„Jazz ist Freiheit in der Musik“ Image 1

„Jazz ist Freiheit in der Musik“

Veranstalter des Aalener Jazzfests Ingo Hug war von Anfang an mit dabei

Veranstalter Ingo Hug liebt und lebt den Jazz. Foto: Tom Ziora

Vom 4. bis zum 7. November bringt das Aalener Jazzfest zum 30. Mal sowohl große Namen als auch Newcomer auf die Bühne. Nicht nur aus der Welt des Jazz. Veranstalter Ingo Hug war von Anfang an mit dabei. 

Welche Highlights erwarten das Publikum in diesem Jahr? 

Es ist dieses Jahr generell ein sehr gutes Programm. Eigentlich möchte ich keinen Act explizit herausheben. Bekannt und daher vielleicht Highlights sind aber sicherlich Meute, Milow und Max Herre. Cimafunk spielt außerdem bei uns seine erste Show in Deutschland.

Was ist Jazz?

Jazz ist, wenn ein Saxophon dabei ist (lacht) – nein. Bis heute konnte mir das noch niemand hinreichend beantworten. Es ist natürlich improvisierte Musik. Es ist Freiheit in der Musik. Möglicherweise auch ein Lebensstil. Jazz heißen ja auch manche Produkte – Autos heißen so, Parfums heißen so. So, what is Jazz?

Was ist es für Sie? Leben Sie den Jazz?

Ich bin damit sozialisiert und habe sehr viel Jazz aus den 60ern, 70ern und auch 50ern gehört – sehr, sehr viel. Und ja, ich würde schon sagen, dass mich die jahrelange Veranstaltung des Aalenerjazzfests und damit der Jazz geprägt haben. Freiheit ist ein Wert, der sehr wichtig für mich ist. Neben anderen weiteren Werten natürlich.

Was bedeutet das Jazzfest für Aalen?

Es ist sicherlich ein kulturelles Flagship, das Raum schafft. Das Aalener Jazzfest kennt man in Berlin, kennt man in New York, kennt man in Moskau. Auch unser Publikum resultiert zu einem sehr großen Prozentsatz aus allen Teilen Deutschlands. Aber wir haben auch Besucher aus Amerika, aus Japan, aus Osteuropa, aus Frankreich. Das war schon immer so und das war uns auch von Anfang an klar, dass wir mit den hier vorhandenen Menschen ein Jazzfest dieser Kategorie nicht durchführen können.

Max Herre hat aber nicht viel mit Jazz zu tun, oder? Sehen Sie das nicht so eng?

Nein, das haben wir von Anfang an nicht gemacht. 1991 hatten wir die letzte Show von Miles Davis in Deutschland. Er hat zwar auch Jazz gemacht, aber am Schluss... – diese Kategorisierungen sind uns fremd. Letztendlich geht es darum, ein Musikfestival zu veranstalten, das auch das junge Publikum anspricht. Als wir vor 30 Jahren begonnen haben, waren ja auch wir und Teile des Publikums 30 Jahre jünger. Die Zukunft eines jeden Festivals liegt aber darin, auch junge Menschen zu erreichen.

Vergangenes Jahr haben Sie das Aalenerjazzfest online übertragen. Wird es das weiterhin geben?

Nein, wir wollen das Fest nicht hybrid fahren. Die Onlineübertragung ist sehr aufwändig und auch teuer. Bei all dem was gut war, glaube ich, dass das Aalenerjazzfest vor Ort stattfinden muss. But never say never. Wer weiß, wie sich alles entwickelt.

Was sind Pläne für die Zukunft des Aalenerjazzfests?

In diesem Jahr werden wir es erst einmal wieder vor Ort stattfinden lassen und nichts Neues ausprobieren. Für die Zukunft haben wir ganz viele Ideen, aber es ist auch nichts mehr wie es vorher war. Manche der Techniker sind mittlerweile keine Techniker mehr Jeder der in dieser Zeit Veranstaltungen macht, hat es schwer. Gar nicht, weil nicht der Platz da wäre, sondern weil die Besucher so zögerlich sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und wie lange dieses Caving anhält, wann oder ob sich die Leute wieder trauen, zu kommen.

Wie wird das Aalenerjazzfest in diesem Jahr ablaufen?

Aufgrund der Covid-Situation haben wir uns entschlossen, mit der Stadthalle das größte Venue in Aalen zu bespielen, um flexibel zu sein. So wie es sich im Moment abzeichnet, können unter 2G auch die Masken abgesetzt werden. Es wird bestuhlt sein, aber so locker, dass die Menschen aufstehen und sich bewegen können. Denn es darf getanzt werden, einige der Acts laden durchaus dazu ein. Sarah Pirker