Der Wilde Westen in Oberschwaben

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Ulrike Hudelmaier ehrt Festspielgründerin Claudia Huitz (rechts).
Ulrike Hudelmaier ehrt Festspielgründerin Claudia Huitz (rechts). (Foto: Roland Rasemann)

Mit Engagement, mit Begeisterung und Mut, aber auch mit wirtschaftlich kühlem Kopf hat Claudia Huitz und ihre Festspiele in Burgrieden den diesjährigen Sonderpreis der Jury gewonnen. Der Preis steht für etwas ganz Besonderes – nicht nur weil dort 50 Pferde mitspielen. In dem kleinen Ort in der Nähe von Laupheim hat Huitz einen erfolgreichen Theaterbetrieb aufgebaut – und das ganz ohne finanzielle Förderung.

Nach Burgrieden muss, wer den Wilden Westen erleben will. Auf ihrer Freilichtbühne hauchen Huitz und ihr 80-köpfiges Team den Geschichten von Karl May Leben ein. Der Ort, der heute eine solche Wirkung hat, war vor drei Jahren nicht mehr als ein Acker. Die Bühne, die Kulisse – gemeinsam mit ihrem Mann erschuf Huitz die Kulisse quasi aus dem Nichts. Die Herausforderungen waren mannigfaltig: „Vom Bauamt bis zum Finanzamt, vom Tier- bis zum Waffenrecht haben wir uns durch die Vorschriften gequält und mehr als einmal verwaltungstechnisches Neuland betreten“, erinnert sich Huitz.

Dann der Schicksalsschlag: Im März 2015 kurz vor der zweiten Spielzeit stirbt Ehemann Alexander völlig unerwartet. „Ich hatte Zweifel, es zu schaffen“, sagt Huitz rückblickend. Doch die schwierige Zeit schweißt das Team zusammen – Huitz übernimmt Verantwortung, die Festspiele finden statt. Auch in diesem Jahr musste die 44-Jährige zeigen, was in ihr steckt: Extreme Wetterkapriolen und Hochwasser bedrohten die Festspiele. „Wir hatten nur gut eine Woche Zeit zum Proben“, sagt Huitz. Am Ende hatte der Wettergott ein Einsehen, die Festspiele konnten beginnen, und Regisseur Mike Dietrich mit dem Ölprinz wieder etwas Wilden Westen nach Oberschwaben bringen.

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