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Bebauung der Hinteren Insel: Manche Lindauer Räte wollen Bürgerentscheid

Auch die Bebauung der Hinteren Insel führt zu Diskussionen – Es gründet sich eine Bürgerinitiative

So könnten die Wohnblöcke laut Stadtverwaltung auf der Hinteren Insel aussehen – von oben betrachtet. VISUALISIERUNG: STADT/HEILER-GEIGER

LINDAU - Eigentlich schien alles in trockenen Tüchern: Die Stadt hatte schon vor Jahren gemeinsam mit Bürgern einen Rahmenplan für die Bebauung der Hinteren Insel erarbeitet. Doch dann gründete sich im Frühjahr eine Bürgerinitiative. Ihr Ziel: Sie will den Rahmenplan stoppen und die Bebauung verhindern.

Die Bürgerinitiative formiert sich um den Stadtrat Ulrich Schöffel. Die Mitglieder möchten nicht, dass der nördliche Teil der Hinteren Insel, wo die Grundstücke der Stadt gehören, bebaut wird. Ihre Argumente: Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Freiflächen sind – und die Hintere Insel sei schließlich das Filetstück der Stadt. Außerdem sehen sie die Wahl von Oberbürgermeisterin Claudia Alfons als Indiz dafür, dass viele Bürger die Bebauung nicht wollen. Sie hatten sich im Wahlkampf gegen den Rahmenplan ausgesprochen.

Die Bürgerinitiative verteilt Visualisierungen mit der Kubatur der geplanten Baublöcke. Das verärgert einige Stadträte. Sie sehen den Rahmenplan dadurch verfälscht. Die SPD beantragt schließlich, dass auch die Stadt neue Visualisierungen in Auftrag gibt. Diese sind nun fertig und sollen Teil einer Informationskampagne der Verwaltung zum Rahmenplan werden.

Die Räte der Bürgerinitiative stimmen der Info-Kampagne zu. Danach wollen sie aber, dass die Lindauerinnen und Lindauer in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen, ob die Hintere Insel bebaut werden soll oder nicht. Der Bürgerentscheid soll durch ein Ratsbegehren initiiert werden. Dafür werden sie aber offenbar keine Mehrheit bekommen. Bleibt abzuwarten, ob die Initiative im neuen Jahr Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammelt. (jule)


Schrebergärtner bangen um ihre Oasen


LINDAU - Schreckmoment auf einer Versammlung von Kleingärtnern und Thermen-Betreiber Andreas Schauer im Sommer: Er kündigt an, dass die Gärten in ein paar Jahren einem Parkplatz weichen müssen. Da, wo der Parkplatz jetzt ist, soll ein Freizeitcluster entstehen.

Auf dem Gelände, das Andreas Schauer gehört, stehen knapp 100 Gärten, an denen mehrere hundert Gartenlaubenbesitzer hängen. Die Stadtverwaltung räumt ein, dass es bereits Überlegungen für ein solches Freizeitcluster gibt. Wann genau die Gärten weichen sollen und wie viele es betreffen würde, ist noch nicht klar. Eindeutig ist aber, dass der Stadtrat das in der Hand hat. Denn die Räte sind es letztendlich, die über die Bebauung auf diesem Gebiet entscheiden müssen. (jule)


Lindau gewinnt europäischen Kulturpreis


LINDAU - Der europäische Kuturpreis geht in diesem Jahr fast ausschließlich an die Bodenseeregion. Die Stadt Lindau ist eine der Preisträgerinnen.

Damit ist Lindau die kleinste Kommune, die den Preis je bekommen hat. Die Stadt bekommt den Preis für herausragende kulturelle Leistungen. Mit ihr werden ausgezeichnet: Die Bregenzer Festspiele in Österreich und der Boswiler Sommer in der Schweiz.

Auch die globale Nicht-Regierungsorganisation Religions for Peace, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal eine Tagung in Lindau abgehalten hat, wurde ausgezeichnet.

Sie bekam den Kulturpreis in der Kategorie Pro Humaniate. (jule)