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Ulm erinnert an Schwabenzüge vor 300 Jahren

Ulm / Lesedauer: 2 min

Mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen wird der Aufbruch von Ulm aus entlang der Donau anno 1712 thematisiert
Veröffentlicht:27.04.2012, 21:00

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Sie stammten aus Hessen, dem Saarland, dem Elsass, aus der Schweiz – zu „Schwaben“ wurden die Auswanderer, die sich vor allem im 18. Jahrhundert auf den Weg nach Südosteuropa machten, durch den Ort, an dem die Migranten sich an der Donau einschifften: Ulm. Unter dem Motto „Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712/2012“ erinnert die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen an den Beginn der so genannten Schwabenzüge, die nach heutigen Schätzungen über 400 000 deutschsprachige Auswanderer in die Donauländer auf dem Balkan brachte.

Auftakt ist bereits am Sonntag, 6. Mai, um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Wengenkirche – dem Gotteshaus, das für die zumeist katholischen Auswanderer große Bedeutung hatte. Am gleichen Tag ist in der Lichtburg (19 Uhr) der Film „Eine Anleitung, um die Vergangenheit zu ändern“, der Ulmer Filmemacherin Antje Engelmann zu sehen, die ihren donauschwäbischen Wurzeln durch die Welt folgte.

Das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) eröffnet am Donnerstag, 10. Mai, um 19 Uhr seine Ausstellung „Schwaben an der Donau. Die Ansiedlung in Ungarn im 18. Jahrhundert und ihre Folgen“, die den Fokus auf die Zielgebiete der Auswanderung richtet.

Die Gegenperspektive nimmt eine Open-Air-Ausstellung ein, die an 17 Stationen im Stadtgebiet nach Spuren der Schwabenzüge sucht – und so deren Bedeutung für Alltag und Entwicklung in Ulm beleuchtet. Eröffnet wird die von der Historikerin Marie-Kristin Hauke konzipierte Schau am Freitag, 11. Mai, um 17 Uhr am Donauschwabenufer. Im Anschluss daran findet eine Tanzperformance statt. Den Tag rundet der offizielle Festakt um 20 Uhr im Stadthaus ab, der die Wanderungswellen des 18. Jahrhunderts in Bezug zu heutigen Migrationsbewegungen setzt.

Am Samstag, 12. Mai, folgt, ebenfalls im Stadthaus, das Symposium „Aufbruch entlang der Donau“ der Europäischen Donauakademie (10 bis 15 Uhr), bei dem auch der ungarische Autor György Konrád spricht. Am Abend findet um 20 Uhr im Münster ein „Konzert, der Donau entlang“ statt, mit Werken von Komponisten aus den Donauländern.

Die Wochen und Monate danach stehen ebenfalls ganz im Zeichen des europäischen Stroms – vor allem durch das Internationale Donaufest (6. bis 15. Juli). Die Rolle der Stadt im Donauraum dürfe man nicht unterschätzen, sagt Oberbürgermeister Ivo Gönner: „Ulm wird in Südosteuropa als Ort des Ausgangs wahrgenommen“, schildert er seine Erfahrungen, die er bei Reisen gesammelt hat.

An Hauswänden, sogar auf Dorfwappen in Serbien hat das Stadtoberhaupt schon Darstellungen von Ulmer Schachteln erspäht. Ehrensache, dass auch die Originale zum Jubiläumsjahr immer wieder auf der Donau zu sehen sein werden.