„Alle Oktaven des kommunalen Klaviers“

„Es liegt auch am Engagement der Bürgerinnen und Bürger, dass die Krise in Öpfingen einigermaßen gut bewältigt werden konnte“, sagt Bürgermeister Andreas Braun. FOTOS: KHB/OH

Seit fünf Jahren ist Andreas Braun Bürgermeister in Öpfingen. Die Corona-Pandemie habe ihn und die Gemeinde vor ganz neue Herausforderungen gestellt, aber allmählich kehre das gesellschaftliche Leben stückchenweise nach Öpfingen zurück, sagt er. „Dass die Krise in Öpfingen einigermaßen gut bewältigt werden konnte, liegt auch am Engagement der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Bürgermeister Braun.

ÖPFINGEN - In vielschichtiger Art und Weise seien in Öpfingen schon immer „fast alle Oktaven des kommunalen Klaviers gespielt“ worden, so dass „ein melodisches und stimmiges Lied“ erklungen sei. „Dank vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich konstruktiv und engagiert für das Wohl der Gemeinde einsetzen, ist uns das bereits vor, aber auch während der Corona-Krise, gut gelungen“, freut sich Bürgermeister Andreas Braun.
   

Die gegenseitige Rücksichtnahme der Öpfinger und die Einhaltung der Hygienebestimmungen sieht der Bürgermeister als Grund, dass seit April in Öpfingen kein Corona-Fall mehr auftrat und niemand mehr in Quarantäne geschickt werden musste. Noch ganz genau erinnert sich Andreas Braun an den Tag des Lockdowns im März. „Da stand das Starkbierfest des Musikvereins unmittelbar vor der Tür“. Das Verständnis für die Krisen-Situation sei im Musikverein aber sehr groß gewesen. „Später haben die anderen Öpfinger Vereine genauso besonnen und verständig gehandelt“, sagt Braun. Die SG Öpfingen musste nicht nur den traditionellen Osterlauf, sondern auch ihr 100-jähriges Jubiläum absagen. Auch das vom Liederkranz geplant Sängertreffen fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. „Allen unseren Vereinen fehlen in diesem Jahr die Einnahmen. Aber da wird nicht gejammert und geschimpft. Alle machen das Beste aus der momentanen Lage und es wird gehandelt“, lobt der Schultes.

Bürgermeister Andreas Braun
Bürgermeister Andreas Braun

So habe der Musikverein einen Kuchenverkauf organisiert. „Und der wurde von den Öpfingern derart toll unterstützt, dass die Musiker recht schnell ausverkauft waren“, freut sich Andreas Braun. Dank sehr sorgfältig ausgearbeiteter Hygienekonzepte sei inzwischen in vielen Bereichen ein „Mindestmaß an Vereinstätigkeit wieder möglich“. Auch über die Unterstützung der örtlichen Gastronomie durch seine rund 2400 Bürgerinnen und Bürger freut sich Andreas Braun. „Ich habe dazu mal im Gemeindeblatt aufgerufen, als die Lokale wieder geöffnet sein durften. Das Ergebnis war enorm. Da war am ersten Tag ausverkauft“.

Die Gemeinsamkeit der Öpfinger ist nicht erst durch Corona entstanden. Lange vor der Pandemie gab es im Ort bereits die „Nachbarschaftshilfe“. „Eine bewährte Öpfinger Organisation“, sagt der Schultes. Zum Angebot gehörte vor der Krise das „gesellige Mittagessen für Senioren“ einmal pro Monat und Hilfsangebote für Einkauf, Gartenarbeit oder Unterhaltung. „Darauf aufbauend entstand sehr schnell zu Beginn des Lockdowns die Einkaufshilfe, zu der sich enorm viele Öpfinger freiwillig meldeten“, erinnert sich Bürgermeister Braun.


Vereine hatten viel Verständnis


„Durch die Pandemie hat sich deutlich gezeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger dazu bereit sind, sich für den Ort und für die Mitbürger einzubringen. Der Zusammenhalt war einfach toll“. Dass die Einkaufsangebote nicht im großen Umfang genutzt worden sind, wundert den Bürgermeister nicht. „Hier auf dem Land gibt es noch viele intakte familiäre oder nachbarschaftliche Strukturen. Da wurde direkt unterstützt und geholfen“, sagt Braun und betont: „Selbst straßenweise wurden die gegenseitigen Einkäufe füreinander erledigt“.

Ganz besonders lobt der Schultes seine Mitarbeiter im Rathaus. „Die waren von Anfang an hochmotiviert und engagiert. Mit Wochenend- und Nachtschichten war die Verwaltung immer handlungsfähig“. Auch der Gemeinderat habe in der schwierigen Zeit sehr umsichtig gehandelt, sagt Braun. „Wir konnten unsere Arbeit fortsetzen und haben für Öpfingen wichtige Entscheidungen getroffen. Sonst wäre die Entwicklung der Gemeinde enorm gebremst worden“, betont der Bürgermeister. Ausdrücklich lobt er auch die Zusammenarbeit, wenn es während der Krise um Schule oder Kindergarten ging. In der Notbetreuung der Öpfinger Grundschule seien Kinder aus Öpfingen und aus Oberdischingen gewesen. „Alles lief reibungslos“, so Braun.

„Das Ende der Pandemie ist aber noch lange nicht erreicht. Verzicht und Einschränkungen werden anhalten“, sagt Bürgermeister Andreas Braun. Als Zeichen, dass „es aber weiter geht“, stieg vor Kurzem „das erste Kleinkunst-Event seit Beginn der Krise“ im Öpfinger Kultursaal. „Das sollte ein Signal an unsere Bürgerinnen und Bürger, aber auch an die Künstler sein, dass das kulturelle Leben auch während Corona weitergehen kann. Nur eben unter anderen Bedingungen“. KH Burghart