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Stefan Jäckle: „Die Nachfrage nach Bauplätzen ist enorm“

Laut Bürgermeister Stefan Jäckle gibt es nur wenige Gemeinden dieser Größe, die mit einem Ärztehaus, Nahversorgern und Gastronomie eine so breite Infrastruktur wie Hochdorf aufweisen. FOTOS: KLAUS CHRIST / C. BERGST

Mit seinen Ortsteilen Hochdorf, Schweinhausen und Unteressendorf liegt die Gemeinde Hochdorf landschaftlich reizvoll eingebettet im Rißtal. Gleichzeitig ist Hochdorf nur zehn Kilometer von Biberach entfernt und auch durch seine Nähe zur Bundesstraße B 30 bequem zu erreichen. Im Interview verrät Bürgermeister Stefan Jäckle, was seine Gemeinde so attraktiv macht, wie es um das neue Gewerbe- und Mischgebiet steht und welche Vorbereitungen für das Kreismusikfest im kommenden Jahr schon getroffen wurden.

Warum sind Sie gerne Bürgermeister der Gemeinde Hochdorf?

In einer Gemeinde dieser Größenordnung ist es als „Schultes“ noch möglich, die Bürgerinnen und Bürger mit ihren individuellen Wünschen, Ängsten, vielleicht auch Sorgen persönlich zu kennen. Zudem schätze ich die dörflichen Strukturen und den enormen Zusammenhalt unter der Bürgerschaft. Die Gemeinde Hochdorf liegt landschaftlich reizvoll und ist in einer wirtschaftlich starken Region zu Hause. Der reichlich gefüllte Veranstaltungskalender spiegelt das vielfältige und lebendige Vereinsleben in der Gesamtgemeinde wider. Es gibt nur sehr wenige Gemeinden dieser Größenklasse, die ein solch breites infrastrukturelles Angebot bieten können. Neben einem Ärztehaus, dem Lebensmittelhandel, Bäckerei und Metzgerei gibt es auch eine gute Gastronomie. Von Seiten der kommunalen Infrastruktur können wir uns ebenfalls sehen lassen. Als anerkanntes Bioenergiedorf bieten wir Nahwärme, produzieren in unserer Gemeinde deutlich mehr Strom als wir verbrauchen und bieten ein umfangreiches Betreuungsangebot in unseren Kindertageseinrichtungen und der Grundschule.

Wie stark wurde die Gemeinde und ihre Ortsteile vom Hochwasser in den vergangenen Wochen getroffen und was wird für den Hochwasserschutz getan? 

Wir sind froh, dass wir nach dem letzten schlimmen Starkregenereignis im Jahr 2016 erste Maßnahmen – ohne jegliche Fördermittel – umgesetzt haben. Es ging der Gemeinde darum, möglichst schnell und unbürokratisch in einem ersten Schritt einfache und teils provisorische Schutzvorrichtungen zu erstellen. Die Wirkung hat sich bestätigt, sodass unsere Gemeinde in den letzten Starkregenereignissen vergleichsweise glimpflich davongekommen ist. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere drei Feuerwehren und den Bauhof. Durch ihren Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Gemeinde Hochdorf hat seit Juli dieses Jahres auch ein genehmigtes Starkregenkonzept. Nun muss eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden, um so die Planungen der baulichen Maßnahmen weiter voranzutreiben. Leider mahlen die Bürokratiemühlen hierzu in Deutschland doch recht langsam.

Stefan Jäckle schätzt es, als Bürgermeister einer relativ kleinen Gemeinde seine Bürgerinnen und Bürger persönlich zu kennen.
Stefan Jäckle schätzt es, als Bürgermeister einer relativ kleinen Gemeinde seine Bürgerinnen und Bürger persönlich zu kennen.

Welche Rolle spielt das neue Gewerbe- und Mischgebiet Wasserfall für die Zukunft Ihrer Gemeinde?

Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch der Kommune gut. Damit dies gelingt, brauchen unsere Gewerbetreibenden, unsere Unternehmen und unser Handwerk Flächen, um sich zu erweitern, um zu wachsen, oder sich überhaupt ansiedeln zu können. Durch das neue Gewerbegebiet schaffen wir nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch Ausbildungsplätze. Die Gemeinde Hochdorf ist aufgrund der günstigen Verkehrsanbindung als Gewerbestandort sehr gefragt. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen mit den dörflichen Strukturen und der landschaftlich reizvollen Umgebung zusammenpassen muss.

Wie sieht es mit Bauplätzen in Hochdorf und den Ortsteilen aus?

Die Nachfrage ist enorm. Dieses Frühjahr wurden alle 24 Bauplätze im neuen Baugebiet Kreuzäcker II vergeben. Rund 100 Bauplatzinteressenten gingen hierbei leer aus. Das nächste Baugebiet wird aktuell in Unteressendorf erschlossen. Die Vergabe für die sieben Bauplätze soll noch dieses Jahr erfolgen. Turnusgemäß wäre im Anschluss dann wieder Schweinhausen an der Reihe.

In Hochdorf findet nächstes Jahr ja das Kreismusikfest statt. Wie läuft es inzwischen mit den Vorbereitungen?

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Seit meinem Amtsantritt darf ich ebenfalls Mitglied des Festausschusses sein. Es ist sehr beeindruckend, wie zuversichtlich und mit welch großem Engagement und Elan die Mitglieder des Musikvereins „ihr Kreismusikfest 2022“ planen. Ich hoffe und wünsche es nicht nur dem Verein, sondern allen anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, dass Sie dieses grandiose Fest unbeschwert und gesund im Juni nächsten Jahres erleben dürfen.

Welche mittel- und langfristigen Ziele haben Sie mit Ihrer Gemeinde?

Als neuer Bürgermeister hat man sehr viele Ziele und Visionen. Diese müssen aber mit der aktuellen Haushaltslage der Kommune im Einklang stehen. Vorerst gilt es, Begonnenes erfolgreich zu Ende zu führen. Hier denke ich beispielsweise an die Flurneuordnung im Bereich Wettenberg. Trotzdem müssen jetzt schon die Weichen für die zukünftige Gemeindeentwicklung gestellt werden. Stillstand heißt in diesem Fall Rückschritt. Oberstes Ziel wird hierbei immer sein, die Attraktivität der Gemeinde zu erhalten, sodass sich die Menschen in unserer Gemeinde rundum wohlfühlen und gerne in unserer Gemeinde zu Hause sind. (mf)