Autofahren im Herbst – Darauf sollten Sie achten

Geschwindigkeit anpassen – Abstand halten


Heftiger Regen, getrübte Sicht durch Nebel, erster Frost, tiefstehende Sonne – aus der Autofahrerperspektive hat es der Herbst in sich. Vorausschauendes Fahren, beste Sichtbarkeit und rechtzeitige Beseitigung möglicher technischer Mängel an Fahrzeugen vor Fahrtantritt sind wesentlich. Die Reifen haben kaum oder nur schlechte Haftung. Der Bremsweg verlängert sich nämlich deutlich auf nassen Fahrbahnen. Ebenfalls zu beachten: wer wenig Erfahrung hat, sollte passiv unterwegs sein. Beginnt das Auto aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu rutschen, sollte man den Fuß vom Gas nehmen, auskuppeln, in die gewünschte Fahrtrichtung lenken und bremsen.

„Sehen und gesehen werden! Das ist das beste Motto für eine sichere Fahrt durch den Herbst“, so Verkehrssicherheits-Experte Bernhard Lautner. Die Geschwindigkeit muss rechtzeitig an die Fahrverhältnisse angepasst werden. Eine Faustregel für den richtigen Abstand ist die Zwei-Sekunden-Regel: Wenn das vorausfahrende Fahrzeug einen markanten Punkt passiert, langsam „21, 22“ zählen.

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Erst dann sollte man selbst diesen Punkt passieren, sonst ist der Abstand zu gering. Wenn Herbstlaub und Fallobst auf schon feuchte Straßen fallen, entsteht eine „rutschige Mischung” und die Reifen haften nicht mehr richtig an der Fahrbahn. „ Der Reifen hat keinen Grip und auch Sicherheitsassistenten wie ESP und ABS sind in diesem Fall rasch an der Grenze des Machbaren”, rät Autotechniker Steffan Kerbl zur Vorsicht. Außerdem ist es sinnvoll, weich und sanft zu lenken sowie gefühlvoll zu bremsen. Motorradfahrer sollten die herbstlichen Bedingungen auf der Straße besonders ernst nehmen. Oft liegt das feuchte Laub im Schatten oder in unübersichtlichen Kurven. Zur Rutschgefahr kommen hier noch der Schreck und eine mögliche Fehlreaktion dazu.

Im Herbst besteht für Autofahrer auch eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen. Besonders häufig kommt es in der Dämmerung sowie nachts zu Kollisionen mit Rehen, Wildschweinen und Co.: In der Zeit zwischen 18 und 7 Uhr morgens ereignen sich statistisch gesehen viele Wildunfälle. Die richtige Reaktion ist dabei entscheidend: Misslungene Ausweichmanöver, durch die die Autos auf die Gegenfahrbahn gelangen oder gegen ein Hindernis am Straßenrand prallen, stellen die größte Gefahr dar. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Verletzungsrisiko für Pkw-Insassen bei Wildunfällen deutlich geringer ist, wenn der Fahrer richtig reagiert – das heißt bremsen, Lenkrad gut festhalten und unbedingt in der Spur bleiben”, so der Experte.