Jobsuche

So viele offene Stellen wie selten in der Region

Ulm / Lesedauer: 3 min

Wer im Raum Ulm, Biberach und Ehingen jetzt einen Job sucht, hat gute Karten. Es kommt aber auch auf die Branche an. So steht es um die Geflüchteten aus der Ukraine.
Veröffentlicht:30.07.2022, 11:00

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Gute Nachrichten für Menschen auf Jobsuche. Im Bezirk der Ulmer Agentur für Arbeit, zu dem die Stadt Ulm, der Alb-Donau-Kreis und der Kreis Biberach gehören, waren im Juli so viele offene Stellen gemeldet, wie fast noch nie.

Laut Agentur für Arbeit sei zwischen Ulm , Biberach und Ehingen aktuell die Personalnachfrage „groß“. In Zahlen bedeutet das: Es liegen 6076 Arbeitsangebote vor. Zur Einordnung: Bislang seien in einem Juli nur im Jahr 2018 mehr offene Stellen gemeldet worden als in diesem Juli.

Hier sind viele Stellen offen

Gefragt sei aktuell vor allem Personal in diesen Branchen: neben den Personaldienstleistungen im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch im Bau- und im Gastgewerbe seien viele Stellen vakant.

Nicole Schwab , die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit, rät: „Sollten für eine Einstellung erforderliche Qualifikationen fehlen, dann vor Absage unbedingt bei der Arbeitsagentur anfragen.“ In Punkto Qualifizierung und Weiterbildung könne die Agentur für Arbeit sowohl beratend wie auch finanziell unterstützen. Das gelte für Arbeitslose und Beschäftigte.

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Auf der Suche sind die regionalen Unternehmen aber nicht nur nach Mitarbeitern, sondern auch nach Auszubildenden. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei „weiter hoch“. Im Juli waren noch 1776 Ausbildungsstellen unbesetzt, das waren 28,2 Prozent mehr als zur selben Zeit im Vorjahr.

Und wie ist die Lage der aus der Ukraine in die Region geflüchteten Menschen? Seit Juni haben sie Anspruch auf Leistungen nach dem Zweiten bzw. Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB II bzw. SGB XII) und werden durch die regionalen Jobcenter betreut (Jobcenter Ulm, Alb-Donau und Biberach). Gemeldet waren im Juli in der Region 1777 erwerbsfähige Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. 1059 von ihnen seien aktuell arbeitsuchend und 634 arbeitslos. „Arbeitssuchend“ bedeutet, dass sie einen Sprachkurs besuchen.

Biberach wieder ganz vorne

Spitzenreiter bei der Beschäftigung ist in der Region nach wie vor der Kreis Biberach mit einer Arbeitslosenquote im Juli von zwei Prozent, gefolgt vom Alb-Donau-Kreis (2,3 Prozent) und der Stadt Ulm (3,5 Prozent). Arbeitslos waren in Biberach 2421 Frauen und Männer, im Alb-Donau-Kreis 2635 und in Ulm 2563 Menschen. Landesweit steht der Ulmer Bezirk nach wie vor spitze da. In keinem anderen war die Arbeitslosigkeit im Juli so niedrig (2,5 Prozent). Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg lag bei 3,6 Prozent.

Unterm Strich ist die Arbeitslosigkeit im Ulmer Bezirk im Juli im Vergleich zum Vormonat Juni leicht gestiegen, jedoch gesunken im Vergleich zum Juli vor einem Jahr. Dass im Sommer mehr Menschen arbeitslos sind, sei „üblich“, so Nicole Schwab. „Viele junge Menschen beenden Schule oder Ausbildung, suchen eine Anschlussbeschäftigung und melden sich vorübergehend arbeitslos.“

Ganz verflogen sind die Nachwehen der Pandemie am Arbeitsmarkt und für die Betriebe in der Region noch nicht. So hätten 20 Unternehmen für diesen Juli Kurzarbeit angemeldet (jedoch „nur“ für 212 Beschäftigte). Gründe: zum einen Lieferengpässe und Materialknappheit, aber eben auch „Aus- und Nachwirkungen der Pandemie“.