Wassermasse

Wassermassen stellen Einsatzkräfte vor Herausforderungen

Ulm / Lesedauer: 3 min

Wassermassen stellen Einsatzkräfte vor Herausforderungen
Veröffentlicht:30.05.2016, 21:27
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Das Unwetter vom Sonntag hat die Feuerwehr , THW, DRK und Polizei in mehreren hundert Einsätzen gefordert. Hier einige Eindrücke.

Wassermassen schließen Frau ein

Dramatische Szenen spielten sich in einem Haus in Einsingen ab, wo Wassermassen durch ein Fenster brachen und einen Keller in Sekundenbruchteilen fluteten: Eine Frau wurde von ihnen eingeschlossen, sie konnte aber befreit werden, sagte der Ulmer Feuerwehrkommandant Prinzing.

Wasser schießt aus dem Krankenhausboden

Im Erdgeschoss der Donauklinik drang am Sonntagabend plötzlich Wasser aus dem Boden: Vorsorglich entschieden die Chefärzte, die Notaufnahme bei der Integrierten Leitstelle abzumelden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Direktor Ernst-Peter Keller betont. Haustechniker machten sich auf die Suche nach der Ursache, der Befund: Offenbar war ein Abflussrohr nicht ordnungsgemäß montiert worden, wodurch es bei dem starken Regen zu einem Rückstau kam – das Wasser drang in den Hohlraum zwischen Untergeschoss und Erdgeschoss ein. Der Schaden müsse mit „einigem Aufwand“ repariert werden, so Keller. Man prüfe, ob Regressansprüche gegenüber der Handwerksfirma geltend gemacht werden. Die Notaufnahme blieb eine Stunde lang geschlossen.

Werksfeuerwehr setzt Spezialpumpen ein

Der sintflutartige Regen ließ in Senden den Hauptabwassersammler in Richtung Freudenegg vollaufen, das Wasser staute sich zurück, sagte Kreisbrandrat Schmidt. Schlimmeres sei verhindert worden, weil der Regen nachließ und die Werksfeuerwehr der Firma Wieland eine Spezialpumpe einsetzte. Ansonsten hätte das Wasser in die etwa 400 Meter entfernte Iller abgeleitet werden müssen.

Südlicher Landkreis Neu-Ulm blieb verschont

Der südliche Landkreis Neu-Ulm blieb vom Unwetter weitgehend verschont. Vereinzelt habe es Notrufe aus Vöhringen gegeben, sagt Kreisbrandrat Schmidt.

Während der Regenschauer seien Telefon- und Internetverbindungen in manchen Orten zeitweise ausgefallen, hieß es.

Unfälle auf den Autobahnen

Drei mal krachte es auf regenassen Fahrbahnen – auf der A7 bei Nersingen, auf der A8 bei Elchingen und bei Dornstadt. Insgesamt wurden drei Personen verletzt.

Bürger wählen 110 statt 112

Viele Bürger in Ulm und Umgebung seien am Sonntag laut Polizei dazu übergegangen, vollgelaufene Keller über den Polizei-Notruf 110 zu melden, weil die Nummer 112 der Feuerwehr überlastet gewesen sei. Die für den Kreis Neu-Ulm zuständige Rettungsleitstelle in Krumbach sei zu erreichen gewesen.

Versicherungen arbeiten auf Hochtouren

Die Versicherungskaufleute der Region hatten gestern mitunter bereits viel zu tun: Mehrere überschwemmte Kellerwohnungen und Garagen wurden gemeldet, sagt Oliver Freiwald, der Ulmer Bezirkssprecher des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Auch wenn Ulm und Neu-Ulm im Vergleich zu anderen Regionen bei dem Unwetter noch glimpflich davon gekommen seien, so werde der Sachschaden sicher in die Millionen gehen.

Fahrbahndecke schwimmt weg

In Ulmer Königsstraße trug der Wasserstrom die Oberdecke der Fahrbahn ab. Der Baubetriebshof richtete eine Absperrung ein.

Die Einmündung der Böfinger Steige in die Talfinger Uferstraße war wegen Hochwasser zeitweise nicht mehr befahrbar, hieß es.

50 Ferkel ertrinken im Stall

In Ermingen lief ein „reißender Fluss“ mit einer Breite von 200 bis 300 Metern durch den Ort und. Und in Eggingen ertranken 50 Ferkel in einem Stall.