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Rassismus in Abilektüre?

Kultusministerin Schopper hält an „Tauben im Gras“ fest

Ulm / Lesedauer: 2 min

Jetzt äußert sich auch Theresa Schopper erneut zu der Debatte, ob das Buch „Tauben im Gras“ für den Unterricht als Pflichtlektüre taugt.
Veröffentlicht:24.03.2023, 05:00

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Koeppens „Tauben im Gras“ soll Pflichtlektüre bleiben. Das hat Baden–Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in einem Interview im „Heute Journal“ kürzlich bekräftigt. Wie bereits bekannt hatte eine Ulmer Lehrerin dagegen aufbegehrt, eine Petition gestartet und sich mit ihrer Forderung an das Kultusministerium gewandt.

„Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Sprache sich verändert hat, wie die Einschätzung sich verändert hat und wie man heutzutage mit Menschen anderer Hautfarbe umgeht“, sagte die Ministerin in dem Interview. Mit der entsprechenden „Einordnung und der zwingenden Diskussion über Rassismus“ sei es durchaus vertretbar, das Buch im Unterricht zu behandeln.

Verein will Pflichtlektüre nicht akzeptieren

Derweil wird die Debatte über das Buch, das die Ulmer Lehrerin Jasmin Blunt losgetreten hat, weitergeführt. Renommierte Professoren deutscher Universitäten schalten sich in die Diskussion mit ein, der Verein „Mein Ich gegen Rassismus“, der hinter der Online–Petition steht, möchte weiter um das Absetzen dieser Pflichtlektüre kämpfen. Innerhalb von zwei Tagen hat sich die Zahl der Unterstützer mehr als verdoppelt: Stand Mittwochmorgen wurden auf der Webseite mehr als 2500 Unterschriften gezählt.

Immer mehr Politiker stellen sich hinter Forderung

Die Forderung von Jasmin Blunt wollen auch immer mehr Politiker unterstützen. So hatte etwa bereits Andreas Stoch, Landes– und Fraktionsvorsitzender der SPD Baden–Württemberg, angeboten, einen runden Tisch zu der Debatte zu organisieren, damit sich alle beteiligten Parteien sachlich über das weitere Vorgehen austauschen können.

Auch Reem Alabali–Radovan (SPD), Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftrage für Anitrassismus beobachtet die Diskussion über das Buch „Tauben im Gras“. „Die Beauftragte fördert seit Anfang des Jahres ein Modellprojekt, das bundesweite und regionale Fachtagungen zur Sensibilisierung von Rassismus im Kontext von Schule durchführen wird — und dabei beispielsweise auch den Verein „Mein Ich gegen Rassismus“ berücksichtigt, der die benannte Petition in Baden–Württemberg angestrengt hat“, schreibt eine Pressesprecherin ihres Büros, da sich die Staatsministerin aktuell im Mutterschutz befindet.

Das Buch, über das aktuell hitzig diskutiert wird: „Tauben im Gras‟ ist die Pflichtlektüre für das Deutsch–Abi ab 2024.
Das Buch, über das aktuell hitzig diskutiert wird: „Tauben im Gras‟ ist die Pflichtlektüre für das Deutsch–Abi ab 2024. (Foto: Bacher)

Sie wolle jedoch den Umgang mit Rassismus und Diskriminierung in der Schule — und auch das genannte Beispiel „Tauben im Gras“ — bei nächster Gelegenheit ihres regelmäßigen Austausches mit der Kultusministerkonferenz einbringen, so die Sprecherin.