Pflegedienst nimmt Gründerpreis-Trophäe mit nach Ulm

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Aus den Händen von Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer von Schwäbisch Media (links, Foto: Kästle), erhält Heribert Karrer die Grü
Aus den Händen von Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer von Schwäbisch Media (links, (Foto: Kästle), erhält Heribert Karrer die Gr)
Tanja Schuhbauer
stv. Ressortleiterin Wirtschaft

Was für eine Riesenfreude, was für ein Applaus: Im Dornier Museum in Friedrichshafen hat Schwäbisch Media gestern Abend den Gründerpreis der Schwäbischen 2011 verliehen. Die Preise, für die sich seit Januar 46 Unternehmen beworben hatten, gingen an Gründer aus den Kreisen Ulm, Ravensburg und Sigmaringen. Dabei gab es neben den Plätzen eins bis drei zum ersten Mal gleich zwei ganz neue Auszeichnungen: einen Publikumspreis, über den die Leser der Schwäbischen Zeitung entschieden haben, und einen Sonderpeis der Jury.

Die höchste Auszeichnung ging nach Ulm: Die Firma Mukki UG die „Mobile Ulmer Kinder-, Kranken- und Intensivpflege“, hat den ersten Preis ergattert. Neben der Trophäe haben die Gewinner 5000 Euro Preisgeld sowie 5000 Euro Anzeigenwert mit nach Hause genommen.

Die Mukki UG bietet spezielle technologieabhängige ambulante Pflege von Kindern und Erwachsenen an, insbesondere die häusliche Beatmungspflege, und schließt damit die Lücke zwischen Klinik und dem Zuhause. Hinter dieser Idee stecken Kranken- und Intensivpfleger Heribert Karrer (49) sowie die Kinderkrankenschwestern Annegret Holzwarth (51) und Barbara Rittmeyer (48), die den Pflegedienst im Oktober 2009 gegründet haben und nun 35 Mitarbeiter beschäftigen, darunter auch einen Auszubildenden. „Man ringt nach Worten“, sagte Heribert Karrer auf der Bühne. „Den Preis haben nicht nur wir drei gewonnen, sondern alle Mitarbeiter.“

„Die Jury hat sich für die Mukki UG entschieden, weil dieses Unternehmen innerhalb des Pflegebereichs auf einem Gebiet unterwegs ist, wo andere Pflegedienste aufhören. Wie stark Mukki am Kunden orientiert ist, hat uns sehr beeindruckt. Es ist nicht einfach, dort den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Deshalb bekommt Mukki diesen Preis“, sagte Ex-Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner gestern Abend in ihrer Laudatio.

Der zweite Preis ging in die Industrie: Die Firma Rudeck Pulverbeschichtung und Industrielackierung in Grünkraut (Kreis Ravensburg) hat die Jury überzeugt. „Es ist ein Unternehmen, das wichtige Arbeit in der Oberflächentechnologie leistet und als industrieller Dienstleister für viele ortsansässige Unternehmen bestens in die Region passt“, sagte Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, und überreichte dem 53-jährigen Mechanikermeister den Preis.

Jürgen Rudeck hat sich im März 2007 mit zwei Mitarbeitern selbstständig gemacht. Heute beschäftigt er 14 Festangestellte und sieben Aushilfen. Er bedient rund 300 Kunden aus allen Branchen der regionalen Industrie. Seine beschichteten und lackierten Teile nutzen Kunden rund um den Globus. Sein Motto lautet: „Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen – nicht der Profit.“

Ebenfalls in die Welt des Gesundheitswesens ging der dritte Preis: Aesculap-Vorstand Peter Knaebel hat den Preis an das Ärzteteam der im Jahr 2010 gegründeten Sportklinik Ravensburg überreicht: Hubert Frick, Martin Volz, Henry Saad und Ulrich Fähnle. „Die Sportklinik hat auf beeindruckende Art und Weise ihr medizinisches Leistungsangebot durch Service abgerundet – das ist toll. Viele Patienten profitieren von der neuen Qualität dieser Dienstleistung“, lobte Knaebel. Die Ärzte haben es geschafft, eine völlig andere Art von Klinik zu konzipieren: eine Sportklinik als erste Privatklinik im Landkreis Ravensburg, die auch einen gewissen Hotelcharakter hat. Sie bietet sowohl für Privat- als auch für Kassenpatienten ambulante und stationäre Operationen mit dem Schwerpunkt auf Knie-, Schulter- und Fußoperationen an. Indem sie Direktverträge mit einigen gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen haben, wollen die Ärzte dem „Zwei-Klassen-System“ entgegensteuern.

„Es gab unterschiedliche Auffassungen – aber was die ersten Plätze betrifft, war es eine leichte Entscheidung und relativ eindeutig“, sagte Kurt Sabathil, Geschäftsführer von Schwäbisch Media. Jurymitglied und Pharma-Unternehmer Udo Vetter meinte, in der Region spiele der Gründerpreis der Schwäbischen schon jetzt eine bedeutende Rolle und biete Existenzgründern sehr gute Chancen. „Für Gründer, die ihre Leistungen dem Endverbraucher anbieten, ist die Veröffentlichung in der Schwäbischen Zeitung sehr wertvoll, weil sie dadurch eine Plattform bekommen. Für neue Unternehmen, die sich an einen fokussierten Markt richten, bietet er dagegen die Chance, Mitarbeiter zu gewinnen und die Zukunft zu sichern.“

Für Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, war die rege Teilnahme am Gründerpreis der Schwäbischen 2011 ein äußerst gutes Zeichen: „Alle, die dabei waren, haben tolle Vorschläge gebracht. Das ist ein positives Signal, dass wir weiterhin gute Gründer mit großen Potenzialen haben. Das ist gut für unsere Wirtschaftsregion.

 

Ein Grußwort von SZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke lesen Sie hier.

 

Einen Leitartikel von Peter Weißenberg, stellvertretender Chefredakteur der SZ, zum Thema lesen Sie hier.

 

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