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude“ dazu ein, den Friedhof von einer anderen, lebensbejahenden Seite kennenzulernen.

„Friedhöfe haben viel zu bieten“, betont der Bund deutscher Friedhofsgärtner. „Sie sind ein Teil des Städte- und Gemeindelebens. Und das gilt für alle Generationen. Gerade für Kinder ist es spannend, sich altersgerechten Aktionen am Tag des Friedhofs mit dem Tod als Bestandteil des Lebens auseinanderzusetzen. Sie lernen den Friedhof dadurch auch als einen Ort des Lebens kennen.“ Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen könne die Trauer besser verarbeitet werden und im „grünen Kulturraum Friedhof“ könnten durchaus positive Gefühle wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl ausgelöst werden, betonen die Friedhofsgärtner.

Jedes Jahr am dritten Septemberwochenende soll den Menschen der Friedhof als Ort der Trauer, aber auch als Kulturstätte und eben auch als Ort der Lebenden nähergebracht werden, um so „Trauer und Tod“ zu enttabuisieren. Mit dem diesjährigen Motto „Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude“ will der Bund der Friedhofsgärtner deutlich machen, dass Friedhöfe nicht nur Orte des Abschiednehmens, sondern auch Orte der Begegnung und der Erinnerung sind. Außerdem soll der Friedhof allen Generationen, also älteren Menschen genauso wie deren Kinder und Enkel, als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte nähergebracht werden. „Es soll deutlich gemacht werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen, eine ruhige Mittagspause verbringen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte“, betont der Bund. Am Tag des Friedhofs beteiligen sich auch in der Region viele Blumengeschäfte, Floristikbetriebe und Steinmetze, um den Menschen die vielfältigen Ausdrucksformen von Friedhöfen zu verdeutlichen. In erster Linie sind Friedhöfe Orte für die Verstorbenen und Orte der Trauer. Friedhöfe sind aber auch Orte der Ruhe und der Erinnerung. Wird der Friedhof als „grüne Oase“ verstanden, kann er Treffpunkt der Generationen genauso sein wie ein Ort der Kunst und Kultur sowie der Lokalgeschichte. Außerdem, so die Organisatoren, seien Friedhöfe ein Teil des Stadt- und Gemeindelebens.

Als weiteren Zweck des „Tags des Friedhofs“ nennt der Bund deutscher Friedhofsgärtner Kinder an die Themen „Tod, Sterben und Trauer“ heranzuführen. „Beim Tag des Friedhofs können Kinder den Friedhof als Ort des Lebens kennenlernen und bauen somit gar nicht erst Abwehrreaktionen gegen ein Tabuthema auf“, so der Bund deutscher Friedhofsgärtner.

Durch Blumen und Pflanzen könne die Trauer besser verarbeitet werden, sagen die Friedhofsgärtner und antworten auf die Frage, wie ein Grab bepflanzt werden soll: „Wichtig ist vor allem, dass die Grabfläche harmonisch wirkt.“ Wie in einem Gartenbeet, sei jede Bepflanzung denkbar.

Wer mehr über den Tag des Friedhofs am 21. und 22. September 2019, die Veranstaltungsorte und ihre Programme erfahren möchte, findet weitere Informationen im Internet: www.tag-des-friedhofs.de Karl-Heinz Burghart
   
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