CarboCert: Humus für eine bessere Umwelt

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Schwäbische Zeitung

Bodnegg (schr) - Wolfgang Ablers Gründungsidee könnte die Welt ein Stück weit verbessern. Er will CO-2-Zertifikate anbieten, mit denen Unternehmen ihren Schadstoff-Ausstoß zumindest auf dem Papier kompensieren können. Das Besondere dabei: Die Zertifikate basieren auf einer „Ökologisierung der Landwirtschaft“ wie es Alber ausdrückt. Er will Bauern dazu bringen, ihre Produktion so umzustellen, dass die Böden nachweislich humusreicher werden. „Humus bindet Kohlenstoff fix im Boden und entzieht der Atmosphäre CO-2.“ Abler steht erst am Anfang, denn Humusbildung ist ein langwieriger Prozess. Er hat 40 Landwirte ins Boot geholt und deren Böden untersuchen lassen. Erst in zwei bis fünf Jahren kann man weitere Proben ziehen, um konkret zu wissen, wie viel Humus sich dort neu gebildet hat. Um möglichst effektiv zu sein, müssen sich die Bauern von Monokulturen wie Mais verabschieden, weniger Dünger und Gülle ausbringen und auf wechselnde Fruchtfolgen umstellen. „Dieses Bewusstsein muss ich in die landwirtschaftlichen Betriebe tragen.“ Wer noch eins draufsetzen wolle, könnte die „Durchwachsene Silphie“ anbauen, eine pflegeleichte Staudenpflanze, die als Energiepflanze im Bereich Biogas zum Einsatz kommt. „Das ist die ideale Kultur für Humusaufbau.“ Zusätzlich muss Abler natürlich Begehrlichkeiten auf Unternehmens-Seite wecken. „Die Firmen geben viel Geld aus für sinnlose Marketingmaßnahmen aus. Blöcke und Kugelschreiber kann doch keiner mehr sehen.“ Dagegen könne man Kunden mit seinem Humus-Ökozertifikat positiv überraschen und Geschäftspartner beeindrucken. Abler betreibt nebenher selbst eine Landwirtschaft und war auf der Suche nach einem Konzept, dass die Bauern dazu bringt, nachhaltiger zu wirtschaften und etwas für die Umwelt zu tun und mit dem sich dabei auch noch Geld verdienen lässt. Auch aus Imagegründen sieht er Vorteile für die Landwirtschaft, die auch seiner Meinung nach für Klimaerwärmung und hohe Nitratbelastung der Böden mitverantwortlich ist.

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