„Ausländer raus“ und „Die wahre Krise ist das System“: Mit Parolen wie diesen haben am Montagabend Neonazis vor dem Rathaus in Illerkirchberg offen Stimmung gegen Menschen mit Migrationshintergrund und die deutsche Demokratie gemacht.
Keine Angaben zur Tat
Anlass: Der Tod der 14-jährigen Ece, die vor einer Woche auf dem Weg zur Schule von einem 27-jährigen Geflüchteten aus Eritrea auf offener Straße erstochen wurde .
Das Motiv des tödlichen Angriffs, bei dem ein weiteres Mädchen (13) schwer verletzt wurde, liegt nach wie vor im Dunkeln. Nach der Attacke auf die beiden Freundinnen hatte der mutmaßliche Angreifer versucht, sich das Leben zu nehmen. Er überlebte und befindet sich mittlerweile in einem Gefängniskrankenhaus. Angabe zur Tat macht er nach wie vor keine.
Laut und beängstigend waren am Montagabend die Parolen, die die rund 40 bis 50 Neonazis bei ihrer Demo vor dem Rathaus schrien. Angemeldet worden war diese von der rechtsextremen Partei der „III. Weg“.
Auch die Polizei ist präsent
Doch die Rechten waren nicht alleine. Beobachtern zufolge versammelten sich nahe des Rathauses auch bis zu 80 Bürger Illerkirchbergs. Die größte Gruppe stellte aber die Antifa mit bis zu 120 Personen.
Diese große Gruppe der „Gegendemonstranten“ wollte den Nazis verdeutlichen, dass sie sich schleichen sollen. Sie skandierten: „Nazis raus!“ Illerkirchberg sei keine Gemeinde, die sich nach dem Mord an dem Mädchen von Rechtsradikalen instrumentalisieren lasse.
Auch die Polizei zeigte Präsenz, war mit Dutzenden Kräften vor Ort.
Suizid eines Mitbewohners
Am Mittwoch war Ece unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Fast zeitgleich warf sich ein Mitbewohner des mutmaßlichen Täters, der jedoch nicht unter Verdacht stand, in Senden vor einen Zug, er starb.
Die Nazi-Kundgebung am Montag war nicht die erste nach der Tötung des Mädchens. Auch die AfD nahm die Tat zum Anlass, um vor Ort gegen die deutsche Flüchtlingspolitik zu demonstrieren. Und auch die rechtsextreme Identitäre Bewegung verbreitete am Tatort bereits Hetze gegen Ausländer.



