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Bald muss der Schornstein firstnah sein

Für neue Schornsteine werden ab dem kommenden Jahr neue „Ableitbedingungen“ gelten. FOTOS: COLOURBOX

Weil sich zum Jahresbeginn 2022 die sogenannten „Ableitbedingungen für Schornsteine“ ändern werden, betonen Fachleute, dass es ab dem kommenden Jahr wohl vermehrt die Situationen geben wird, dass ein nachträglicher Einbau von Schornsteinen, vor allem von Edelstahl-Schornsteinen, nicht mehr möglich sein wird. Wer also darüber nachdenke einen Schornstein einbauen zu lassen, habe in vielen Fällen für die Planung und Anmeldung nur noch in diesem Jahr die Möglichkeit.

REGION - Am 14. Juli 2021 hat die Bundesregierung die neuen Ableitbedingungen im Rahmen der „Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“, kurz BImSchV, beschlossen. Inzwischen hat der Bundesrat der „Neuregelung der Ableitbedingungen für Feuerstätten mit festen Brennstoffen“ zugestimmt, so dass die neuen Regeln nach ihrer Veröffentlichung wohl ab dem 1. Januar des kommenden Jahres in Kraft treten werden. Die verabschiedete Änderung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen verfolgt das Ziel, die Austrittsöffnung des Schornsteins zukünftig firstnah anzuordnen und den First um mindestens vierzig Zentimeter zu überragen. Eine nicht firstnahe Schornsteinführung kann nur noch ermöglicht werden, wenn durch Berechnung nach VDI 3781 sichergestellt ist, dass die Austrittsöffnung des Schornsteines im freien Windstrom liegt. Wie bisher dient die VDI 3781 zur Bestimmung der Mindesthöhe der Mündungen von Abgas-Ableiteinrichtungen. Durch die neue Verordnung sollen Belästigungen und gesundheitsgefährdenden Immissionen für die Nachbarschaft vermindert oder noch besser ganz vermieden werden.

Da die geänderten Anforderungen nur für neu errichtete und neu in Betrieb genommene Abgasanlagen gelten, wird keine Übergangszeit notwendig sein. Anlagen, die im Betrieb sind, haben Bestandsschutz. Also gelten, etwa beim Austausch einer Öl-Feuerstätte durch eine Feuerstätte für Biomasse, auch weiterhin die bislang gültigen Regelungen. Dabei gilt der Austausch des Heizeinsatzes oder der gesamten Feuerstätte, bezüglich der Ableitbedingungen nicht als Neuerrichtung der Feuerungsanlage, sondern fällt unter den Bestandsschutz.

Fachbetriebe empfehlen angesichts der neuen Verordnung, dass Abgasanlagen ab sofort möglichst firstnah geplant werden sollen. Firstnah bedeutet dabei laut der Verordnung, dass der horizontale Abstand des Schornsteins zum First kleiner sein muss, als der horizontale Abstand zur Traufe und er immer mindestens vierzig Zentimeter über den First ragen muss. Hat das Haus ein Flachdach oder ist die Dachneigung unter 20 Grad, so sieht die neue Verordnung vor, dass ein fiktiver Dachfirst anzunehmen ist und die vorgeschriebenen Regeln darauf anzuwenden sind. Andere Vorschriften für Schornsteine, also beispielsweise die „15m-Regel“ oder „1m über Öffnungen“, gelten weiterhin.

Wer also den Bau eines Schornsteins oder eines Hauses plant, auf das natürlich auch ein Schornstein gebaut werden muss, sollte sich frühzeitig mit den geltenden Vorschriften befassen und sich am besten umfassend beraten lassen. Die Fachbetriebe der Region wissen, wie die aktuellen Vorschriften umgesetzt werden müssen und handeln im Sinne und im Auftrag ihrer Kunden fachlich korrekt, professionell und mit qualitativ hochwertigen Materialien.