Antje Kucher-Freudenthal: Reisen in aller Welt

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Schwäbische Zeitung
Christian Schreiber

Das Handy rauscht, Antje Kucher-Freudenthal taucht kurz in einem Funkloch im Schwarzwald ab. „Ich bin unterwegs, wie es zu meinem Job gehört.“ Die Aalenerin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als Reisebloggerin. Sie betreibt zwei Internetauftritte: Der eine befasst sich mit dem Thema USA (101usa.de), der andere richtet sich vornehmlich an ältere Semester (seniortraveller.de). Diesen hat sie unter das Motto „für den zweiten Reisefrühling“ gestellt. „Rentner hört doch niemand gerne.“ In jedem Fall sei es eine reiseaffine Zielgruppe. Viele ältere Menschen nutzten heutzutage Internet und Tablets wie selbstverständlich.

Ende vergangenen Jahres ging sie mit ihrer Geschäftsidee an den Start. Sie ist zuversichtlich, glaubt, dass sie bis Sommer oder Herbst von ihrem neuen Beruf leben kann. Das hätte auch ein unabhängiger Experte bestätigt, der sich mit ihrem Businessplan beschäftigt hat. Antje Kucher-Freudenthal hat einen Existenzgründungs-Zuschuss beantragt, damit ihr Unternehmen in die Gänge kommen kann. Ihr Einkommen muss sie in erster Linie aus Werbeeinnahmen erzielen. Außerdem schreibt sie gerade ein zweites Buch. Das erste handelte von einer Reise mit dem Motorroller von Mallorca nach Deutschland und war nach Angaben der 34-Jährigen recht erfolgreich. Die Aalenerin hat zwar keine journalistische Ausbildung, bringt aber ihrer Ansicht nach das nötige Rüstzeug für ein erfolgreiches Blogger-Dasein mit: „Bei mir kommt die Schreiblust aus der Natur heraus.“ Zudem habe sie als Marketingreferentin eines Werkzeug-Unternehmens gelernt, sich in komplexe, technische Themen einzuarbeiten, zu recherchieren und Texte zu schreiben.

Antje Kucher-Freudenthal ist der Ansicht, dass Reiseblogs in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken und eine blühende Zukunft haben. Am US-amerikanischen Markt würden bereits Milliardenumsätze gemacht. Sie hat sogar schon Ideen für weitere Blogs, die sich um die Themen Wohnmobil, alleine reisen oder reisen für Frauen drehen könnten. Aber jetzt erst mal ran im Schwarzwald: Das Finale des Schlittenhund-Rennens steht bevor – und das liegt leider in einem Funkloch.

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