Die Region feiert ihre Gründer

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Schwäbische Zeitung
David Drenovak
Redakteur

Mit großer Freude der Gewinner und viel Anerkennung durch den Geschäftsführer von Schwäbisch Media, Kurt Sabathil, ist am Mittwochabend zum fünften Mal der Gründerpreis der Schwäbischen Zeitung verliehen worden. Die Gala – moderiert von Katrin Ziegler und Stefan Kühlein von RegioTV Bodensee – lockte rund 250 Gäste in das Ravensburger Medienhaus. Die Spannung war groß: Denn wer den Preis bekommt, erfahren alle Bewerber traditionell erst am Abend der Preisverleihung.

Der „Gründerpreis der Schwäbischen“ habe sich als wichtige Auszeichnung für Existenzgründer im Südwesten etabliert, sagte Geschäftsführer Kurt Sabathil. „Dies zeigt sich auch darin, dass der Ministerpräsident des Landes, Winfried Kretschmann, die Schirmherrschaft dieses Preises übernommen hat.“ Sabathil lobte das Engagement der Bewerber für den Gründerpreis 2014. „Während die Existenzgründungen in Deutschland im vergangenen Jahr zurückgegangen sind, freuen wir uns in Baden-Württemberg immer noch über einen leichten Anstieg. Das zeigt, wie innovativ die Menschen hier sind.“

Innovation – dieses Thema wählte auch Christian von der Heydt, Leiter des Wirtschaftsmuseums Ravensburg, für seine Festrede. „Schwäbisch Media zeichnet Existenzgründer aus, die ihr Potenzial bereits zeigen. Es stehen dahinter immer Menschen, die für ihre Idee und ihr Unternehmen brennen. Wenn man mit der Weltspitze mithalten möchte, benötigt man solche Menschen.“

Dreidimensional in die Zukunft

Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr die Blue Synergy GmbH aus Lindau. Das Unternehmen wurde 2011 von Diplomingenieur Tobias Bergmann gegründet und verfolgt die Idee, umweltfreundliche Energie aus Abwasser zu produzieren. Zu Beginn brachte das Unternehmen einen Wärmetauscher auf den Markt, der bereits bei mehreren Kunden als Gebäudeheizung eingesetzt wird. Das neueste Projekt der mittlerweile acht Mann starken Firma ist eine marktreife Abwasserturbine, mit der in nahezu jedem Abwasserkanal umweltfreundlich Strom erzeugt werden kann. Ein zusätzlicher Vorteil der Turbine: Sie ist leicht und schnell zu installieren und kann schnell in Betrieb genommen werden. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, überreichte dem Gewinner Tobias Bergmann den ersten Preis und lobte sowohl das unternehmerische Engagement, als auch den ökologischen Ansatz des Unternehmens.

Knapp dahinter schaffte es die Multec GmbH aus Riedhausen (Landkreis Ravensburg) auf Platz zwei. Manuel Tosché und Petra Rapp gründeten im März vergangenen Jahres das Unternehmen im Haupterwerb (2011 im Nebenerwerb), das sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von 3D-Druckern beschäftigt. Vom Drucker über die Software bis hin zum Rohmaterial liefert Multec ihren Kunden somit ein Komplettpaket. Die 3D-Drucker sind dabei nicht nur Unternehmen vorbehalten, sondern auch für Privatleute erschwinglich. Professorin Andrea Hennig, die an der Dualen Hochschule in Ravensburg Mediendesign unterichtet, erwähnte die gute Qualität des von der Firma eingeschickten Anschauungsobjekts. Ferner sagte Hennig: „Wenn das Unternehmen weiter so an seinen Qualitätsstandards festhält, könnte es Multec noch sehr weit bringen.“

Den dritten Platz auf dem Treppchen sicherte sich Seifensiederin Manuela Roth. Vor rund 15 Jahren litt die Ulmerin an schweren Hautausschlägen und begann damit, ihre eigenen Cremes aus natürlichen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe herzustellen. Innerhalb weniger Wochen waren damals die Hautausschläge verschwunden. 2010 machte Manuela Roth ihr Hobby zum Beruf und ist seither Inhaberin von Manu’s Seifenoper in Ulm. In ihrer Seifenmanufaktur beschäftigt sie momentan zwölf Teilzeitkräfte und produziert neben Naturseifen auch handgefertigte Körperpflege- und Badeprodukte.

Aktuell verkauft Manuela Roth ihre Produkte hauptsächlich in Deutschland, weitet aber den Vertrieb aktuell auf Europa aus und plant auch bald den Weltmarkt für sich zu erobern. Laudatorin Anne Schmieder von der gleichnamigen GmbH aus Staig (Kreis Ravensburg) freute sich über den Erfolg der Ulmer Unternehmerin und wünschte ihr weiterhin viel Erfolg. Manuela Roth zeige, wie eine gute Idee und qualitative Produkte auch schnell überregionale Kunden erreichen können.

Für den „Gründerpreis der Schwäbischen“ hatten sich in diesem Jahr 54 Unternehmen aus insgesamt 14 Landkreisen zwischen Schwäbisch Hall und Bodensee beworben. Insgesamt 24 unabhängige Jurymitglieder aus verschiedenen Unternehmensbranchen und Landkreisen zwischen Alb und Bodensee hatten die Gewinner ermittelt. Insgesamt wurden Geld- und Sachpreise in Höhe von 21000 Euro vergeben.

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