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Johannes Spreter Gemeindehaus wird eingeweiht

Das Erdgeschoss beherbergt den großen Saal, in dem an Tischen rund 140 Personen Platz finden können, bei Vollbestuhlung bietet er sogar 210 Menschen einen Sitzplatz. 

Am Sonntag ist es soweit, das neu erbaute Johannes Spreter Gemeindehaus, der evangelischen Kirchengemeinde wird eingeweiht. Nach der Bauabnahme Ende Juni und dem Einzug in das Haus, wird es der Öffentlichkeit vorgestellt.
 

Gesellschaft Beratender Ingenieure mbH

TROSSINGEN - Auf 467 Quadratmetern Nutzfläche ist ein Gebäude mit einem Bruttorauminhalt von 3747 Kubikmetern in Stahlbetonbauweise entstanden. Um die Elektrik zu installieren, wurden rund zehn Kilometer Kabel verbaut. Beheizt wird das Gebäude über eine Wärmepumpe, die Lüftungsanlage arbeitet mit Wärmerückgewinnung. Die Fenster sind dreifachverglast. All diese Daten hat Martin-Ulrich Messner parat, denn er hat während der gesamten Bauzeit als zweiter Vorsitzender der Kirchengemeinde den Bau begleitet. Was in Zahlen und Fakten so nüchtern klingt, wird den Gemeindegliedern einen Ort der Begegnung bieten, den sie künftig mit Leben erfüllen sollen und werden.

Die symmetrisch gestaltete Fassade enthält Elemente der Martin Luther Kirche, sowie der anderen benachbarten Gebäude. So fügt sich das Johannes Spreter Gemeindehaus nicht nur harmonisch in die Umgebung ein, „es bildet den letzten noch fehlenden Baustein, der den gesamten Platz fasst“, so bezeichnet es Lisa Springer, die verantwortliche Architektin des Stuttgarter Architekturbüro Hallmaier. „Die leicht schräg konzipierte Fensterleibung, sowie die ebenso schräg angelegten Simse sind in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege entstanden, um so eine Verbindung zur Kirche herzustellen“ erklärt Martin-Ulrich Messner. Für die Fassadenfarbe lautete der Anspruch, dass das Gebäude mit den Nachbargebäuden korrespondieren solle.

Das Innere des Gemeindehauses ist bewusst reduziert und gleichzeitig zeitlos gehalten. Sichtbeton für die Wandgestaltung, dunkle Bodenfliesen im Eingangsbereich, der räuchereiche Parkettboden im großen Saal. Zeitlose, massive Eichentüren, ein Treppenaufgang in dem sich der Sichtbeton fortsetzt, ein Designboden aus Vinyl in Eiche hell Optik. Diese Gestaltungselemente empfangen den Besucher. Durch die dunklen Akzente im großen Saal sollte dieser charakteristische Merkmale erhalten. „Das Kreuz aus dem Johannes Brenz Gemeindehaus haben wir übernommen und überarbeiten lassen“, sagt Messner. Es kommt an der hellen Wand sehr schön zur Geltung.

Im Obergeschoss befindet sich der Jugendraum, sowie ein weiterer teilbarer Raum für die Jugend- und die Gemeindearbeit. FOTOS: SILIVIA MÜLLER
Im Obergeschoss befindet sich der Jugendraum, sowie ein weiterer teilbarer Raum für die Jugend- und die Gemeindearbeit. FOTOS: SILIVIA MÜLLER

„Das gesamte Interieur wurde absichtlich schlicht gehalten. Durch die Möblierung, sowie durch die Menschen die darin wirken sollen die Räume gestaltet werden. Die Intention war es von Anfang an, dass sich die Farbakzente durch die Aktivitäten der Nutzer entwickeln“, erklärt die Architektin Lisa Springer. Die Aufteilung in dem neu erbauten Johannes Spreter Gemeindehaus ist klar. Das Erdgeschoss beherbergt den großen Saal, in dem an Tischen rund 140 Personen Platz finden können, bei Vollbestuhlung bietet er sogar 210 Menschen einen Sitzplatz. Er ist durch eine Faltwand teilbar. Dieser große Saal stellte die Fachplaner vor die Herausforderung, die Akustik zu gestalten. Die Lösung erfolgte über den Einbau von Hera Design Deckenplatten, die beidseits perforierte Faltwand und schwere Vorhänge an den raumhohen Fensterfronten. Aus einer mit modernen Geräten ausgestatteten Aufwärmküche können Speisen angeboten werden. Das barrierefreie WC befindet sich ebenso im Erdgeschoss.

Die Räumlichkeiten des neu erbauten Johannes Spreter Gemeindehauses werden am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Räumlichkeiten des neu erbauten Johannes Spreter Gemeindehauses werden am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Obergeschoss befindet sich der Jugendraum, sowie ein weiterer teilbarer Raum für die Jugend- und die Gemeindearbeit. Auch hier wurde das Akustikkonzept wie im Erdgeschoss umgesetzt. Die Toilettenanlage wurde im Obergeschoss untergebracht. Die Terrasse mündet in eine Treppe in Richtung Lupfenstraße. Über die gelangen die Besucher im Notfall ins Freie. Mit der Außengestaltung geht der Neubau wegen einer Lieferverzögerung in einigen Tagen auf die Zielgerade. Der Porphyr Belag vor dem Haus wird fortgesetzt. Ebenso fortgesetzt wird die Baumreihe mit der Pflanzung von zwei Bäumen vor dem Gemeindehaus. „Uns war es wichtig, einen hellen freundlichen Ort zu schaffen. Deshalb sollten die Räume über große Fensterfronten viel Licht erhalten“, erklärt Martin-Ulrich Messner. „Wir wollten ein Bauwerk schaffen, das Jeden anspricht“, erklärt Lisa Springer. Ob das gelungen ist, wird sich am Sonntag zeigen, wenn die Besucher ihr Urteil fällen. Silvia Müller

Einweihung

Die Einweihung des Johannes Spreter Gemeindehauses beginnt um 10 Uhr mit einem Freiluft-Gottesdienst, zu dem man sich anmelden muss. Einige Restplätze sind noch frei. Anschließend finden Führungen in kleinen Gruppen durch das Haus statt. Im Kirchgarten wird es eine Bewirtung geben. Selbstverständlich findet das gesamte Programm entsprechend geltender Corona-Regeln statt.