Fluchtfahrt

Weil er nicht ins Krankenhaus wollte: Mann verursacht mehrere Verkehrsunfälle

Ulm / Lesedauer: 3 min

Der Rettungsdienst will ihn in ein Krankenhaus bringen, doch das passt einem 26-Jährigen so gar nicht. Er flüchtet, rammt dabei mehrere Autos. Auch ein Schuss aufs Fahrzeug stoppte ihn nicht.
Veröffentlicht:05.12.2022, 09:38
Aktualisiert:05.12.2022, 12:06

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Mit Krankenhäusern verbindet er wohl Schlimmes. Denn die Fluchtfahrt, die sich ein 26-Jähriger am Sonntagabend von Biberach bis nach Ulm leistete, mag alles andere als alltäglich für Polizeibeamte sein. Mehrere Autos rammte der Mann, laut Polizei entstand dabei ein Schaden von etwa 60.000 Euro.

Aufgrund einer "psychischen Ausnahmesituation" wurde der junge Mann gegen 19.30 Uhr vom Rettungsdienst in Biberach daheim behandelt. Der Rettungsdienst wollte den Mann aufgrund seines Zustandes eigentlich in ein Krankenhaus bringen - doch der 26-Jährige weigerte sich, stieg stattdessen in seinen VW und fuhr davon. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes wollte ihn aufhalten, wurde von dem anfahrenden Auto jedoch weggestoßen und dabei leicht verletzt. Dann begann die Irrfahrt des Flüchtenden.

Inzwischen wurde die Polizei auf den Mann aufmerksam gemacht und fahndete nach ihm. Eine Polizeistreife folgte dem Mann auf der B30 Richtung Ulm , doch der 26-Jährige fuhr unbeirrt weiter Richtung B28 und B10.

Polizeibeamter muss ausweichen

Die Polizei konnte den Verkehr kurz nach 20 Uhr im Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke gefahrlos stoppen. Der Mann musste mit seinem VW ebenfalls halten. Als sich Polizisten dem Auto zu Fuß näherten, gab der 26-Jährige Gas und fuhr an stehenden Autos vorbei. Dabei beschädigte er ein Auto. Ein Polizeibeamter musste zur Seite springen. Um den VW zu stoppen, schoss ein Polizist mit seiner Dienstwaffe auf das Auto, doch der Mann fuhr weiter. Im Bereich der Wallstraßenbrücke fuhr der Mann dann zwischen zwei Autos, die auf den beiden Fahrstreifen nebeneinander fuhren und streifte dabei einen Mini.

Ford-Fahrer kommt ins Schleudern

Durch den Unfall geriet der 34-Jährige Fahrer des Mini nach links gegen einen Randstein und erlitt dabei leichte Verletzungen. Der 26-Jährige jedoch fuhr unbeirrt weiter. Auf der B10, kurz nach dem Lehrer-Tal-Tunnel, verursachte er einen weiteren Unfall. Dabei prallte der VW gegen einen vorausfahrenden Ford eines 31-Jährigen. Der Fahrer des Ford verlor die Kontrolle über sein Auto, geriet ins Schleudern und überschlug sich. Der Fahrer wurde leicht verletzt und kam in ein Krankenhaus.

Umherfliegende Fahrzeugteile beschädigten noch einen Laster und ein Polizeifahrzeug. Doch auch hier sollte die Fahrt noch nicht enden. Erst im Bereich der Ausfahrt zum Eselsberg kam der VW aufgrund seiner starken Beschädigungen zum Stillstand. Der 26-Jährige wollte seine Flucht wohl zu Fuß fortsetzen, doch die Polizei konnte ihn vorläufig festnehmen. Dagegen setzte er sich zur Wehr. Der Mann kam auf ein Polizeirevier.

Ob der Mann am Montag einem Richter vorgeführt werden soll, wird im Laufe des Tages entschieden.