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Eselsberg

Klinik-Mitarbeiter in Ulm sind wütend und enttäuscht

Ulm / Lesedauer: 2 min

Es ist wohl nicht mehr daran zu rütteln: 75 Beschäftigte der RKU müssen gehen
Veröffentlicht:01.08.2012, 19:40

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Viele Mitarbeiter waren seit Wochen verunsichert. Seit bekannt wurde, dass externe Gutachter die RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm – am Oberen Eselsberg auf der Suche nach Einsparpotenzial unter die Lupe nehmen. Gestern wurden die Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung über die Ergebnisse der Untersuchung informiert. Die Befürchtungen von Betriebsrat und Gewerkschaft haben sich bewahrheitet. Etwa 75 Beschäftigte der Klinik verlieren ihren Arbeitsplatz. Laut Geschäftsführer Uwe Gretscher fallen 60 Vollzeitstellen weg.

Der Servicebereich, der beispielsweise Küche und Cafeteria, die Bettenzentrale und den Hol- und Bringdienst umfasst, soll an verschiedene externe Dienstleistungsunternehmen ausgegliedert werden. Etwa 800000 Euro jährlich sollen dadurch eingespart werden. Bis wann die Kündigungen erfolgen und die Externen den Service übernehmen, steht noch nicht fest. „Gespräche mit dem Betriebsrat finden in Kürze statt“, sagte Geschäftsführer Uwe Gretscher.

Auch wenn sie mit dem Schlimmsten rechnen mussten, ist die Enttäuschung bei den Betroffenen groß. „Überstunden, unser Einsatz für das Haus – das ist alles nichts mehr wert“, sagt Helga Harder , die seit 21 Jahren in der Cafeteria des Krankenhauses arbeitet. Für betroffene Mitarbeiter in ihrem Alter sei die Kündigung wohl das berufliche Aus: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit 61 noch eine Arbeit bekomme“, sagt Harder.

Viele Mitarbeiter sind lange dabei

Da seit 1984 durchgehend schwarze Zahlen geschrieben worden seien, seien die von der Geschäftsführung geplanten Maßnahmen für die Belegschaft absolut nicht nachvollziehbar, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Viele der betroffenen Mitarbeiter seien seit 20 und mehr Jahren in der RKU tätig. „Sie haben sich an ihrem Arbeitsplatz eingesetzt und so auch zur Erwirtschaftung der jährlichen Gewinne beigetragen. Nun soll ihnen der Stuhl vor die Tür gesetzt werden“, so Gewerkschaftssekretär Anton Schmid.

Geschäftsführer Uwe Gretscher räumt ein, dass die RKU seit vielen Jahren Gewinn machen. Anlass für die geplanten Maßnahmen seien die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Es gelte, frühzeitig zu handeln, um nicht in die gleiche Situation zu geraten wie andere Kliniken, die bereits rote Zahlen schreiben. An der RKU stünden erhebliche Investitionen an. Das durch die Auslagerung eingesparte Geld solle in die Krankenversorgung gesteckt werden. Das Haus müsse sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Für die einzelnen Betroffenen seien die Maßnahmen natürlich sehr bedauerlich. „Aber wir müssen das gesamte Unternehmen im Blick haben.“