Selbständig zu sein, ist „guter Stress“

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Dieter Langlouis

Die Firma Brandschutz Langlouis aus Aulendorf reiht sich ein in die Kandidaten für den „Gründerpreis der Schwäbischen“. Seit 2008 baut Inhaber Dieter Langlouis sein Geschäftsfeld so konsequent weiter auf und aus, dass er bald bauen, den Fuhrpark erweitern und mehr Mitarbeitern einstellen wird.

„Sehr Mulmig“ war es Dieter Langlouis, als er sich in die Selbstständigkeit stürzte – nach 20 Jahren als Bankangestellter. „Meine Freunde meinten, ich hätte einen an der Klatsche“, erzählt der 47-Jährige von den Anfängen vor „gut anderthalb Jahren“. Nachdem Tod seines Vaters, der seit 1979 Feuerlöscher gewartet hatte, stellt sich Langlouis „die große Frage: ,Was machst du mit Deinem Leben?‘“Da sich immer wieder alte Kunden seines Vaters gemeldet hatten, fand er bald die Antwort. „Ich habe einfach die Gelegenheit beim Schopf ergriffen.“Inzwischen ist er zertifizierter Brandschutztechniker, sein Terminkalender voll und der Umsatz soll von 96000 Euro (2009) auf 150000 Euro anwachsen.

„Brandschutz ist ein unendliches Thema“, erklärt Langlouis. Die Basis seien Feuerlöscher, die rund ein Drittel seines Geschäftes ausmachen. Doch da er „von Natur aus ein wunderfizziger Mensch“ ist, interessiere ihn natürlich auch, wie es um den Brandschutz bei seinen Kunden bestellt ist. Gerade beim Thema Brandabschottung bestehe vielerorts Nachholbedarf. Und das Feedback der Kunden zeige ihm, dass seine gründliche Art, die Sache anzugehen auch gut ankomme. Langsam erreiche er den Punkt, an dem sich die neuen Kunden bei ihm melden. „Es gibt nichts Angenehmeres, als auf Empfehlung zu arbeiten.“

Nicht nur die neun bisher absolvierten Lehrgänge sprechen für ein sehr breites Interesse und Wissen auf dem Gebiet des Brandschutzes. „Meine Frau sagt schon immer, ich solle mich doch auf ein Gebiet konzentrieren“, so der 47-Järige, aber er sei viel zu neugierig, um auch nur einen Aspekt beim Brandschutz außer Acht zu lassen. So wird auch eine von Langlouis entwickelte Präsentation samt Lehrgang zu diesen Themen rege nachgefragt. Erst kürzlich habe er über 100 Nonnen in einem Kloster geschult. Auch dieser Kontakt kam über Mundpropaganda und mehrere Ecke zustande. „Man braucht Begeisterung, Fachwissen und eine Schippe Glück“, lautet die Geschäfts-Philosophie von Langlouis, der auch so konsequent war, seinen Verdienst in eine immer bessere Ausrüstung zu steckten.

„Ich brauche sicher bald feste Angestellte“, blickt der Unternehmer in die Zukunft. Schon jetzt plant er für August eine neue Halle, ein neues Servicefahrzeug soll Ende des Jahres folgen. „Aber im Vergleich zu den anderen Kandidaten beim Gründerpreis, kleckere ich immer noch“, sagt Langlouis bescheiden. Trotzdem ist er froh, den Schritt in die Selbstständigkeit gemacht zu haben. Für sich selbst zu arbeiten, sei ein ganz anderer Antrieb, das sei einfach „guter Stress“.

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