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SSV Ulm 1846 Fußball

„Schockierend“: SSV Ulm reagiert auf Rassismus-Vorfall nach Spiel in Köln

Ulm / Lesedauer: 3 min

Anhänger des SSV Ulm 1846 Fußball sollen nach dem Spiel bei Viktoria Köln ausländerfeindliche Parolen skandiert haben. Der Drittligist reagiert deutlich.
Veröffentlicht:07.12.2023, 17:00

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Rassismus-Skandal in der Dritten Liga? Anhänger des SSV Ulm 1846 Fußball sollen nach dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln rechtsextreme Parolen skandiert und anderen Fans Gewalt angedroht haben.

Ein Ulmer Fan aus Köln machte den Vorfall laut Medienberichten öffentlich. Nun meldeten sich der Vorstand und die Geschäftsführung des SSV zu Wort.

Sportlicher Erfolg von Vorfällen getrübt

Mit dem 3:1 bei Viktoria Köln feierten die Ulmer am vergangenen Samstag ihren zweiten Sieg in Folge und kletterten damit auf den vierten Tabellenplatz der Dritten Liga. Insgesamt hatten rund 450 Anhänger der Spatzen ihren Klub nach Köln begleitet.

Wie die Gäste nun jedoch mitteilten, überschatteten ausländerfeindliche Beleidigungen und Gewaltandrohungen durch einige Fans der Spatzen den sportlichen Erfolg ihrer Mannschaft.

Während der Großteil der Ulmer Fans nach dem Abpfiff noch im Gästeblock geblieben sein soll, um dort die drei wichtigen Auswärtspunkte zu feiern, sei es außerhalb des Stadions zu „schockierenden Szenen“ gekommen. Laut Klub hätten „wenige alkoholisierte Personen“ dort „rassistische Parolen“ gerufen.

Ulmer Fans aus Köln machte Vorfall öffentlich

Bekannt wurde der Vorfall laut Medienberichten durch einen gebürtigen Ulmer, der inzwischen in Köln leben soll und das Spiel der Spatzen aus alter Verbundenheit im Stadion verfolgte.

Er sei nach dem Verlassen des Stadions auf die alkoholisierte Gruppe Fußballfans aus Ulm getroffen und habe sie aufgefordert, das Verbreiten von Hasstiraden zu unterlassen. Daraufhin sei ihm und seinem Begleiter Gewalt angedroht worden.

Jeder, der sich in irgendeiner Form rassistisch, antisemitisch oder gewaltbereit zeigt, tritt die Werte des SSV Ulm 1846 Fußball mit Füßen

SSV Ulm 1846 Fußball

Der SSV Ulm 1846 Fußball steht laut eigener Mitteilung inzwischen in Kontakt mit dem Betroffenen. Es seien umgehend Maßnahmen ergriffen worden, um mögliche Täter zu identifizieren und aus dem Stadion zu verbannen.

Fanszene stand bereits negativ im Fokus

In den vergangenen beiden Jahren stand die Fanszene der Ulmer Spatzen wiederholt im Fokus öffentlicher Debatten. In zwei Fernsehbeiträgen des WDR wurde der Verein als Negativbeispiel für die Existenz rechter Fans in deutschen Fußballstadien herangezogen worden.

Nach dem jüngsten Vorfall wird das Verhalten der sogenannten Fans von Seiten des Klubs auf Schärfste kritisiert und verurteilt. „Jeder, der sich in irgendeiner Form rassistisch, antisemitisch oder gewaltbereit zeigt, tritt die Werte des SSV Ulm 1846 Fußball mit Füßen und ist weder im Donaustadion noch bei anderen Spielen oder Veranstaltungen des SSV willkommen“, heißt es in der Stellungnahme.

Gleichzeitig wies der Klub darauf hin, „dass nur ein Bruchteil der Besucher“ an dem Vorfall beteiligt gewesen sei. „Der größte Teil der Fans feierte mit der Mannschaft friedlich die drei Punkte.“

Verantwortliche appellieren an eigene Fans

Andere Fans des SSV sollen sich laut Mitteilung sogar gegen die mutmaßlich aggressive und rechtsextreme Gruppe aus Ulm gestellt haben. Dieses Eingreifen wird in der Mitteilung als lobenswert erwähnt.

Der Vorstand und die Geschäftsführung des Vereins appellieren an ihre Anhänger, sich auch in Zukunft aktiv gegen „Fremdenfeindlichkeit und jede Form der Diskriminierung“ zu stellen. Der SSV Ulm 1846 Fußball stehe für „Weltoffenheit und Toleranz, für Fairplay und Vielfalt“. Wer diese Werte nicht akzeptiere, könne kein Teil des Vereins sein.