Druckexperte hört auf „das Leben“

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Roland Steige

Das Ingenieurbüro Steige in Bad Saulgau will den „Gründerpreis der Schwäbischen“ gewinnen. Das vor sechs Monaten gegründete Unternehmen ist auf Maschinen für die Qualitätsprüfung von Druckerzeugnissen spezialisiert und peilt ein „gesundes Wachstum“ in seiner ganz besonderen Marktnische an.

„Das Leben hat mir gesagt: Du musst dich selbstständig machen“, erzählt Roland Steige, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros in Bad Saulgau. Der Druckingenieur hat im September 2009 nach vielen Jahren als Angestellter in der Branche für Druckmaschinen und Drucksicherheit den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. „Ich hatte gute Ideen und wollte diese endlich umsetzen“, erzählt der gebürtige Emmendinger, der seit 17 Jahren in Oberschwaben lebt. Mittlerweile befindet sich das Ingenieurbüro seit sechs Monaten am Markt -- und die Geschäfte sind „sehr gut angelaufen“, berichtet Steige.

Der Inhaber und seine bisher zwei Mitarbeiter entwickeln und verkaufen Maschinen für die Qualitätsprüfung von Druckerzeugnissen. Hergestellt werden die Spezialgeräte zwar von einem Partnerunternehmen in Japan. Das Know-how liegt jedoch in Bad Saulgau, von wo aus auch die Einstellung vor Ort sowie Service und Wartung organisiert werden. Unter den Kunden von Steige befinden sich Pharmaunternehmen, aber auch Kosmetikfirmen und Zigarettenhersteller. In all diesen Bereichen müssen Etiketten oder Verpackungen perfekt bedruckt sein. Die Steige-Maschinen überprüfen dies noch während des Druckvorgangs mit „100-prozentiger Sicherheit“ und sortieren Fehlexemplare bei Bedarf direkt aus. Die Kamera-gestützten Maschinen könnten dies deutlich besser als das menschliche Auge leisten, versichert der Experte. Auch den Aufdruck von sichtbaren und nicht-sichtbaren Sicherheitscodes auf Verpackungen -- zur Identifikation von Fälschungen -- bietet Steige an.

Der Firmengründer erwartet im Nischenmarkt Druckqualität- und -sicherheit ein erhebliches Wachstumspotenzial -- vor allem im Pharmabereich. „Wir profitieren von den sehr hohen Sicherheitsstandards“, erläutert Steige. Für 2010 rechnet der Unternehmer mit einem Umsatz von zwei Millionen Euro, in den kommenden vier bis fünf Jahren soll sich dieser Wert verdoppeln. Durch „gesundes Wachstum“ sollen auch weitere Arbeitsplätze in Bad Saulgau entstehen. Bis Ende des Jahres sind „mindestens zwei Neueinstellungen“ geplant, versichert der Gründer, der sehr optimistisch für sein kleines Unternehmen ist: „Ich stehe zu meiner Entscheidung und ziehe sie zu 100 Prozent durch.“

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