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Tagsüber Reha - abends zuhause

 

Patientin Birgit Lancé wird von Therapeutin Larissa Doderer beim Training unterstützt. FOTO: LAR

Mitten in Coronazeiten ist in der Spatenstraße 12 auf über 2.000 qm2 und drei Stockwerken ein ambulantes Rehazentrum entstanden. Seit der Eröffnung im März werden im Friedrichshafener „Zentrum für ambulante Rehabilitation“ (ZAR) Patienten im Rahmen der mehrwöchigen ambulanten orthopädischen Rehabilitation und im Reha-Nachsorgeprogramm „IRENA“ behandelt. Auch in den integrierten Praxen für Physio- und Ergotherapie finden sich bereits Patienten ein.

Birgit Lancé ist eine der ersten Reha-Patientinnen im neuen ZAR. Nach ihrer Hüft Operation in einer nahegelegenen Akutklinik ist sie froh, die nun wichtige Rehabilitation an ihrem Wohnort Friedrichshafen durchführen zu können – nicht nur, aber auch wegen Corona. Sie kommt täglich mit dem Fahrdienst ins Rehazentrum und verbringt dort zwischen 4 und 6 Stunden. Ihre Behandlung enthält Physio- und Sporttherapie, Gangschulung, abgestimmte Gymnastik und Seminareinheiten. Ihr Mittagessen nimmt sie im Bistro des Rehazentrums ein, ihre Ruhezeiten genießt sie im angenehmen Ruheraum. Ihr Therapieplan wurde von Chefarzt Prof. Dr. Krischak nach einer ausführlichen Eingangsuntersuchung auf sie abgestimmt. Je nach Gegebenheiten der Patienten integriert der Arzt auch Ernährungsberatung mit Einheiten in der Lehrküche oder beispielsweise Sozialberatung,, welche die Wiedereingliederung in den Beruf begleitet. „Neben den physischen Anwendungen sind vielfach auch Entspannungseinheiten oder psychologische Beratungen wichtiger Bestandteil der Therapie“, erklärt Prof. Dr. Krischak. Vor allem nach traumatischen Unfällen, aber auch bei Rückenleiden sieht er in den beratenden Einheiten eine wertvolle Ergänzung der Therapie.

Bodensee Sportklinik

Anders liegt der Fall bei Franz E. Er absolviert das Nachsorgeprogramm „IRENA“ im ZAR Friedrichshafen. Nach seinem Bandscheibenvorfall war er in der stationären Reha in Bad Saulgau. Um die dort erzielten Ergebnisse zu festigen, kommt er nun 2-3 mal wöchentlich ins ZAR, erhält hier stabilisierende Gruppengymnastik und trainiert an den Geräten der großzügigen Medizinischen Trainingstherapie. Sein Hausarzt hat ihm außerdem ein fortführendes Rezept für Physiotherapie ausgestellt, mit dem er parallel zum Nachsorgeprogramm physiotherapeutische Einzelbehandlungen in der angeschlossenen ZAR-Praxis für Physiotherapie erhält. Schon jetzt ist er sich sicher, dass er nach Beendigung des Nachsorgeprogrammes im Medizinischen Trainingsbereich weitertrainieren wird – das ist im ZAR ebenso möglich wie präventive Gesundheitsleistungen.


Individuelle Therapie


„Wir können unsere Patienten über einen langen Zeitraum begleiten und somit langfristig gute Ergebnisse erzielen“ ist sich Gerd Linke, der leitende Physiotherapeut des ZAR sicher. Prof. Dr. Krischak sieht darüber hinaus vor allem die bleibende Patientenanbindung zu ihren behandelnden Ärzten vor Ort als wichtigen Faktor für das Rehabilitationsgelingen. „Die Zusammenarbeit mit den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen der niedergelassenen Praxen und operierenden Kliniken vor Ort ist mir extrem wichtig. So können wir individuell an die Akutbehandlung anknüpfen und die Genesung bestmöglich unterstützen“, ergänzt Prof. Dr. Krischak.

Die Zulassungen der Kostenträger Deutsche Rentenversicherung und der Krankenkassen liegen dem Zentrum nahezu vollständig vor. In Kürze erhofft sich das Zentrum auch die Zulassung der Praxis für Ergotherapie für Rezeptpatienten.

„Wir hatten hier optimale Bedingungen für ein modernes Rehazentrum“, freut sich Daniel Jung. Als Regionaldirektor war und ist er maßgeblich für den neuen Standort Friedrichshafen verantwortlich. „Wir bedanken uns ausdrücklich bei Familie Gramm als Bauherren und Frau Gramm als Architektin sowie bei den örtlichen Gesundheitsakteuren“, unterstreicht Daniel Jung, „das Zusammenwirken hat maßgeblich zum Gelingen beigetragen.“