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Guido Wolf wird 60


Guido Wolf nimmt gerne am Blutritt in Weingarten teil. Die Pflege schwäbischer Traditionen ist ihm wichtig.

Der CDU-Politiker Guido Wolf feiert am heutigen 28. September sein 60. Jubiläum. Der ehemalige Tuttlinger Landrat hat eine beachtliche Karriere hinter sich, die noch immer nicht vorbei ist.

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REGION – Der gebürtigte Weingartener ist bereits seit seinem 27. Lebensjahr mit Tuttlingen vertraut. Hier in Tuttlingen fing seine berufliche Karriere an: Als Amtsleiter sowie Rechts- und Verkehrsleiter verbrachte Wolf hier drei Arbeitsjahre, bevor es ihn ins Verkehrsministerium nach Stuttgart zog. Darauf folgten Tätigkeiten als Richter an Verwaltungsgericht in Sigmaringen und als Referatsleiter im Staatsministerium Baden-Württemberg.

Im Jahr 1996 fiel die Wahl zu Nürtingens Erstem Bürgermeister auf Wolf. Vier Jahre später kam er dann jedoch zurück nach Tuttlingen, wo er bis 2011 Landrat des Landkreises war. 2006 bis 2021 war er als Abgeordneter für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg.

Doch für eine Sache ist Guido Wolf besonders bekannt: seine Heimatverbundenheit und die Liebe zur heimischen Sprache – dem Schwäbischen. In dieser trägt er gerne Gedichte mit dem ein oder anderen Seitenhieb gegen die Tagespolitk vor. So nahm er dieses Jahr auch am „Mundart-Feschdival“ in Riedlingen teil und versuchte sich als Kabarettist.

Generell ist der Mundartpoet sich für keinen Spaß zu schade. So überreichte er Angela Merkel 2015 auf dem Karlsruher Bundesparteitag ein symbolisches Present: einen Plüschwolf. Während nicht jeder der Kollegen seinen Humor teilt, zeigte sich die Bundeskanzlerin gelassen.

Aber nicht nur Wolfs Dialekt zeigt seine Heimatverbundenheit. Oberschwäbische Traditionen kommen beim Jubilanten nicht zu kurz. Ganze 40 Mal hat er bereits am Weingartener Blutritt teilgenommen.

Man sieht, mit seinen 60 Jahren hat Guido Wolf so einiges erlebt. Das soll allerdings nicht heißen, dass er sich jetzt zur Ruhe setzt. Als neuer Präsident des baden-württembergischen Blasmusikverbands löste er erst kürzlich Rudolf Löberle ab. Der CDU-Politiker spielt selbst Klarinette und Schlagzeug. In seinem neuen Posten geht es ihm vorest vor allem darum, Musikvereine aus der Coronakrise zu führen und den Stellenwert der Blasmusik in der Politik zu verdeutlichen.
  

„Politische Logik“

Ein exklusiver Auszug aus Guido Wolfs Dichtkunst in Schwäbischer Mundart:

Sagt ein Schwarzer mal zu dir „Zwei und nochmal zwei gibt vier“, musst als Roter du verneinen, dir zuliebe und den Deinen. Stellt dann aber tags darauf Rot die Gegenthese auf, die alleine richtig sei:

„Vier besteht aus eins und drei“ protestiert aus reinem Sport Schwarz und widerspricht sofort. Meldet sich auf off’ner Bühne jetzt auch schließlich noch der Grüne, komplettiert das ganze Spiel: „Vier mal eins gibt grad so viel“, kontert Gelb vom Zorn getrieben: „Unsinn, vier ist elf weg sieben“. Dies erklärt zu jeder Frist, was politisch logisch ist. welt.de