Die „kleinen Freiheiten“ der gelockerten Beschränkungen jetzt nicht leichtfertig auf’s Spiel setzen

Beim Einkaufen muss auf die Hygienevorschriften und -empfehlungen geachtet werden.
Nach wochenlangem Stillstand sind am Montag erste Lockerungen der Corona-Einschränkungen in Kraft getreten, die eine Öffnung von vielen Ladengeschäften wieder erlauben.

REGION - Die aktuelle Regelung gilt für kleine und mittelgroße Geschäfte, deren Verkaufsfläche unter 800 Quadratmeter liegt. Unabhängig von der Größe ihrer Verkaufsflächen dürfen auch Kfz-, Fahrradhändler und Buchhandlungen ihre Türen wieder öffnen. Ein kleines Stück Normalität und ein vorsichtiger erster Schritt, um den Einzelhandel vor Ort wieder in Gang zu bringen. So hat es die Landesregierung in einer Richtlinie festgelegt. Die sinkende Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist ein Indiz dafür, dass die Maßnahmen und deren strikte Einhaltung in den letzten Wochen Wirkung gezeigt haben. Die Verdopplungszahl beträgt in Baden-Württemberg derzeit 34 Tage, die Reproduktionszahl wird mit 0,6 angegeben. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder mit dem Coronavirus Infizierte deutlich weniger als eine weitere Person ansteckt und somit die Zahl der Neuerkrankungen abnimmt.

Dass mit der Öffnung von Geschäften nicht wieder alles beim Alten ist, dürfte aber jedem klar sein. Das Coronavirus wird nicht so schnell wieder verschwinden und auch nichts von seiner Gefährlichkeit verlieren. Deshalb bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel den momentanen Zustand als „zerbrechlichen Zwischenerfolg“.
  
Die Geschäfte haben wieder geöffnet. Trotzdem gilt: „Abstand zu Fremden halten“.
Die Geschäfte haben wieder geöffnet. Trotzdem gilt: „Abstand zu Fremden halten“.
Die Rückkehr zur Normalität wird also nur sehr behutsam und vorsichtig, in kleinen Schritten und mit viel Geduld stattfinden können. Das heißt auch, dass die strengen Kontaktverbote weiterhin bestehen bleiben. Das Risiko einer neuen Infektionswelle, die die mühsam erreichten Fortschritte zunichte machen würde, wäre verheerend für uns alle. Und das würde uns auf Monate zurückwerfen. Aus diesem Grund gelten für alle Geschäfte, die seit Montag wieder geöffnet sein dürfen, strenge Konzepte zur Einhaltung von Hygienevorschriften. Das heißt Desinfektion, Abstand und nur eine begrenzte Anzahl von Kunden innerhalb der Verkaufsräume. Aber die Unternehmer und Ladeninhaber haben sich auf die geforderten Auflagen vorbereitet und sind jetzt erstmal froh und erleichtert, dass sie ihre Geschäfte wieder öffnen können. Einige Investitionen für die Hygienevorschriften seien für die Unternehmer auf alle Fälle besser, als die komplette Schließung der Läden, ist man sich einig.

So sehr wir alle unser gewohntes Leben wieder zurückhaben wollen, so sehr wir alle zunehmend unter den strikten Kontaktbeschränkungen leiden, so sehr wir einen wesentlichen Teil unseres Lebens, nämlich die Kontakte zu Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, vermissen: Für eine Entwarnung ist es noch viel zu früh. Schätzen und genießen wir also fürs Erste die kleinen Freiheiten, die wir seit dem vergangenen Montag haben.

Und die sollten wir nicht leichtfertig und gedankenlos aufs Spiel setzen. Denn damit wäre niemand gedient. Die derzeitige Gratwanderung in der Corona-Krise kann ansonsten sehr schnell zu einem verhängnisvollen Absturz führen. Unterstützen wir jetzt unseren lokalen Handel unter Einhaltung der vorgeschriebenen Auflagen und Vorschriften. Ob die aktuelle Lockerung der Corona-Beschränkungen Schritt für Schritt weitergeführt und ausgebaut werden kann, werden die Infektionszahlen in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Und allen muss klar sein: Nur wenn wir uns an die vorgegebenen Regeln halten, können weitere Lockerungen der Corona-Vorschriften folgen.

Der Einstieg in den Ausstieg verlangt viel Disziplin

Durch die erste Lockerung der Corona-Beschränkungen können längst noch nicht alle Gewerbetreibenden ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Vor allem dem Dienstleistungssektor und der Gastronomie sind nach wie vor die Hände gebunden. Und die sind aktuell in besonderem Maße bedroht sowie auf unsere Unterstützung angewiesen. Helfen wir also konkret und investieren wir jetzt gezielt in Form von Gutscheinen, die wir später einlösen können. Dadurch können wir das Überleben dieser Unternehmen gewährleisten und sichern. Oder zumindest einen großen Teil dazu beitragen.

Die Infrastruktur in unseren Orten und Städten lebt auch von dieser Branche: Sie gibt ihr das besondere Flair, auf das wir nicht verzichten wollen, das wir schätzen und das wir in unserer Freizeit so gerne genießen. Nicht vorstellbar, wenn wir nach Corona eine verwaiste Innenstadt vorfinden würden. Also handeln wir jetzt, denn noch ist dafür Zeit.

Wir sind auf dem richtigen Weg, wir haben aber noch ein ordentliches Stück vor uns. Aktuell heißt es, die bestehenden Beschränkungen möglichst exakt einzuhalten. Jetzt werden die Weichen gestellt, wie lange und mit welcher Intensität und Vehemenz die Beschränkungen aufrecht erhalten bleiben müssen. Der kontrollierte Einstieg in den Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen kann nur gemeinsam gelingen, das erfordert weiterhin von uns allen viel Disziplin. Wir dürfen uns im Moment nicht täuschen lassen: Die ersten Erfolge sind brüchig. Wir sollten sie nicht leichtsinnig verstolpern, sondern konsequent bleiben. Auch wenn es uns zunehmend schwerer fällt.

Darauf dürfen wir uns freuen

Für’s Familien-Picknick lassen sich leckere Rezepte ausprobieren. FOTOS: COL/OH
Für’s Familien-Picknick lassen sich leckere Rezepte ausprobieren. FOTOS: COL/OH
Der Frühling ist da. Und in anderen Jahren hätten wir jetzt die Saison für die Biergärten eingeläutet oder erste Ausflüge unternommen. Aber 2020 ist durch die Corona- Krise alles ein bisschen anders. Statt den Kopf aber in den Sand zu stecken, freuen wir uns lieber darauf, dass all das irgendwann wieder möglich sein wird. Und bis dahin gibt’s vielerlei Dinge auf die wir uns auch in Corona-Zeiten freuen können.

REGION - Auch wenn durch die Corona-Krise alles anders ist, bietet der Frühling, mit seinen längeren Tagen und der warmen Sonne, vielfältige Möglichkeiten sich auf den Sommer und über die erwachende Natur zu freuen. Hier eine „Liste der kleinen Dinge“, die wir in der momentanen Situation unternehmen können. Und weil die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sind alle Leserinnen und Leser eingeladen, sie mit ihren eigenen Gedanken und Ideen zu ergänzen.

Im heimischen Garten wieder Eis schlecken, dabei die vorbeiziehenden Wolken am Himmel beobachten und sich dazu Geschichten ausdenken. Mit den Wolken können die Gedanken auch in die Ferne schweifen, zu Urlaubszielen, die heuer in Frage stehen oder zu den Verwandten und Bekannten, die wir im Moment nicht besuchen dürfen.

In ein neues Paar Schuhe schlüpfen oder einen neuen, leichten Mantel anprobieren. Dank der Wiedereröffnung der Geschäfte können wir uns nun in den Boutiquen über die neuesten Frühlingstrends informieren. Aber trotz aller Freude an der aktuellen Frühjahrsmode, müssen die Sicherheitsabstände und die Hygienevorschriften unbedingt eingehalten werden.

Sich neue Inspirationen im Blumenladen holen und den Garten für den Sommer vorbereiten. Vielleicht findet sich dabei eine neue Pflanzenart oder wir finden jetzt die Muße, einen eigenen kleinen Kräutergarten anzulegen.

Das Fahrrad auf Vordermann bringen, um dann ausgedehnte Touren durch die Region oder über die Schwäbische Alb zu machen. Dabei neue Wege und Gegenden erkunden und schon mal an der Sommerbräune „arbeiten“.

Ein Familien-Picknick veranstalten und dabei dieses eine Rezept ausprobieren, dass wir schon immer mal ausprobieren wollten. Und irgendwann gibt’s auch wieder die Möglichkeit, das jetzt ausprobierte Rezept für die Freunde zu kochen, braten oder grillen.

Jetzt schon Verabredungen mit Freunde und Familie planen, die zwar erst in einem halben Jahr stattfinden, dafür umso schöner ausfallen werden. Hier kann schon mal das neu ausprobierte Rezept in Aussicht gestellt werden, um den Lieben den Mund schon mal wässrig zu machen.

Nach einem langen Tag im Home-Office kann der Grill angeschmissen werden. Sich über den Grillgeruch, der dann über dem Garten hängt, zu freuen, ist sicher eine willkommene Entspannung nach einem anstrengenden Tag im Home-Office.

Die momentan klaren Frühlingsnächte bieten sich geradezu an, mal in die Sterne zu gucken. Wir alle kennen sicher den „Großem Wagen“, aber sonst nicht viele der Sternbilder. Jetzt ist die Gelegenheit ein oder zwei weitere Sternbilder zu entdecken. Wer tagsüber Informationen zu den Sternen im Internet sucht, wird die funkelnden Sternbilder am Nachthimmel sicher schnell finden. Und daraus kann sogar ein „Such-Wettbewerb“ für die ganze Familie entstehen.

Datenschutz