Baumrodung im Uniwald

Nach Besetzung durch Klimaaktivisten: Bäume im Uniwald inzwischen gerodet

Ulm / Lesedauer: 2 min

Klimaaktivisten haben lange für den Erhalt der Eichen gekämpft, doch die Rodung konnten sie am Ende nicht verhindern. An ihre Stelle soll ein Bettenhaus gebaut werden.
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Lange haben mehrere junge Klimaaktivisten und einzelne Anwohner dagegen gekämpft - jetzt sind sie gefällt, die Bäume im Uniwald in Ulm. Sie müssen einem neuen Betten- und Forschungshaus für die Universitätsklinik weichen. Mit Pausen hatten Klimaaktivisten die Bäume seit Februar 2022 besetzt, vor einer Woche wurden die Baumhäuser dann geräumt und die Bäume gefällt.

Bei allen Unterschieden der Auffassungen halten auch wir den Schutz der Natur und unserer natürlichen Lebensgrundlagen für ein Gebot der Stunde.

Udo X. Kaisers

Laut Uniklinik soll mit dem Bau des Bettenhauses voraussichtlich im April begonnen werden, im Frühjahr 2025 soll der Betrieb starten.

„Natürlich bedauern wir, dass im Zuge des Bauvorhabens einige Bäume gefällt werden mussten“, erklärt Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik mit Verweis auf die Besetzung durch Klimaaktivisten bis kurz vor der Rodung. „Bei allen Unterschieden der Auffassungen halten auch wir den Schutz der Natur und unserer natürlichen Lebensgrundlagen für ein Gebot der Stunde. Gleichwohl dürfen wir als Einrichtung der Spitzenmedizin niemals die Menschen aus den Augen verlieren. Und gerade, weil uns schwerkranke Menschen anvertraut sind, ist der vorliegende Bauplan sachgerecht und notwendig, denn es geht uns darum, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden“, so Kaisers weiter.

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Das neue Gebäude wird laut Uniklinik für die Krankenversorgung schwerstkrebskranker Patienten und für die patientenbezogene Tumorforschung genutzt. Die Fällung der fünf Eichen und einiger junger Laubbäume sei unvermeidbar gewesen.

Doch genau dies hatten Klimaaktivisten bis zum Schluss immer wieder angezweifelt. „Jeder andere Lösungsversuch“, so Professor Kaisers, „hätte gravierende und nicht zu vertretende Nachteile vor allem für unsere Patienten ergeben. Nur durch den jetzigen Plan für das neue Gebäude können die Patientenzimmer sowie die Büro- und Forschungsräume adäquat Tageslicht erhalten, die Intimsphäre aller Betroffenen ist besser geschützt und wir können eine enge ‚schluchtartige‘ Raumwirkung zwischen Neubau und Bestand vermeiden.“

Weitere Aktionen angekündigt

Für die gefällten Bäume soll nun an anderer Stelle Bäume als Ausgleich gepflanzt werden. Laut Uniklinik wurden einzelne Eichen sogar versetzt, damit sie weiterhin als Nistort für Vögel dienen können. Das wird für die jungen Menschen, die mehrere Wochen in ihren Baumhäusern im Uniwald verbrachten, jedoch kein großer Trost sein. Sie haben weitere Aktionen in Ulm angekündigt, die auf klimaschädliche Projekte und Verhaltensweisen aufmerksam machen sollen.