Digitalredakteurin
Schwäbische Zeitung

Andrea Pauly im Gespräch mit einer Thüringerin im Westen und einem Schwaben im Osten

Als die Mauer fiel und ihr Land plötzlich nicht mehr existierte, war Ina Schultz - damals noch Odersky - ein Kind. Sie lebte in Ilmenau in Thüringen, ging in die fünfte Klasse, hatte gerade das rote Tuch der Pioniere bekommen und begonnen, Russisch zu lernen. Plötzlich hatte das alles keine Bedeutung mehr. Die gebürtige Thüringerin kam mit ihrem ersten Mann in den Westen, der bei der Bundeswehr in Sigmaringen stationiert war. Damals war sie gerade 20 Jahre alt. Im Podcast spricht die Hohentengenerin über ihre Vergangenheit. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Thüringen und von der gefühlten Bedeutungslosigkeit, die vor allem die Generation ihrer Eltern nach der Wende beschäftigte. Sie liest aus ihren Zeugnissen vor, erzählt vom Rennschlittensport und überlegt, welche Aspekte ihrer ostdeutschen Vergangenheit sie ihren Kindern mit auf den Weg gibt. Außerdem kommt Bertram Henn zu Wort: Er ging 1993 von Trossingen in den Osten - eigentlich wollte er dort nur wochenweise arbeiten. Doch dieser Plan erwies sich schnell als unrealistisch, so dass er mit seiner Frau und drei Kindern ganz übersiedelte. Bis heute lebt und arbeitet er in der Nähe von Dresden. Beide äußern sich auch zur politischen Lage im Osten der Republik: Beide sehen den Frust der Menschen, die sich nicht wahr- und ernst genommen fühlen. Ihre Reaktionen auf die Wahlergebnisse im Osten sind jedoch unterschiedlich.