abc - mit Sprachen wachsen

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Uwe Meinert
Uwe Meinert

Die kleine Firma abc mit Sitz in Markdorf und Uhldingen-Mühlhofen will bald zur „besten und bekanntesten“ Sprachschule in der Region werden. Nach einem viel versprechenden Start bewirbt sich Geschäftsführer Uwe Meinert nun um den „Gründerpreis der Schwäbischen“.

Der Sprung in die Selbstständigkeit war bei Uwe Meinert nicht von langer Hand geplant -- er geschah vielmehr aus der Not heraus. Nach mehr als 30 Jahren als Angestellter bei verschiedenen Unternehmen, verlor der studierte Betriebswirt 2004 überraschend seinen Job. „Ich war geschockt. Man hatte plötzlich das Gefühl, trotz guter Ausbildung nicht mehr gebraucht zu werden“, erinnert sich der heute 57-Jährige an die schwierige Zeit.

Doch Meinert ist kein Mensch, der schnell verzagt. Nach eineinhalb Jahren in der Arbeitslosigkeit und zahlreichen Bewerbungen ergab sich Ende 2005 eine Chance für ihn: Der kleinen Sprachschule abc (anglo business communication) in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee kam der Chef abhanden, da dieser nach England zurückkehrte. Meinert, der den Betrieb bereits beratend unterstützte, griff zu und übernahm abc zum 1. Januar 2006 als Geschäftsführer.

Und seitdem startet das kleine Unternehmen durch: Aus anfangs drei Sprachlehrern für Englisch und Deutsch sind mittlerweile 75 (freischaffende) Trainer geworden, die alle wichtigen europäischen Sprachen und auch Chinesisch unterrichten. Daneben arbeiten in der abc-Zentrale in Markdorf drei Büro-Mitarbeiterinnen.

Der Geschäftsführer selbst unterrichtet nicht, sondern kümmert sich um Marketing und Vertrieb -- und das mit Erfolg: Der Umsatz von abc stieg von 126 000 Euro (2006) auf 524 000 Euro (2009). Im laufenden Jahr peilt Meinert 600 000 Euro an. Gelingen soll dies durch „qualitativ hochwertigen Sprachunterricht“ für Fach- und Führungskräfte und auch spezielles interkulturelles Training, das weit über Grammatik- und Vokabellernen hinausgeht. Die Bandbreite reicht dabei von der Schulung internationaler Teamarbeit bis zu landestypischen sportlichen und kulturellen Aktivitäten. Die Nachfrage in den Unternehmen ist groß. „Wir wollen zur besten und bekanntesten Sprachschule in der Region werden“, sagt der abc-Chef, der bereits Standorte in München, Berlin und Hamburg plant. Zahlreiche renommierte Kunden kann man bereits vorweisen: ZF Friedrichshafen, Conti, T-Systems, Boehringer und Vetter sind nur einige davon.

Uwe Meinert ist nicht nur optimistisch für die Zukunft als Unternehmer, er sagt auch: „Heute könnte ich gar nicht mehr als Angestellter arbeiten.“ Vielleicht liegt ihm die Selbstständigkeit ja doch im Blut. Denn schon als Student hatte er den Gedanken, einen eigenen Büroservice zu gründen. Auch wenn damals, vor mehr als 30 Jahren, nichts daraus wurde, den Namen hatte Meinert bereits im Kopf: Die Firma sollte abc heißen.

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