Ten Eyes media: Virtual-Reality für die Autobranche

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Schwäbische Zeitung

Brille auf und ab geht‘s in die virtuelle Welt. Das ist ein wichtiger Baustein im Geschäftsmodell von Dennis Reimer, Patrick Fraß und Thorsten Rehbogen, die in Weingarten die Firma Ten Eyes media gegründet haben, die Software entwickelt. Im Auftrag von Firmen stellen sie Anwendungen her, bei denen es vereinfacht gesagt darum geht, den Nutzer virtuell an einen anderen Ort zu schicken. Die sogenannte Virtual-Reality-Brille suggeriert ihm eine Umgebung, in der er sich bewegen und umsehen kann.

Scharf darauf sind zum Beispiel Immobilien-Firmen, die potenziellen Käufern oder Mietern zeigen können, wie die Wohnung mit deren Lieblingseinrichtung in Zukunft aussehen könnte. Das Prinzip lässt sich auch auf die Autobranche übertragen. Motto: Der Kunde steigt mit Brille in einen Wagen ein und wählt aus, welche Extras er haben möchte und wie das Interieur und die Farben aussehen könnten. Genau an einer solchen Anwendung arbeitet das Trio gerade. Es ist ein Referenz-Projekt, mit dem Ten Eyes media die Technik auch anderen Branchen schmackhaft machen möchte. „Man kann von Virtual Reality noch so viel erzählen. Man muss es einfach erleben, um zu wissen, worum es geht“, bringt es Rehbogen auf den Punkt.

Die Gründer haben aber auch schon Spiele erfunden, die sich dieses Prinzip zunutze machen. Bei „The Blues“ schlüpft der Nutzer in die Rolle eines Menschen, der an einer Agoraphobie leidet und große Angst davor hat, seinen geschützten Raum (Wohnung) zu verlassen und öffentliche Plätze zu betreten. „Das Spiel ist gedacht für Bekannte oder Verwandte von Betroffenen. Damit die nachvollziehen können, wie sich solche Panikattacken anfühlen.“ Alle drei Gründer kommen noch relativ frisch von der Uni und stehen am Anfang. Als Anschubfinanzierung hoffen sie auf Fördergelder. Deswegen haben sie sich an einer Ausschreibung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg beteiligt und hoffen auf ein Preisgeld von 20 000 Euro, um ein so genanntes Multi-Player-Spiel realisieren zu können. „Solche Förderprojekte wurden auch geschaffen, um den Ruf von Computerspielen zu verbessern.“

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