Das HZG ist jetzt eine der modernsten Schulen Deutschlands – 2022 wird fidel Image 1

Sigmaringens Bürgermeister Dr. Ehm: Das HZG ist jetzt eine der modernsten Schulen Deutschlands – 2022 wird fidel

  

Ist das nicht ein Waschsalon? Tatsächlich forscht Prof. Dr. Benjamin Eilts in einem der Labore der dieses Jahr eröffneten Modellfabrik an einem aktuellen Thema: Wie lassen sich Corona-Keime durch das Wäschewaschen abtöten? FOTO: HESCHELER

Traurig, dass wegen Corona Sigmaringens ureigene Veranstaltung „Sig on Ice“ abgesagt werden musste – wie so vieles andere auch. Sigmaringens Bürgermeister Dr. Marcus Ehm kann aber auf zahlreiche Highlights in diesem Jahr blicken, die vor allem baulicher Art sind. Nach der energetischen Sanierung gehört das Hohenzollern-Gymnasium zu den modernsten Schulen Deutschlands, mit der Modellfabrik wurde der Innovationscampus komplettiert, beides wichtige Bauvorhaben für die Stadt. Und 2022 steht dann – heiter und fidel(is) – ganz im Zeichen des Sigmaringer Stadtpatrons.

Was waren aus Ihrer Sicht die drei Highlights 2021 in Sigmaringen?

Dr. Marcus Ehm: Die Highlights waren für mich drei große Baumaßnahmen, die für Sigmaringen besonders zukunftsträchtig sind.

Gleich zu Beginn des Jahres konnten wir die energetische Sanierung und Erweiterung des Hohenzollern-Gymnasiums abschließen. Neben der umfassenden Sanierung und Modernisierung strukturierte das HZG auch den Raumplan völlig neu und anstelle des Klassenzimmers trat das Fachraumprinzip: Die ganze Schule ist nun in Fachbereichen organisiert, die einen optimalen Rahmen für einen fachgerechten, zeitgemäßen und schülernahen Unterricht bieten. Durch das flächendeckende WLAN an der Schule ist es möglich, überall mit einem digitalen Endgerät zu arbeiten. Alle Unterrichtsräume sind mit Laptop, interaktiver Tafel und Dokumentenkamera ausgestattet. Mit dieser modernen Infrastruktur bietet das HZG unseren Sigmaringer Schülern die besten Voraussetzungen. Ich möchte sogar so weit gehen und das HZG als eine der modernsten Schulen Deutschlands bezeichnen.


Im Mai 2021 konnten wir die Modellfabrik auf dem Innovationscampus eröffnen. Etwa drei Jahre nach der Grundsteinlegung nahm mit ihr nach dem Innovations- und Technologiezentrum und der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung nun die dritte und letzte Säule des Innovationscampus auf dem ehemaligen Kasernengelände ihren Betrieb auf. Der Innovationscampus bildet von nun an eine wichtige Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft, um die Wirtschaftskraft und Innovationsfähigkeit der Region nachhaltig zu stärken. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt ca. 19 Mio. Euro setzen wir hier ein klares Zeichen für die wirtschaftliche Zukunft Sigmaringens. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) fördern das Projekt mit ca. 70 % der Gesamtkosten.

Mein drittes Highlight 2021 war die Eröffnung von „Karls Hotel“. Die exponierte Lage an der Donau, nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt, bietet unseren Besuchern, ob geschäftlich oder privat in Sigmaringen, einen einzigartigen Aufenthalt. Und auch für Sigmaringen selbst ist das Hotel mit der Hotelbar und der unvergleichlich schönen Terrasse ein neuer Treffpunkt geworden. Ich freue mich schon auf viele laue Sommerabende, an denen der herrliche Blick auf das Schloss nur durch das Kulturprogramm auf der Donaubühne Konkurrenz bekommt.

Was wird aus Ihrer Sicht 2022 das wichtigste Ereignis in Sigmaringen sein?

Das Jahr 2022 wird zunächst ganz im Zeichen unseres Stadtpatrons, dem Heiligen Fidelis, stehen. Anlässlich seines 400. Todestags stellt die katholische Kirche ein umfangreiches Festprogramm auf die Beine, das wir von städtischer Seite natürlich unterstützen und begleiten. Auf der Verbindung zum Heiligen Fidelis basiert auch unsere Städtepartnerschaft mit Feldkirch in Österreich, die wir 2022 weiter ausbauen und intensivieren. Besonders freuen wir uns daher, dass das Fidelis-Musical auch in Feldkirch aufgeführt wird. Ein weiteres Highlight erwartet Sigmaringen mit der offiziellen Beurkundung der Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Thann, die wir im Juni mit einem großen Bürgerfest feiern möchten. Die enge freundschaftliche Verbindung mit Thann besteht schon seit den 1960er Jahren.

Corona hat uns zum Jahresende erneut im Griff. Müssen wieder Weihnachts- und Neujahrsaktionen ausfallen? Oder kann mehr stattfinden als vergangenes Jahr?

Schweren Herzens entschieden wir gemeinsam mit dem SV Sigmaringen, dem eigentlichen Veranstalter, den Weihnachtsmarkt abzusagen. Nach der gelungenen Premiere 2019 sollte dieser über den 1. Advent nun zum zweiten Mal auf dem Karlsplatz stattfinden. Doch das Infektionsgeschehen wie auch wirtschaftliche Gründe sprachen eindeutig gegen eine Durchführung. Hinzu kam die planerische Unsicherheit, welche zusätzlichen Regelungen die neue Corona-Verordnung kurzfristig noch mit sich gebracht hätte.

Aus den gleichen Gründen konnte auch unsere ureigene Veranstaltung „Sig on Ice“ nicht stattfinden. Unsere Kindergärten und Schulen tun täglich alles dafür, um gerade unter den vielen noch ungeimpften Kindern und Jugendlichen das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Da hätte es einfach nicht gepasst, wenn wir als Stadt für diese Hauptzielgruppe, nämlich Familien mit Kindern und Jugendliche, dann ein geselliges Freizeitprogramm anbieten.

Die Ortsvorsteher unserer Teilorte Gutenstein, Jungnau, Laiz, Oberschmeien und Unterschmeien schlossen sich den Entscheidungen der Stadtverwaltung an und sagten die dörflichen Adventsund Weihnachtsveranstaltungen ab.

Auf den Neujahrsempfang müssen wir 2022 hingegen hoffentlich nicht verzichten. Diesen haben wir als Frühjahrsempfang vorsorglich in den März verlegt, in der Hoffnung, dass sich das Infektionsgeschehen bis dahin wieder beruhigt und wir guten Gewissens gemeinsam in das (Früh-) Jahr 2022 starten können.

Was passiert nächstes Jahr mit der Fasnet, in welchem Umfang wird sie stattfinden können?

Grundsätzlich unterliegt die Entscheidung in erster Linie den dann geltenden Vorgaben von Seiten der Landes- und der Bundesregierung. Wir wünschen uns natürlich, dass das Infektionsgeschehen möglichst viele Traditionen und Veranstaltungen zulässt. Die Vereine können sich auf jeden Fall darauf verlassen, dass die Stadt ihre Pläne innerhalb des rechtlichen Rahmens unterstützt. In Sigmaringen bestehen enge Verbindungen zwischen Rathaus und Fasnet, die ich als großer Fasnetsnarr wie auch als Bürgermeister natürlich mittrage. Ich hoffe daher, dass wir diese – für mich wunderschöne – Tradition im kommenden Jahr wieder in vollen Zügen genießen können, selbstverständlich aber nur, wenn hierfür verantwortbare Voraussetzungen bestehen.

Frohe Feiertage!

Liebe Leserinnen und Leser, wer Anfang des Jahres geglaubt hat, mit dem Corona-Impfstoff sei das Virus endgültig besiegt, der wurde bitter enttäuscht. Durch Fehler und Versäumnisse der Politik, die Unvernunft und Verantwortungslosigkeit vieler Bürger und eine viel zu niedrige Impfquote sind die Inzidenzzahlen erwartbar explodiert. Deswegen gehen wir jetzt in den zweiten von scharfen Corona-Maßnahmen bestimmten Winter.

Corona war natürlich auch 2021 das dominierende Thema. Es gab aber noch zahlreiche andere, wie diese Beilage zeigt. Wir fragten die Bürgermeister der Region, wie ihre Kommunen das Jahr 2 Corona hinter sich gebracht haben. Was waren die drei Highlights in Ihrer Stadt/Gemeinde? Was wird 2022 das wichtigste Ereignis sein? Und – auch ganz wichtig – wie sieht es mit der Fasnet aus?

Viel Spaß beim Lesen. Freuen Sie sich auf interessante Antworten und Einsichten.

Verlag und Redaktion wünschen Ihnen allen ein besinnliches Fest und dass Sie all Ihre Lieben über die Feiertage treffen können. Bleiben Sie gesund!

Herzlich, Ihr
Christian Schwarz
Redakteur