Gewahrsam

Klima-Aktivistin erhebt nach Gewahrsam Vorwürfe gegen die Ulmer Polizei

Ulm / Lesedauer: 2 min

Sarah L. sagt, im Polizeigewahrsam seien ihr Rechte verweigert worden. So geht der Protest für sie weiter.
Veröffentlicht:29.11.2022, 12:51
Aktualisiert:29.11.2022, 17:27

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Nachdem die Ulmer Klima-Kleber nach ihrem Protest am Montag von der Polizei zur Wache gebracht worden waren, seien sie allesamt in Einzelzellen gesteckt worden, sagt Aktivistin Sarah L. (21). „Wir mussten uns ausziehen und wurden untersucht“, sagt L. „schwäbische.de“. Gefolgt sei eine erkennungsdienstliche Behandlung, sprich: Die Beamten nahmen Fingerabdrücke der sechs Aktivisten und fotografierten sie.

Vertröstet wegen eines Anrufs

Nach spätestens vier Stunden waren sie alle wieder auf freiem Fuß. Aber: Sarah L. erhebt Vorwürfe gegenüber der Ulmer Polizei. Menschlich seien sie von den Beamten im direkten Kontakt zwar respektvoll behandelt worden. Jedoch sei es ihnen verwehrt worden, einen Anruf zu tätigen. Ein solcher stehe einer Person in Polizeigewahrsam aber zu, so Sarah L. Stattdessen seien sie wegen des Anrufs vertröstet worden. Immer habe es geheißen: „später, später.“

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Das sagt die Polizei

Polizeisprecherin Andrea Wagner kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen:

„Wir gehen rechtsstaatlich vor und achten die Rechte der Menschen in Gewahrsam.“

Es stimme aber nicht, dass solche Personen, wie man es aus amerikanischen Krimis kennt, immer einen obligatorischen Anruf frei hätten. Sehr wohl aber würde es gestattet, Kontakt mit einem Anwalt aufzunehmen. In manchen Fällen übernehme dies aber auch die Polizei.

Grundsätzlich gelte: Vorrang hätten die erkennungsdienstlichen Maßnahmen. Wenn diese rum seien, spreche nichts dagegen, dass Personen in Gewahrsam wichtige Telefonate führen.

Rechtlich müssen sich die Aktivisten wohl wegen Nötigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz verantworten.

Abgeschreckt hat dies die junge Ulmerin Sarah L., die Psychologie studiert, nicht. Sie wolle sich weiter engagieren bei der Letzten Generation, schwerpunktmäßig auch in Ulm . Zunächst werde sie aber „nicht in Aktionen gehen“, sondern womöglich Vorträge halten.