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Sie haben den Berg in die Stadt geholt

Mehr als zehn Jahre hat die Biberacher Sektion des DAV von einer Halle geträumt. FOTOS: TAB

Für die Biberacher Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) geht mit der Realisierung der Kletterhalle endlich ein lang gehegter Traum in Erfüllung, für den sie hart gearbeitet haben. Denn das Projekt hatte in der Vergangenheit einige Herausforderungen zu meistern.

BIBERACH - „Die Idee zu einer großen Halle gab schon seit über zehn Jahren“, berichtet Klaus Hassler, erster Vorsitzender und Jugendreferent der DAV Sektion Biberach. „Eigentlich wollte unsere Sektion schon immer eine eigene Halle haben und bauen.“

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Zwar habe es bis vor sechs Jahren in der Biberacher Freiburger Straße eine kleine Halle gegeben, in der die Kletteraktivitäten des Vereins stattgefunden hätten, doch diese habe man aufgrund der Kündigung des Betreibers aufgeben müssen. 

Der Wunsch nach einer eigenen Kletterhalle wurde innerhalb des Vereins stärker. Allerdings musste die Biberacher Sektion das ambitionierte Projekt im Jahre 2019 aus Kostengründen auf Eis legen. 

Doch als der Uttenweiler Bauunternehmer Mathias Fritschle in der Zeitung davon erfuhr, bot er einen Planentwurf an, der mit Kosten von 2,8 Millionen Euro laut dem Biberacher DAV-Schatzmeister und Bauleiter Michael Hermann auch für den Verein finanzierbar war. Die Stadt Biberach, der DAV sowie der Württembergische Landessportbund beteiligten sich und bezuschussten das Bauvorhaben mit insgesamt rund 900 000 Euro.

Bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2019 wurde daraufhin einstimmig beschlossen, den Bau einer eigenen Kletterhalle nach den Plänen des Bauunternehmens Fritschle zu realisieren.

Das Warten hat nun auch für Kletterfans ein Ende. Seit Donnerstag sind die Türen des Sparkassen Dome Biberachs offiziell für Gäste geöffnet.
Das Warten hat nun auch für Kletterfans ein Ende. Seit Donnerstag sind die Türen des Sparkassen Dome Biberachs offiziell für Gäste geöffnet.

„Es war uns allen von Anfang an klar, dass wird das nicht alleine stemmen können“, ergänzt Hassler. „Deswegen war auch die Stadt eigentlich von Beginn an im Boot.“ Anfang vergangenen Jahres erhielt die DAV Sektion Biberach nach nur wenigen Monaten Wartezeit die Baugenehmigung sowie die Baufreigabe für die Kletterhalle. Im Februar 2020 begannen offiziell die Bauarbeiten und dauerten bis Mai diesen Jahres.

Hassler, Hermann und der Betriebsleiter Christoph Walker loben hierbei einstimmig das große Engagement von Mathias Fritschle vom gleichnamigen Bauunternehmen. „Der Firma Fritschle hat man eine richtige Liebe zum Projekt angemerkt“, betonen sie. „Bei all unseren Vorhaben wurden wir von Mathias Fritschle und seiner Firma unterstützt, sei es nun im Hinblick auf benötigtes Material, aber auch, wenn es um die Kommunikation ging. Es war nicht nur eine einfache Abarbeitung vom Vertrag, sondern eine richtig traumhafte Zusammenarbeit. Dass das so einwandfrei klappen kann, war für uns als Verein so vorher nicht bekannt, aber umso schöner.“ Fritschle sei selber passionierter Bergsteiger und Skifahrer und „arbeitete sehr sachlich, aber auch mit sehr viel Hingabe“, wie die Drei loben. Unterstützung erhielt die Biberacher Sektion des DAV aber nicht nur von der Firma Fritschle. Finanzielle Schützenhilfe bekam sie auch von der Kreissparkasse Biberach.

Da die Kletterhalle auch während des Betriebs Kosten verursacht, hat sich die Biberacher Kreissparkasse dazu bereit erklärt, die laufenden Kosten in den kommenden zehn Jahren mit sowohl 14 000 Euro als auch weiterem Sponsoring zu unterstützen. Als Gegenleistung dazu hat die DAV-Kletterhalle den Namen „Sparkassen Dome Biberach“ erhalten. Der verantwortliche Architekt war Axel Munz vom Architekturbüro JKLM aus Biberach.

Zu der Fertigstellung des Kletterzentrums ziehen die drei Herren ein „traumhaftes“ Fazit. So erklärten sie: „Die Schlüsselübergabe kam eigentlich gerade zum richtigen Zeitpunkt, jetzt wo es mit der Coronasituation besser wird.“ Wobei die Pandemie die Bauarbeiten kaum tangiert habe.

„Die Coronazeit war abstimmungstechnisch eher eine Herausforderung“, erinnert sich Hassler zurück und fügt dann hinzu: „Aber was den Bau angeht, waren wir eigentlich in einer glücklichen Situation. Wir hätten ja sonst tausende Besucher auf der Baustelle haben können, aber so konnten wir eben in Ruhe bauen.“

Mit der Ruhe ist es nun allerdings zum Glück vorbei, denn laut Angaben von Hassler, Walker und Hermann würden die Biberacher bereits reges Interesse an der neuen Kletterhalle zeigen. Zu recht, denn der Sparkassen Dome Biberach hat einiges zu bieten. (lile)