StartseiteRegionalRegion Ulm/Alb-DonauUlmProzessauftakt in Ulm: Mutmaßliche Drogenbande vor Gericht

Handel im großen Stil

Prozessauftakt in Ulm: Mutmaßliche Drogenbande vor Gericht

Ulm / Lesedauer: 3 min

Die drei Männer sollen in Ulm mit Kokain, Heroin und Amphetaminen gehandelt haben. Die Drogen hatten einen Wert von mehreren Zehntausend Euro. Was den Angeklagten jetzt blüht.
Veröffentlicht:29.11.2023, 11:50

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Drogen verkaufen und damit das große Geld machen. Das hatten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft drei Männer aus Ulm im großen Stil geplant.

Im vergangenen Jahr sollen sie sich dafür große Mengen an Betäubungsmitteln besorgt haben. Mit dem Plan, Kapital daraus zu schlagen. Ein 36-Jähriger, ein 39-Jähriger, ein 42-Jähriger und ein weiterer Beteiligter müssen sich deshalb jetzt vor dem Ulmer Landgericht verantworten.

Drei Angeklagte in Untersuchungshaft

In Handschellen und mit Fußfesseln werden die drei Angeklagten, die allesamt in Untersuchungshaft sitzen, am Dienstagmorgen in den Gerichtssaal geführt. Im Sommer vergangenen Jahres sollen sich die drei Männer aus dem Raum Ulm dazu entschlossen haben, ins Drogengeschäft einzusteigen und mit dem Verkauf viel Geld zu machen.

Drogen wurden aus Münster nach Ulm geliefert

Bei den Betäubungsmitteln soll es sich vor allem um Heroin, Kokain und Amphetamin gehandelt haben, zählt der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklageschrift auf. Diese sollen sich die drei Männer zuvor „bei einer Gruppe aus dem Raum Münster“ bestellt haben und sich mittels Kurierfahrern nach Ulm liefern lassen.

Mehrmals große Mengen an Betäubungsmitteln bestellt

Insgesamt dreimal seien die Kurierfahrer zwischen August und Dezember 2022 nach Ulm gekommen. Auf dem Parkplatz eines Restaurants im Stadtteil Böfingen sei es jedes Mal zur Übergabe gekommen.

Beim ersten Mal sei ein Kilogramm Kokain geliefert worden, später 800 Gramm Heroin. Beim dritten Mal sei zu den abermals 780 Gramm Heroin und 129 Gramm Kokain noch ein Kilogramm Amphetamin hinzugekommen.

Im letzten Fall soll dann der 51-Jährige, der als vierter Angeklagter vor Gericht sitzt, ins Spiel gekommen sein. Nach der Übergabe der Kurierfahrer aus Nordrhein-Westfalen soll der Ulmer Taxifahrer als Bote gedient haben, um die bestellte Ware vom Übergabeplatz zum Versteck zu transportieren.

So kam der Taxifahrer ins Spiel

Dabei soll er zumindest „einen Teil der Betäubungsmittel in seinen Kofferraum geladen“ und dieses durch Ulm transportiert haben, so der Staatsanwalt. Das Ziel: eine Kleingartenanlage in Ulm, wo die Ware im Wert von mehreren Zehntausend Euro in einer Gartenhütte für den späteren Weiterverkauf zwischengelagert werden sollte.

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge,

lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Dem Taxifahrer wird deshalb Beihilfe zum Drogenhandel und zugleich der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln vorgeworfen.

Das wird den drei Männern vorgeworfen

Angeklagt sind zudem der 36- und 42-Jährige deshalb in drei, der 42-Jährige gar in vier Fällen. „Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Und diese „geringe Menge“, die bei Drogenabhängigen oftmals zum Eigenkonsum dient und in vielen Fällen juristisch keine Relevanz hat, sei bei den Großbestellungen der Angeklagten massiv überschritten worden: Unter anderem 106 Mal habe die Menge an Heroin diese Grenze überschritten, zwölfmal beim Kokain und zehnmal bei den Amphetaminen, so der Staatsanwalt.

Verständigung vor Prozessbeginn

Selbst zu Wort kommen die Angeklagten an diesem Tag allerdings noch nicht. Vor Beginn der Hauptverhandlung hatten sich Richter, Staatsanwalt und die Verteidiger der vier Männer zu Verständigungsgesprächen zurückgezogen, in denen die Verfahrensbeteiligten Stellungnahmen, unter anderem zum möglichen Strafmaß, abgeben können.

Mit diesen Strafen müssen die Angeklagten rechnen

Schon vor Verhandlungsbeginn ist daher klar, welche Freiheitsstrafen den Angeklagten blühen könnte:

In Anbetracht des weiteren Verlaufs der Verhandlung, muss der 39-Jährige laut Vorsitzendem Richter mit mindestens fünf Jahren und neun Monaten Haft rechnen, die anderen beiden Männer mit mindestens fünf Jahren und drei Monaten. Der angeklagte Taxifahrer könnte hingegen mit einer Bewährungsstrafe davonkommen.

Im Verfahren sind noch neun weitere Sitzungstage anberaumt, an denen 20 Zeugen zu Wort kommen sollen. Mitte Januar könnte ein Urteil fallen.