Testfeld

Ulm wird Testfeld für automatisiertes Fahren

Ulm / Lesedauer: 4 min

Digitale Ampeln, kommunizierende Schilder: Bei einem Projekt der Europäischen Union spielt Ulm eine zentrale Rolle und profitiert von ihrer Wissenschaftsstadt.
Veröffentlicht:11.12.2018, 21:27
Aktualisiert:22.10.2019, 14:00

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Ulm wird zu einem Testfeld für automatisiertes Fahren und die Vernetzung von Fahrzeugen. Wie Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch zusammen mit Vertretern der beteiligten Akteuren wie der Uni Ulm, Nokia , Swarco und BMW verkündete, ist Ulm neben der italienischen Stadt Verona der einzige kommunale Partner eines wegweisenden EU-Projekts mit der sperrigen Abkürzung „ICT4Cart“.

Acht Millionen Euro stellt die EU durch ihr Forschungsrahmenprogramm zur Verfügung, weitere zwei Millionen steuern die Partner aus der Wirtschaft bei. Ziel ist es, beim automatisierten Fahren die Vernetzung der Fahrzeuge, also den Datenaustausch untereinander, durch eine optimierte Infrastruktur zu verbessern. Und hier gilt Ulm aus vielerlei Gründen als Vorreiter.

Wir hoffen auf wirklich zukunftsweisende Resultate, die nicht nur das autonome und vernetzte Fahren voran bringen, sondern auch den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Ulm stärken.

, Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch

Ulm bekomme für die Laufzeit des Projekts von drei Jahren 100.000 Euro überwiesen, die Uni Ulm 600.000 Euro. Doch viel wichtiger, als diese Summe, sei es so Czisch, dass in der Ulmer Innenstadt ausprobiert werde, was auf dem Eselsberg entwickelt wird. „Wir hoffen auf wirklich zukunftsweisende Resultate, die nicht nur das autonome und vernetzte Fahren voran bringen, sondern auch den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Ulm stärken.“

Nokia betreibt in Ulm schon jetzt 5G-Netz

Die Partner des deutschen Testfeldes in Ulm sind neben der Universität Ulm (Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik) auch Nokia Solutions and Networks. Die Finnen, die in Ulm 750 Menschen beschäftigen, gelten als führend, was den neuen Mobilfunkstandard 5G angeht, der in Ulm entwickelt wird.

Die neue Technikgeneration gilt als Schlüsseltechnologie für vernetztes Fahren. Schon jetzt betreibt Nokia in Ulm ein eigenes 5G-Mobilfunknetz zu Forschungszwecken. Damit, so Nokia-Standortchef Hans-Joachim Dreßler, habe Ulm als vergleichsweise kleiner Firmenstandort eine große Sichtbarkeit. Ulm habe in den zwei vergangenen Jahre den firmeninternen „Location Award“ gewonnen, was eine große Auszeichnung sei.

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Ulmer forschen an autonom fahrendem Auto

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Bereits jetzt wird die Vernetzung der Fahrzeuge konkret in Ulm erprobt: Nicht nur die Fahrzeuge selbst müssen „smart“ werden, sondern auch das Umfeld, in dem sie unterwegs sind. Das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik an der Uni Ulm, das nach Aussage von Professor Klaus Dietmayer eines der „ganz wenigen Institute“ in Deutschland sei, das die Zulassung für den (abgesicherten) Testbetrieb von selbstfahrenden Autos hat, betreibt eine „Forschungskreuzung“ im Stadtteil Lehr.

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Wie Dietmayer beschreibt, lernen die Ampeln der Zukunft, in Kontakt mit den Autos zu treten. Sie melden etwa dem Chip im Auto, wenn sich an einer Kreuzung Verkehr nähert, den die Auto-Sensoren nicht erfassen. „Normalen“ hilft in solchen Situationen der rot-weiß umrandete Spiegel. Den solle es künftig auch digital geben.

Weitere Testkreuzung

Eine weitere Testkreuzung werde an der Ampel vor der Sporthalle-Nord am Berliner Ring entstehen. Erforscht werden soll hier, wie Staus an der Ampel frühzeitig und für jede Spur an das selbstfahrende Auto kommuniziert werden. Und genau hier trifft die Nokia-Kompetenz in Sachen hochgenauer Datenübermittlung auf das geballte Know-how des Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik in ihren Versuchsfahrzeugen.

Ulmer Parkhäuser – und da insbesondere das Deutschhaus – als Testfeld hat sich der Münchner Autohersteller BMW ausgesucht. „Smart Parking“, also intelligentes Parken, ist das Thema von Ulrich Fastenrath, dem Leiter des BMW-Forschungs- und Innovationszentrums. BMW will in Ulm, so Fastenrath, Algorithmen, also errechnete Handlungsvorschriften, für ideales Park- und Flottenmanagement entwickeln. OB Czisch drückte aus, was das bedeutete: „Dass halt nicht so wie bei Car2go in Ulm alle Smarts auf dem Parkplatz an der Uni stehen.“

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