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Bundestagswahl 2021: Ravensburger Kandidaten sind erfolgreich bei Wahlen

Superwahljahr mit teils überraschenden Ergebnissen

Heike Engelhardt (SPD) weiß am Wahlabend noch nicht, dass sie es ins Parlament geschafft hat. ARCHIVFOTO: ELKE OBSE

RAVENSBURG - 2021 ist eines der seltenen Superwahljahre, in denen sowohl der baden-württembergische Landtag als auch der Deutsche Bundestag neu zusammengesetzt werden. Ravensburg liegt dabei im März zunächst im Landestrend. Mit einer deutlichen Mehrheit von 9,4 Prozentpunkten lässt der Grünen-Politiker Manfred Lucha seinen CDU-Kontrahenten August Schuler hinter sich. Dennoch schafft auch der Ravensburger CDU-Politiker über die Zweitauszählung den Wiedereinzug ins Parlament.

Historisch dann das Ergebnis der Bundestagwahl im September. Erstmals gelingt vier Abgeordneten vier unterschiedlicher Parteien aus dem Wahlkreis Ravensburg der Sprung nach Berlin. Das Direktmandat verteidigt – allen vorherigen Unkenrufen und manchen Umfragen zum Trotz – der Weingartener Jurist Axel Müller (CDU). Sein enormer Fleiß und die kontinuierliche Arbeit im Wahlkreis haben sich ausgezahlt, sodass der schwache Kanzlerkandidat der Christdemokraten ihn nicht wie viele andere CDU-Leute mit ins Verderben zieht. Auch die langjährige Ravensburger Grünen-Abgeordnete Agnieszka Brugger zieht über die Landesliste wieder locker in den Bundestag, ebenso Benjamin Strasser aus Berg für die FDP. Der 34-jährige Jurist, der als Terror-Experte gilt, macht nach der Wahl weiter Karriere: Er kommt als Parlamentarischer Staatssekretär ins FDP-geführte Justizministerium. Der größte Coup aber gelingt der bodenständigen Ravensburger Sozialdemokratin Heike Engelhardt. Getragen durch den neuen SPD-Hype um Olaf Scholz schafft sie trotz eher mittelmäßigem Platz auf der Landesliste den Ersteinzug in den Bundestag. (vin)