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Neues Dorfgemeinschaftshaus in Rißegg: „Wir bekommen viel mehr als nur ein Gebäude“, so Tom Abele


Der große Saal ist ein Highlight des neuen Dorfgemeinschaftshauses. Foto: Stadtverwaltung

Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit wurde das neue Dorfgemeinschaftshaus in Rißegg fertiggestellt und kann am 14. Mai feierlich eingeweiht werden. Hauptsächlich genutzt wird es von der Ortsverwaltung und der Kirchengemeinde St. Gallus.

RISSEGG - Ortsvorsteher Tom Abele ist begeistert: „Mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus ist ein wahres Juwel in Rißegg entstanden, wir bekommen viel mehr als nur ein Gebäude. Der Standort selbst markiert die neue Ortsmitte einer dynamisch wachsenden Ortschaft. Die Nutzung durch die Rißegg-Rindenmooser Gruppen und Initiativen mit ihren Angeboten für die Bevölkerung wird nicht nur den sozialen Zusammenhalt stärken, sondern auch zu einer Erhöhung der Lebensqualität im direkten Wohnumfeld beitragen.“

Hochbau & Gebäudemanagement der Stadt Biberach

Mit sehr viel Engagement hatten die Vertreter der Ortschaft Rißegg-Rindenmoos mehr als zehn Jahre an der Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses gearbeitet und mit Kirchengemeinde und Vereinen am Raumprogramm gefeilt.

2009 war erstmals ein Gemeinschaftshaus für Rißegg beantragt worden, das von Ortsverwaltung, katholischer Kirchengemeinde und von den zahlreichen Vereinen in Rißegg/ Rindenmoos genutzt werden kann. Diese Mehrfachnutzung stellte die Akteure vor große Herausforderungen, weshalb 2011 nach der Vorlage eines Raumprogramms durch die Verwaltung ein weiteres Raumprogramm durch die Initiativgruppe Dorfgemeinschaftshaus Rißegg erarbeitet wurde.

Münz Architekten

Im April 2013 beschloss der Gemeinderat, das Dorfgemeinschaftshaus an der Ecke der Zufahrtstraße zu den Parkplätzen und den Bushaltestellen des Bischof-Sproll-Bildungszentrums zu errichten. Die Frage des Raumprogramms war jedoch immer noch nicht geklärt. 2016 bildete sich daher eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung des ersten Raumprogramms aus dem Jahr 2011, die sich intensiv mit den noch vielen offenen Fragen beschäftigte.

Im Jahr 2017 konnte schließlich das überarbeitete Raumprogramm finalisiert werden. Demnach sollten ein Veranstaltungssaal, Sitzungszimmer, Bildungs- und Jugendräume der katholischen Kirchengemeinde St. Gallus sowie die Ortsverwaltung Rißegg/Rindenmoos Platz im neuen Dorfgemeinschaftshaus finden. Auf einer Netto-Programmfläche von insgesamt 464 Quadratmetern entfallen auf die Ortsverwaltung 70, auf die Kirche 85 und auf gemeinsam genutzte Räumlichkeiten 309 Quadratmeter.

Die Gesamtfläche von 464 Quadratmetern teilen sich Ortsverwaltung und Kirche. Foto: Herbert Geiger
Die Gesamtfläche von 464 Quadratmetern teilen sich Ortsverwaltung und Kirche. Foto: Herbert Geiger

Um die beste Lösung für dieses komplexe Bauvorhaben zu finden, wurden in einer Mehrfachbeauftragung fünf Architekturbüros zur Beteiligung am Planungsverfahren vorgeschlagen. Als Sieger des Wettbewerbs ging das Büro Münz Architekten Biberach hervor.

Ein Highlight ihres Entwurfs ist der große Saal mit Bühne, der vielfältige Nutzungen ermöglicht und einerseits modern ist, gleichzeitig aber wie eine Scheune anmutet und damit dem dörflichen Charakter Rißeggs entspricht. Für kleinere Veranstaltungen kann zudem das Foyer genutzt werden und der Platz vor dem Gebäude bietet sich für Feste und Veranstaltungen unter freiem Himmel an. Nach Einschätzung von Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann stellt dies ein besonderes architektonisches Glanzstück dar: „Dem Team von Münz Architekten Biberach ist es gelungen, ein wirkliches Zentrum in Rißegg zu kreieren, ohne dass das Gebäude an sich den Platz dominiert.“

Geschaffen wird dieser Raumeindruck durch die besondere Anordnung der Gebäudeteile: Das Dorfgemeinschaftshaus besteht aus zwei versetzt zueinanderstehenden hölzernen Baukörpern mit Satteldach, die durch einen gläsernen Flachbau verbunden sind, in dem sich Foyer, Küche und WC befinden. Funktional können die verschiedenen Bereiche des Hauses jedoch auch jederzeit getrennt betrieben werden. Die kirchlichen Räume werden direkt vom Dorfplatz aus betreten, ein zweiter Zugang besteht zudem über den gemeinsamen Windfang. Über diesen Windfang gelangt man auch zur Treppe ins Obergeschoss, wo sich die Ortsverwaltung befindet. Zu den Öffnungszeiten der Ortsverwaltung muss daher nicht das ganze Foyer geöffnet werden. Die überwiegende Zahl an Stellplätzen ist nördlich des Dorfgemeinschaftshauses untergebracht, darunter auch die für den Sportbereich nachzuweisenden Stellplätze im Nordosten.

Die Kosten für das Dorfgemeinschaftshaus belaufen sich auf insgesamt vier Millionen Euro, wovon die Kirchengemeinde St. Gallus rund 400 000 Euro übernimmt. Das Dorfgemeinschaftshaus erfüllt den energetischen Standard KfW55. Das Dach über der Ortsverwaltung trägt eine Photovoltaikanlage. Beheizt wird das Gebäude mit Nahwärme aus dem Biomassehof Zell. (red)