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Ein bisschen Kaffeehauskultur im Café Bochtler in Bad Saulgau

Bäckerei und Konditorei Bochtler seit zehn Jahren in Bad Saulgau

In den Bochtler-Cafés (hier das in der Filiale Bad Saulgau, mit dem Café Rosengarten in der Friedrichstraße gibt es noch ein zweites) sollen die Kunden ein bisschen Wiener Kaffeehauskultur erleben.

Bad Saulgau - Es musste einfach so kommen: Vor zehn Jahren, am 7. November 2011, eröffnete die Bäckerei und Konditorei Bochtler aus Riedlingen eine Filiale mit Café in Bad Saulgau. Zum einen stammt der mütterliche Teil der Inhaber-Brüder Frank und Michael Bochtler aus Bad Saulgau (Barbara Bochtler, geb. Oßwald, Oma Klara Oßwald, heute stolze 93 Jahre alt), zum anderen ist die Tatsache, dass Saulgau ewig lange zu Vorderösterreich gehörte, auch nicht ganz unwichtig. Denn Frank Bochtler machte seinen „Zuckerbäckermeister“, was dem deutschen Konditormeister entspricht, in Wien, von wo er auch seine Frau Gilde mit ins Oberschwäbische brachte.
   

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Da 2014 noch der Standort Mengen hinzukam, ist die Bäckerei und Konditorei Bochtler heute in drei der fünf ehemaligen vorderösterreichischen „Donaustädten“ vertreten. Damit ist es aber auch schon genug mit der Expansion. Noch mehr Filialen würden nur auf Kosten der Qualität gehen. Und das wollen die Brüder Bochtler auf keinen Fall, „auch wenn wir dafür mehr Geld ausgeben müssen“.

Bochtler

Ob nun bei Backwaren aller Art, Torten, Pralinen und selbstgemachtem Eis - die Qualität ihrer Waren steht über allem. So werden fast ausschließlich hochwertige und wo immer es geht, frische Produkte verwendet. Auch der Umweltgedanke und die damit verbundene Nachhaltigkeit sind den Bochtlers extrem wichtig. So beziehen sie ihre Rohstoffe zum großen Teil regional, den Hauptrohstoff Mehl beispielsweise aus einer Illertisser Getreidemühle – und ergänzen sie mit fair gehandelten Produkten im Schokoladen- und Kaffeebereich. Damit tragen sie ihren Teil zum Status der Fair-Trade-Stadt Bad Saulgau bei. Tabu sind auch Dinge wie Dosenobst und Backmittel. Stattdessen kommen Frischobst und unbehandeltes Mehl (ohne Ascorbinsäure) zum Einsatz.

Auch die Kunden, die in die Cafés kommen, sollen sich rundum wohlfühlen. „Viele Bäcker haben die Selbstbedienung eingeführt, wir stehen fürs genaue Gegenteil“, erläutern die Inhaber, die den Betrieb in dritter Generation führen. Die Kunden werden an den Tischen bedient. Zusammen mit den hochwertigen Konditorei- und Confi serie-Produkten wollen die Bochtlers ein bisschen Wiener Kaffeehauskultur vermitteln. Dieses Niveau darf es dann schon sein.
„Wir sind optimistisch, weil uns die Gäste auch während Corona die Treue gehalten und unterstützt haben“, sagt Matthias Aleker. In dieser Zeit hätten sie „Essen to go“ angeboten und mit Aktionen die Kundschaft begeistert.

„Es war also wirklich ein Herzenswunsch von uns, auch nach Bad Saulgau zu kommen“, sagen Frank und Michael Bochtler, der u.a. seine Qualitäten als Bäckermeister in den Betrieb mit einbringt. Auch der Bad Saulgauer Zweigbetrieb entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte. Von den fünf festangestellten Vollzeitkräften gehören drei zu den „Gründungsmitgliedern“, zwei sind seit fünf Jahren da. Kein Zufall: Die Bochtlers kümmern sich um ihre Mitarbeiter. So wurden beispielsweise während Corona die Löhne erhöht.

Während Corona haben Frank und Michael Bochtler mit viel Engagement und Feinarbeit ihr hauseigenes Eis kreiert, denn sie sind ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Verbesserungen. Unter dem Namen „Botiqua“ vertreiben sie nun verschiedene, teils außergewöhnliche Sorten wie „Apfelkuchen“ und „Schwarzwälder Kirschtorte“. Zudem stellen sie für Firmen und Behörden individuelle Pralinen mit dem gewünschten Geschmack und den jeweiligen Logos her. Auch Hochzeitstorten und solche mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild gehören zum Portfolio. Der Fendt-Traktor zum 70. Geburtstag eines Landwirts ist nur ein Beispiel dafür. Christian Schwarz