Attacke

Schaden geht in die Tausende: Zirkus setzt nach Attacke Belohnung aus

Ulm / Lesedauer: 3 min

Zirkus-Hasser wirf dem Ulmer Weihnachtscircus Tierquälerei vor – dabei sollen fast nur „Haustiere“ zu sehen sein. Im Dezember heißt es „Manege frei“.
Veröffentlicht:10.11.2022, 14:35
Aktualisiert:10.11.2022, 20:53

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Sogar Artisten aus der Ukraine sollen auftreten. Und nicht nur bei Kindern, sondern auch bei vielen Eltern dürfte die Vorfreude schon jetzt groß sein: Nach zwei Corona-Wintern ohne Vorstellungen öffnet der Ulmer Weihnachtscircus in diesem Jahr wieder seine Manege. Bei Zirkus-Chef Matthias Bergstaedt aus Westerheim, der die bunte Show in der Ulmer Friedrichsau wieder organisiert, ist die Stimmung jedoch im Keller.

Schilder sollen hängen bleiben

Der Grund: Vandalen haben übers Wochenende rund 100 Schilder, die für das Event die Werbetrommel rühren, beschmiert und dadurch zerstört.

Bergstaedt, der bei den Veranstaltungen selbst auch in die Rolle des Zirkusdirektors schlüpft, schätzt den Schaden auf mehrere Tausend Euro. Denn: Man dürfe nicht nur den reinen Wert der 100 Schilder sehen, sondern auch den Aufwand dahinter. Um die Schilder aufzuhängen, seien Lohn- und Spritkosten angefallen.

Die mittels einer Spraydose beschmierten und somit zerstörten Schilder hängen allesamt in Ulm , sagt Bergstaedt. Und das sollen sie zunächst auch weiterhin, Bergstaedt will sie nicht abnehmen.

Und das, obwohl sie durch die Attacke eine für den Zirkus wenig schmeichelhafte Botschaft verbreiten. Der Weihnachtscircus betreibe „Tierquälerei“, heißt es, oder „Tiere raus“ und „Stop, Stop“. Bergstaedt geht davon aus, dass es immer derselbe Täter war, der alle Schilder besudelt hat. Darauf deute die Art der Schrift hin.

Fokus liegt auf Artisten

Zum Vorwurf der Tierquälerei in seinem Zirkus sagt Bergstaedt: Man führe „keine Wildtiere“ vor, lediglich Tiere, „die die Leute sowieso in ihrem Garten haben“, Pferde und Ponys zum Beispiel. Unter den Showtieren befinden sich jedoch auch mehrere Kamele.

Aber tatsächlich: Der Fokus des Ulmer Weihnachtscircus liegt nicht auf Animalischem, sondern vor allem auf menschlichen Darbietungen. Verblüfft werden sollen die Besucher in erster Linie durch erstklassige Artisten, Akrobaten und Clowns aus aller Welt. Ein Höhepunkt wieder: das „doppelte Todesrad“ einer Gruppe aus Kolumbien.

Einen konkreten Verdacht, wer hinter der Farbattacke stecken könnte, hat Bergstaedt nicht. Auch habe es ähnliche Vorfälle in den vergangenen Jahren nie gegeben. Doch man lebe, so Bergstaedt, leider in einer Zeit, in der es en vogue erscheint, auch „tolle Gemälde mit Babybrei“ zu bewerfen. Dass es nun auch seinen Zirkus getroffen hat, überrasche ihn da kaum.

User im Netz sind sauer

Ziemlich eindeutig fällt das Urteil der User im Internet aus, die Bergstaedt bei Facebook über die Attacke informiert hat. „Nur Bekloppte auf dieser Welt, die alles stört und gegen alles sind“, schreibt einer. Ein anderer: „Schade, dass so wenig bei solchen Taten erwischt werden.“ Hier will Bergstaedt nun aber nachhelfen. Er hat eine Belohnung ausgesetzt. 1000 Euro bekommt, dessen Hinweise helfen, den oder die Täter zu fassen. Auch die Polizei ermittelt.

Seine Pforten eröffnet der Weihnachtscircus übrigens am 22. Dezember (bis 8. Januar). Karten gibt’s schon jetzt: Täglich am Kartenwagen direkt an der Messe Ulm, gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle.