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Skulpturensommer

Kunst und Botanik liegen beim Skulpturensommer nahe beieinander

Ulm / Lesedauer: 2 min

Ab Sonntag sind die 27 pfiffigen Kunstwerke im Botanischen Garten der Uni Ulm zu erwandern
Veröffentlicht:28.06.2012, 19:55

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Von der gummibaumartigen Blätterkrone des schlank aufragenden „Ficus insipida“ tröpfelt es subtropisch. Wer genau hinschaut, bemerkt im grünen Blätterdach ein merkwürdiges Ding aus orangefarbenen Plastikschläuchen. Ein paar Meter weiter stößt man im australischen Schmetterlingsblütler auf ein quallenartiges Gebilde. Schulklässler, jeder mit einem grünen Blatt in der Hand, gehen gerade auf botanisierende Schnitzeljagd. Wir befinden uns mitten im Gewächshaus des Botanischen Gartens der Universität Ulm auf dem Oberen Eselsberg.

Plötzlich durchringt den sanften Regenschauer von oben eine nicht minder sanftmütige Frauenstimme – eine magische Urwaldelegie, die, wie jetzt auch die Schüler erkennen, von den Apparaten in luftiger Höhe im zarten Klang durchs Gewächshaus zieht. Diese Fünf-Kanal-Klanginstallation aus der Sampling-Küche des Uni-Musiklabors EMU (bei dem auch die Leiterin des Musischen Zentrums Christine Söffing mitmischt), wo Blüten soundmäßig angesteuert werden können, ist Teil des 1. Skulpturensommers, den der Leiter des Campusateliers im Musischen Zentrum, der Bildhauer Frank Raendchen , im Team mit Botanikern und Geologen aus dem Boden gestampft hat.

Am Sonntag sind die 27 pfiffigen und findigen Skulpturen, die aus der Kreativwerkstatt des Musischen Zentrums der Universität Ulm in Zusammenarbeit mit der Bochumer Uni entstanden sind zu erwandern. Die 27 Skulpturen wurden von einer Jury (darunter auch Neu-Ulms Museumsleiterin Dr. Helga Gutbrod) aus Hundert Einsendungen ausgewählt. Per „Google-Earth“-Lageplan konnten sich auch auswärtige Teilnehmer vorab über Standorte informieren.

Die Idee zum „1. Skulpturensommer“ kam Raendchen nach dem Konzert der Traktoren zu „20 Jahre Kunstpfad“. Sponsoren wurden aufgetrieben, Raendchens kunstbegeisterte Studenten fingen Feuer. Doch „ohne die Mitarbeiter des Botanischen Gartens wäre dies alles nicht möglich gewesen“. Gartenmeister Peter Zindl hat metallische Freilandfundamente vorbereitet. Kustodin Monika Gschneidner, glücklich über die Klanginstallation im Gewächshaus, stellte ihr Team zur Verfügung – Ehrenamt steht hoch im Kurs. Und kräftige Arme sind auch nach drei Monaten beim Abbau gefragt. Denn der Skultpurensommer ist „ein temporärer“.

Unterm kunterbunten Himmel des Botanischen Gartens erwarten den Besucher ab Sonntag unter anderem Frank Raendchens Findlinge aus Granit am Gewächshaus, die Autoreifen-Installation „Gummibäume“ des Reutlingers Bertl Zagst am Apothekergarten, die Marmor Ofenrohr-Arbeit „Volles Rohr“ des Neu-Ulmer Emil Kräss oder eine Landart-Arbeit des Neu-Ulmers Wolfgang Endress: „nix wie hin.“