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Letzte Generation und FFF

Was machen eigentlich die Ulmer Klimaaktivisten?

Ulm / Lesedauer: 3 min

Die Letzte Generation und FFF in Ulm erklären, was sie in diesem Jahr noch planen. Und was ist mit Greta Thunberg?
Veröffentlicht:14.11.2023, 05:00

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In den vergangenen Wochen scheint es still um die Klimaaktivisten und -protestler in Ulm geworden zu sein. Keine Klebeaktionen oder Demonstrationszüge. Doch blickt man zurück auf die vergangenen Monate, hat es in Ulm durchaus viele Klima-Aktionen gegeben.

Genau elf Veranstaltungen wurden von der Ulmer Gruppe von Fridays for Future organisiert. Weitere, so die Gruppe auf Anfrage, sind schon in Planung. Bereits im Januar gab es eine Kundgebung auf dem Münsterplatz, um gegen den Abbau und die Verbrennung von Kohle zu demonstrieren. Anlass war damals die Räumung des Dorfes Lützerath in Nordrhein-Westfalen.

Auch beim Besuch des Bundesverkehrsministers Volker Wissing im Juli waren Klimaaktivisten vor Ort, um zu protestieren. Auch durch andere Aktionen wird klar, dass sich Fridays for Future in der Region etabliert hat und sich für ihre Forderungen einsetzt. So hat der Ulmer Ableger etwa im September gemeinsam mit Jugend Aktiv eine Veranstaltung zum Christopher-Street-Day organisiert.

Klimaaktivisten kritisieren Kommunalpolitik

„Ein besonderes Augenmerk in unserer Arbeit als Ulmer und Neu-Ulmer Gruppe liegt in der Kommunalpolitik“, betont Laurin Bischoff von der Ulmer Gruppe und erinnert damit an eine Fahrraddemonstration mit, laut eigenen Aussagen, mehr als 300 Teilnehmern anlässlich des Weltfahrradtages im Juni.

„Die Radinfrastruktur in Ulm ist absolut unzureichend, ein gut ausgebautes Radwegenetz kann aber ein entscheidender Baustein für eine gelingende Verkehrswende sein und ist damit für den Klimaschutz eine Aufgabe von herausragender Bedeutung“, so Laurin Bischoff.

Doch in Sachen Klimaschutz gebe es in Ulm noch viel mehr zu tun, die Fridays for Future plant deshalb zur anstehenden OB-Wahl eine Demonstration am 1. Dezember.

Nur ein deutschlandweites Statement zu Thunberg

Zur aktuellen Kritik an Fridays for Future International und an der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thungberg im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt will sich die Ulmer Gruppe aber nicht äußern.

Sie verweist lediglich auf die allgemeine Stellungnahme der deutschen Organisation, in der steht, dass „Israels Existenzrecht nicht verhandelbar“ sei und „humanitäres Völkerrecht für alle“ gelte. Greta Thunberg erhielt scharfe Kritik für Posts auf sozialen Medien sowie öffentliche Auftritte, in denen sie zu Solidarität mit Palästina und Gaza aufrief. Ihr wurde dabei Einseitigkeit sowie Antisemitismus vorgeworfen.

Zudem scheint der Klimaaktivismus bei ihr dadurch immer weiter in den Hintergrund zu rücken. Auch für Posts und Aussagen von Friday for Future International hagelte es Kritik. Auf ihrem Instagram-Kanal warf die Bewegung westlichen Medien vor, Lügen über den Nahost-Konflikt zu verbreiten und sprach von einer „Besatzung“ durch Israel in Gaza, die sofort enden müsse.

Menschenkette mit Letzter Generation geplant

Und was ist mit Vertretern der Letzten Generation? Auch diese Gruppe ist in Ulm vertreten, hat im aktuellen Jahr immer wieder mit Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Auf Nachfrage betont ein Sprecher, dass die Gruppe durchaus noch aktiv sei, auch wenn es in letzter Zeit keine medienwirksamen Straßenblockaden in Ulm gegeben hat.

Vielmehr sei man in den vergangenen Wochen enger mit anderen Umweltgruppen und sogar der Kirche zusammengewachsen ‐ etwa für einen Klimagottesdienst in der Lukaskirche Mitte Oktober.

Auch im November sind Aktionen geplant, wie etwa am Mittwoch, 15. November. Dann soll es eine große Menschenkette mit dem Titel „Klimaschutz verbindet“ um das Ulmer Rathaus gebildet werden. „Zur gleichen Zeit tagt dort der Gemeinderat, von dem wir entschlossenes Handeln für Klimaschutz fordern“, erklärt der Sprecher der Gruppe den Grund für die Aktion.