Zellbiologie

Ulmer Neurowissenschaftler in Leopoldina aufgenommen

Ulm / Lesedauer: 2 min

Professor Tobias Böckers forscht unter anderem auf dem Feld der Demenz. Auch ein Ulmer Batterieforscher wurde zum Mitglied ernannt.
Veröffentlicht:29.07.2022, 12:44

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Der Leiter des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Universität Ulm, Professor Tobias Böckers , ist als neues Mitglied in die Nationalen Akademie der Wissenschaften – die „Leopoldina“ – aufgenommen worden. Der Neurowissenschaftler musste nach seiner Ernennung pandemiebedingt rund drei Jahre auf die Aufnahmezeremonie warten. Ebenfalls seit 2019 Mitglied der Leopoldina ist Professor Stefano Passerini. Der Batterieforscher leitet als stellvertretender Direktor das von der Universität mitgegründete Helmholtz-Institut Ulm.

Es geht um die Informationsverarbeitung im zentralen Nervensystem

Wie die Ulmer Universität mitteilt, würdigt die Nationale Akademie der Wissenschaften mit der Aufnahme die Verdienste von Professor Tobias Böckers um die Neurowissenschaften. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Informationsverarbeitung im zentralen Nervensystem als Grundlage für Lern- und Gedächtnisvorgänge. Im Fokus: die postsynaptische Dichte (PSD) und die PSD-Proteine. Böckers untersucht auch die Rolle dieser Proteine bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Amyotrophe Lateralsklerose.

Seit 2003 leitet Böckers an der Universität Ulm das Institut für Anatomie und Zellbiologie und er fungiert als Studiendekan Medizin. Außerdem ist er Leiter der Kooperationsgruppe „Translational Biochemistry“ am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Ulm.

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Nach rund drei Jahren ohne eine offizielle Aufnahmefeier wurde Professor Tobias Böckers Mitte Juli die Mitgliedsurkunde übergeben. Die Laudationes für alle neuen Mitglieder hielt der Präsident der Leopoldina, Professor (ETHZ) Gerald Haug. „Ich freue mich außerordentlich über die Wahl in die Nationale Akademie der Wissenschaften. Es ist eine Ehre, aber auch eine besondere Verantwortung, die Wissenschaft im Austausch mit Politik und Gesellschaft überzeugend zu vertreten“, so Professor Tobias Böckers.

Das ist die Leopoldina

In der Leopoldina sind die beiden Ulmer Professoren Böckers und Passerini in guter Gesellschaft: Die 1600 Mitglieder leisten unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Die Expertinnen und Experten erarbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen interdisziplinäre Stellungnahmen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in nahezu allen Forschungsbereichen – auch in internationalen Gremien. Gegründet wurde die Leopoldina im Jahr 1652; 2008 wurde sie zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt.