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Oberbürgermeisterwahl in Ulm

OB-Kandidat Daniel Langhans will sich „für ein Leben in Frieden einsetzen“

Ulm / Lesedauer: 3 min

Daniel Langhans möchte Oberbürgermeister von Ulm werden ‐ Was er über Flüchtlinge, Sicherheit und Krisen sagt.
Veröffentlicht:25.11.2023, 11:50

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Die Ulm Bürger wählen am 3. Dezember ihren Oberbürgermeister ‐ oder ihre Oberbürgermeisterin. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl: Amtsinhaber Gunter Czisch (CDU), Lena Schwelling (Grüne), Martin Ansbacher (SPD) sowie Daniel Langhans und Thomas Treutler, beide parteilos. Vorab stellen wir alle Kandidaten und ihre Ziele für die Stadt Ulm vor. In der heutigen Ausgabe steht Daniel Langhans Rede und Antwort.

Mit welchen Erfolgen kann Ulm 2030 bei der Eröffnung der Landesgartenschau dank Ihnen als OB prahlen?

Man wird im Jahr 2030 rückblickend feststellen, dass ‐ speziell seit 2020 ‐ bei der Entwicklung hin zu einer wirklichen Demokratie in Deutschland die Stadt von Hans und Sophie Scholl eine ehrenhafte Rolle gespielt hat.

Beim Bier in der Kneipe spricht Sie ein Gast auf die nicht enden wollenden Baustellen und Umleitungen in Ulm und die damit schlecht erreichbaren Geschäfte an. Was entgegnen Sie ihm?

Dass der Gast selbst die Ursachen für die vielen Baustellen und die katastrophale Verkehrspolitik erkennen kann: jeder von uns hat die Möglichkeit, sich öffentlich zu engagieren und für ein Leben in Frieden und Selbstbestimmung einzusetzen.

Was entgegnen Sie einer Frau, die Ihnen sagt, dass sie abends nicht mehr alleine durch die Ulmer Innenstadt laufen möchte, weil die Schlagzeilen in den Medien sie so verunsichern?

Ja, dass Ulm wieder sicherer werden muss, ist unser aller Anliegen. Wir sollten die tatsächlichen Ursachen für dieses Problem ohne Scheu thematisieren.

Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, Inflation: Wie herausfordernd sind derartige globale Themen aktuell für Ulm und was macht das mit der Gesellschaft?

Solche Themen polarisieren, ja spalten die Menschen voneinander ab. Insbesondere hinsichtlich der Kriege in anderen Ländern muss jedoch in einem Rechtsstaat gewährleistet sein, dass jeder Bürger seine eigene Wahrnehmung haben und auch öffentlich äußern kann. Versuche der Politik, auf dem Weg über das Strafrecht den Debattenraum der Demokratie einzuschränken, sind grundgesetzwidrig. Das genau findet jedoch im Moment statt. Da sollten alle ‐ ob „linke“ oder „rechte“ ‐ Demokraten dagegen aufstehen.

Ein anderes Problem, das nicht nur Ulm hat: die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. Wie viel kann Ulm Ihrer Ansicht nach noch stemmen?

Es sollte diesbezüglich auch in Ulm so verfahren werden, wie überhaupt in Deutschland: Das Asylrecht ist konsequent anzuwenden. Und eine Justizministerin, die aus meiner Sicht gesetzwidrig handelt, sollte sofort abtreten. Und von einem OB ist zu erwarten, dass er das in Richtung Berlin klar und deutlich fordert.

++ Hier finden Sie alles zur OB-Wahl in Ulm ++

Wer ist Ihr politisches Vorbild?

Hans und Sophie Scholl. Beide sind mein Vorbild. Sie haben sich mutig ‐ und ohne Rücksicht auf die Folgen für ihr Leben ‐ eingesetzt für die Menschenwürde, für die Wahrheit und für die Befreiung der Bürger von Gewaltherrschaft und Krieg.

Welche TV-Sendung oder Serie haben Sie zuletzt geschaut?

Daran kann ich mich ‐ tatsächlich ‐ nicht mehr erinnern.

Welchen skurrilen Gegenstand besitzen Sie daheim und warum ist der Ihnen wichtig?

Skurril nicht, aber wichtig ist mir meine Gitarre ‐ zu der ich mit lieben Menschen Lobpreislieder und auch deutsche Volkslieder singe. Das erhebt die Seele.

Über was mussten Sie zuletzt so richtig herzhaft lachen?

Darüber, dass von Medien aus meiner Sicht noch immer versucht wird, Menschen, die klar und quer und selber denken, mit Schlagworten zu kennzeichnen. Denn das Klar-, Quer- und Selberdenken erfasst gerade immer mehr Menschen.