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Aus Liebe zum Kino

Die 43. Biberacher Filmfestspiele bieten rund 70 Filme, darunter zehn Weltpremieren

Intendantin Nathalie Arnegger (3. V. l.) sowie der Vorstand des Vereins Biberacher Filmfestspiele freuen sich auf viele Besucher an den Festivaltagen: (v. l. Julian Gröschl, Tobias Meinhold, Reinhard Brockof, Daniela Göbel und Steffen Mayer. Foto: Georg Kliebhan

Biberach - Zum 43. Mail finden die Biberacher Filmfestspiele in diesem Jahr unter dem Motto „Aus Liebe zum Kino“ statt. Zum ersten Mal hat das Programm die neue Intendantin Nathalie Arnegger zusammengestellt. Es bietet einige Besonderheiten.

Rund 70 Filme, darunter zehn Weltpremieren, sind bis zum 7. November in den Kinosälen des Traumpalasts zu sehen. „Wir haben in den vergangenen Monaten viel bewegt und haben inzwischen ein tolles Programm beisammen“, sagte Nathalie Arnegger kürzlich bei der Vorstellung des Festivalprogramms. Zusammen mit Kuratorin Anke Rauthmann ht sie in den vergangenen Monaten rund 300 eingereichte Filme gesichtet und war auf Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs, um interessante Produktionen für das Biberacher Publikum auszuwählen.

Wie es in Biberach Tradition ist, wird jeder Film von mindestens einem Mitglied des Teams begleitet, das sich anschließend der Diskussion mit dem Publikum stellt. Das können Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer filmischer Gewerke sein. Meist ist in dieser Riege auch der eine oder andere bekannte Name dabei, den die Zuschauerinnen und Zuschauer von der Kinoleinwand oder dem TV-Bildschirm kennen. Und natürlich darf der Austausch gerne im Kinofoyer weitergehen.

„Es ist ein Festival mit einem weiblichen Blick“, sagt Nathalie Arnegger auf die Frage, welches Gesamtbild die Filmauswahl für sie erzeugt. Tatsächlich sind mehrere Filme im Programm, die sich mit Frauenrechten, Gewalt gegen Frauen oder der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzen. Dazu passt, dass sich auch die Biberacher Gruppe von „One Billion Rising, einer weltweiten Initiative gegen Gewalt gegen Frauen, mit einem Kurzfilm am 4. und 7. November im Kino präsentiert.

Frauenpower bringt auch das „Sister’s Wild Cinema“ am 4. November ab 19 Uhr in den Traumpalast. Dabei handelt es sich um ein Kurzfilmfestival aus Ulm, das von Frauen ins Leben gerufen wurde, und im Sommer Filme auf Wände im öffentlichen Raum in Ulm projizierte. Eine Auswahl dieser Filme bekommt das Biberacher Publikum an diesem Abend im Traumpalast zu sehen.

Neu ist diesmal auch eine Kooperation mit dem DOK.Festival in München, die sich speziell an Kinder und ihre Eltern richtet. Unter dem Titel „DOK.Education – Schule des Sehens“ sehen sie in einem 90-minütigen Filmprogramm den altersgerechten, kurzen Dokumentarfilm „Dancing Abdullah“ und erfahren danach einen besonderen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten zu Dokumentarfilmen.

Mit spielerischen Sehaufgaben und gemeinsamem Blick auf einzelne Szenen aus dem Film erleben Kinder den gesehenen Film aus einer ganz neuen Perspektive:

Wie kam es zu den Dreharbeiten und den Regieentscheidungen, die unsere Wahrnehmung dieses Films beeinflussen? Wie arbeitet der Filmemacher mit Musik oder Bildern, um die Gefühlswelt des Protagonisten Abdullah zu erzählen.

Ziel ist es, ein erstes Verständnis für die Gestaltungsmittel in Filmerzählungen zu wecken.

Das gesamte Programm gibt es unter www.filmfest-biberach.de. Tickets gibt es direkt an der Kinokasse im Traumpalast oder unter www.stadthalle-biberach.de/kartenservice.

Der reguläre Ticketpreis beträgt zehn Euro, Inhaber der SZ-AboKarte zahlen nur neun Euro. Für Studenten, Schüler und Kinder gibt es Ermäßigungen. Coronabedingt können die Kinosäle nur zu 50 Prozent belegt werden.

Begleitend zum Festival gibt es unter dem Titel „BFFS plus!“ ein Online-on-Demand-Angebot, das neun Filme umfasst (fünf Kurzfilme, zwei Debütspielfilme, ein Spielfilm sowie ein mittellanger Spielfilm). Diese sind allerdings nicht Bestandteil der Filmfestspiele im Kino. Gegen einen kleinen Geldbetrag kann man sich so ein bisschen Filmfest-Feeling nach Hause holen. 30 Prozent des Erlöses gehen an die Filmschaffenden. (gem)