Der Startschuss fiel am 40. Geburtstag

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Joachim Kraus
Joachim Kraus

Die Kraus Maschinenbau GmbH in Spaichingen bewirbt sich um den „Gründerpreis der Schwäbischen“. Das kleine Unternehmen ist zwar erst im Oktober 2008 gegründet worden, hat sich mit Spezialmaschinen für die Papierbearbeitung aber bereits einen Namen gemacht.

Die Idee, sich selbstständig zu machen, war schon lange gereift in Joachim Kraus. Vor anderthalb Jahren, genau an seinem 40. Geburtstag, fasst sich der Maschinenbau-Ingenieur aus Seitingen-Oberflacht (Landkreis Tuttlingen) ein Herz und überreichte seinem damaligen Chef die Kündigung. Nur einen Monat später, am 1. Oktober 2008, wurde die Kraus Maschinenbau GmbH gegründet. Mittlerweile ist der kleine Betrieb schon gut im Geschäft; der Umsatz soll in diesem Jahr von 1,5 auf zwei Millionen Euro ansteigen. In dieser Woche hat Kraus den siebten festen Mitarbeiter angestellt. Dazu kommen noch fünf Teilzeitkräfte. In vier Jahren soll sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt haben, hofft der Unternehmer.

„Unsere Auftragslage ist sehr gut und auch die Perspektiven stimmen“, sagt Kraus, der gute Mitarbeiter und jahrelange Berufserfahrung vorweisen kann. Vor der Selbstständigkeit war der 41-jährige Geschäftsführer zehn Jahre lang bei einem Konkurrenten beschäftigt, sechs seiner jetzigen Mitarbeiter hat Kraus direkt von dort mitgenommen. „In unserer Nische haben wir die besten Maschinen“, sagt der Unternehmer. Die Spaichinger Firma stellt die Hightech-Geräte nicht nur her, sie baut sie auch vor Ort auf, entwickelt gemeinsam mit dem Kunden den Arbeitsprozess und übernimmt zudem die Wartung. Die Maschinen dienen vornehmlich der Papierbe- und verarbeitung -- vom Wurfzettel bis zum Versandhaus-Katalog. Auch für das Verpacken von Produkten können sie eingesetzt werden. Gerade in diesem Bereich sieht Kraus langfristig wachsende Märkte, insbesondere im Ausland.

„Ein Gründer muss positiv denken und an sein Projekt glauben -- und er braucht Mut“, betont der Schwabe. Vor allem Letzteres ist ihm nicht abzusprechen. Schließlich hat Kraus den Sprung ins kalte Wasser nicht irgendwann gewagt, sondern mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.

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