Berufsbilder vermitteln Wissen um Lebensmittel und digitale Vernetzung

Auch in der Lebensmittelbranche bieten sich spannende Arbeitsfelder. FOTO: PÖTSCH-RITTER, CHRISTIANE
Dass es noch gute Chancen gibt, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sagt auch Patrizia Grün, Leiterin Ausbildung bei der IHK Ulm. 

LAUPHEIM/ ULM - Aktuell sind mehr als 1000 Ausbildungsverträge für den Ausbildungsbeginn 2020 in das Verzeichnis der Ausbildungsverträge bei der IHK Ulm eingetragen.

„Das sind deutlich weniger als zum gleichen Zeitpunkt in 2019.“ Dies sei sicherlich der aktuellen Situation geschuldet. Somit sind noch etliche offene Stellen für die IHK-Region Ulm gemeldet – gute Aussichten für all diejenigen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

Der Trend geht laut Grün in Richtung der Top-12-Berufe wie Industriemechaniker oder Industriekaufleute. Dagegen würden die Berufsanfänger unbekanntere Berufe, die eventuell genauso gut passen würden, nicht in die Auswahl einbeziehen.

„Die Berufswahl ist für junge Menschen ein schwieriges Unterfangen“, sagt Patrizia Grün. Die Flut an Informationen macht es nicht einfacher. Hier sollten sich die Bewerber frühzeitig Gedanken machen und sondieren, damit ausreichend Zeit für die Entscheidung bleibt. „Die IHK Ulm bietet Jugendlichen und ihren Eltern unterschiedliche Beratungsformate als Unterstützung auf dem Weg ins Berufsleben an.“

In der Biopharma-Branche finde die Auswahl der Auszubildenden in der Region meist sehr früh statt, sodass zum jetzigen Zeitpunkt nur noch sehr selten freie Ausbildungsplätze für den Ausbildungsstart 2020 vorhanden sind, sagt Grün,. Aber eine Bewerbung für 2021 kann in diesem Bereich schon jetzt angegangen werden.

Die Lebensmittelproduktion sucht dauerhaft nach Fachkräftenachwuchs. „Obwohl jeder mehrmals täglich isst, machen sich viele junge Menschen keine Gedanken darüber, wie aus dem Rohstoff ein Lebensmittel wird“, hat Grün festgestellt. „Im Supermarkt hat man es ja überwiegend mit dem fertigen Endprodukt zu tun.“

Aber es gebe viele Möglichkeiten, eine Ausbildung in den Bereichen Biopharma und Lebensmittelproduktion zu machen: Milchtechnologe, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Brauer und Mälzer, Chemielaborant, Chemikant, Pharmakant, Produktionsfachkraft Chemie und mehr.

Weitere spannende Ausbildungsperspektiven ergeben sich durch neugeordnete Ausbildungsberufe, etwa im Bereich IT, so Grün. „Anlass für die Überarbeitung der Ausbildungsgänge waren insbesondere geänderte Anforderungen in den Bereichen Vernetzung, Internet of Things, Industrie 4.0 und die damit verbundene Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche.“

So wird etwa der Ausbildungsberuf Fachinformatiker/-in um die beiden neuen Fachrichtungen „Daten- und Prozessanalyse“ sowie „Digitale Vernetzung“ ergänzt.

Neu dazugekommen ist beispielsweise die Fachrichtung Digitale Vernetzung, sagt Patrizia Grün. „Hier werden Systeme und Anwendungen auf IT-Ebene vernetzt und optimiert. Daten werden gegen unerlaubte Zugriffe geschützt und Systemausfälle vermieden oder behoben“. son

Die digitale Zukunft mitgestalte

Neues Berufsbild: Die Auszubildende zur Kauffrau im E-Commerce. FOTO: DANIEL KARMANN
Neues Berufsbild: Die Auszubildende zur Kauffrau im E-Commerce. FOTO: DANIEL KARMANN
Weitere interessante Aufgabengebiete bieten auch die Ausbildungsberufe „Kaufleute im Groß- und Außenhandelsmanagement“.

LAUPHEIM/ ULM - „Diese sind in allen Branchen der Wirtschaft, bei Unternehmen des Handels oder der Industrie tätig. Ihre Einsatzfelder sind: Einkauf von Waren im In- und Ausland und ihr Weiterverkauf an Handel, Handwerk, Industrie und Dienstleistungssektoren sowie das Anbieten von warenbezogenen Serviceleistungen“,sagt Patrizia Grün.

Ganz neu: In diesem Jahr ist der erste Ausbildungsberuf zur Digitalisierung gestartet, der Kaufmann beziehungsweise die Kauffrau im E-Commerce. „Er wurde speziell geschaffen, um die vielfältigen Anforderungen im starken Wachstumsbereich E-Commerce abzudecken. Durch das rasante Wachstum des Online-Handels benötigen Unternehmen in Zukunft vermehrt gut ausgebildete Fachkräfte, die sich mit den speziellen Anforderungen in diesem Bereich auskennen.“

In der dreijährigen Ausbildung lernen die angehenden E-Commerce-Experten, Online-Vertriebskanäle auszuwählen und einzusetzen.

Mit dem neuen Beruf könnten Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen online vertreiben, ihre Fachkräfte im Bereich E-Commerce erstmals selbst ausbilden, erklärt Grün. „Unternehmen bereiten sich so auf die digitale Zukunft vor“. son

Info

Weitere Infos zum Thema Ausbildung gibt es unter:

www.kreishandwerkerschaft-bc.de
www.hwk-ulm.de
www.ulm.ihk24.de/ausbildung
  
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