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Klima-Demo

Mehr als 1000 Menschen demonstrieren in Ulm für Klimaschutz

Ulm / Lesedauer: 3 min

Weltweit haben am Freitag Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Ulm gingen mehr als 1000 Demonstranten auf die Straße. Das waren ihre Forderungen.
Veröffentlicht:03.03.2023, 19:47

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Weltweit haben am Freitag Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Ulm gingen mehr als 1000 Demonstranten auf die Straße. Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen die Bundespolitik, aber auch in Ulm forderten sie konkrete Veränderungen.

„Unser Haus brennt, und wir sind der Feueralarm“, sagte Sarah Lobenhofer von der Letzten Generation. Um das Weltklima sei es schlecht bestellt und die Zeit zum Handeln werde knapp. „Jeder Tag, an dem wir nichts oder zu wenig tun, kostet wertvolle Zeit.“

Massive Zukunftsängste

Sie freue sich aber darüber, dass so viele Unterstützer den Weg zur Demo auf den Münsterplatz gefunden hatten. Veranstalter war die Klimabewegung Fridays for Future, aber auch zahlreiche andere Gruppen waren vor Ort wie Jugend Aktiv, Psychologists For Future oder die Letzte Generation. Sie hatten insgesamt mehr als 1000 Menschen mobilisiert, viele von ihnen kamen mit Plakaten.

Unter den Demonstranten waren nicht nur Jugendliche und Schüler.
Unter den Demonstranten waren nicht nur Jugendliche und Schüler. (Foto: Andreas Spengler)

Sarah Lobenhofer betonte, dass die junge Generation „massive Zukunftsängste“ habe, weil zu wenig gegen die Klimakrise unternommen werde. Unter den Besuchern der Demonstrationen waren aber auch zahlreiche ältere Unterstützer. Die Aktivistin der Letzten Generation erklärte, dass die Gruppe auch künftig „immer wieder den Alltag stören“ wolle. Der Protest zeige bereits Wirkung. „Ziviler Ungehorsam ist nicht angenehm, aber die Alternative wäre noch viel schlimmer.“

Neun–Euro–Ticket soll bleiben

Auch Jurek Lang von Jugendaktiv kritisierte, dass sich in der Politik zu wenig bewege. Das Neun–Euro–Ticket sei ein gutes Beispiel dafür. Die Einführung sei richtig gewesen, allerdings hätte das Ticket dauerhaft gelten sollen. Der Umgang der Landes– und Bundesregierung mit den Forderungen der Jugendlichen sei „ein Schlag ins Gesicht“ aller, die sich engagieren. „Deshalb ist es wichtig, dass wir weiter laut und unbequem bleiben.“

Auch in Ulm geben es Nachholbedarf in Sachen Umweltschutz und Klimagerechtigkeit: „Sichere Fahrrad– und Fußwege“ müssten überall in der Stadt zu finden sein. Kritik wurde außerdem an dem geplanten Ausbau der Adenauerbrücke laut. „Die Pläne sehen nur eine Verbesserung des Autoverkehrs vor. Radfahrer*innen und Fußgänger*innen werden hierbei übergangen“, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Jurek Lang nannte es ein „Unding“, dass der Steg für Radfahrer für vier Jahre gesperrt werde. Auch an anderen Stellen sei falsch geplant worden. Das Areal an den Sedelhöfen nannte er aus ökologischen Gesichtspunkten einen „Fall für die Tonne“.

Protest bleibt friedlich

Nach den Reden und Tanzeinlagen auf dem Ulmer Münsterplatz zogen die Demonstranten weiter durch die Stadt bis zur Donau und nach Neu–Ulm. Der Verkehr war zeitweise eingeschränkt, die Polizei sperrte die Straßen ab. Der Protest blieb aber friedlich und endete schließlich wieder mit einem Konzert auf dem Münsterplatz.

Auch die Gewerkschaft ver.di, hatte am Freitag zum Streik aufgerufen. Mit Warnstreiks will die Gewerkschaft höhere Löhne einfordern. Viele Busse und Bahnen in der Stadt standen daher still.